{"id":10701,"date":"2025-01-10T08:30:09","date_gmt":"2025-01-10T08:30:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=10701"},"modified":"2025-01-10T19:17:17","modified_gmt":"2025-01-10T19:17:17","slug":"elite-und-lamer-eine-replik-zum-kurzkommentar-zum-srf-digital-podcast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=10701","title":{"rendered":"Elite und Lamer \u2013 Eine Replik zum Kurzkommentar zum SRF-Digital-Podcast"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/www.unilu.ch\/fakultaeten\/kultur-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet\/institute\/historisches-seminar\/mitarbeitende\/gleb-albert\/#tab=c152732\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gleb J. Albert (Universit\u00e4t Luzern)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dass ein <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/audio\/digital-podcast\/auf-den-spuren-der-demo-und-cracker-szene?id=AUDI20241227_NR_0032\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Podcast<\/a> direkt zu Reflexionen Anlass gibt, ist sehr erfreulich. <a href=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=3036\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dem Kommentar von Ren\u00e9 Bauer<\/a> zu der \u201eneuen Elite\u201c, als die sich die Cracker- und Demoszene sah (und es auch im gewissen Sinne objektiv&nbsp;<em>war<\/em>), kann ich vollumf\u00e4nglich zustimmen, kann mir jedoch einen kleinen Kommentar nicht verkneifen \u2013 nicht zuletzt, um meine eigenen Gedanken zu sortieren f\u00fcr ein Buchkapitel, das ich gerade schreibe und das sich um ebenjenen Eliten-Diskurs in der Szene dreht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das neue Universalmedium Heimcomputer, das die Erwachsenenwelt jenseits der Berichterstattung und allgemeinen Diskussionen um Technikfolgen nur oberfl\u00e4chlich interessierte, war zun\u00e4chst einmal eine Dom\u00e4ne einer enthusiastischen Jugend. Sie hatte in der Tat \u201enichts zu erben\u201c, auch nicht von den Akteuren der Grossrechner-\u00c4ra. Die in der Erwachsenenwelt gef\u00fchrten erhitzten Debatten um Mikrocomputer als Zivilisationsuntergang, Verf\u00fchrung der Jugend durch den milit\u00e4rindustriellen Komplex etc. tangierten sie nicht \u2013 sie&nbsp;<em>machten<\/em>&nbsp;einfach, und das oftmals virtuos. Das sahen auch prominente Computerkritiker wie Joseph Weizenbaum, der sich 1984 zum Umstand \u00e4usserte, dass Jugendliche, zum Erstaunen vieler Erwachsener, souver\u00e4ner mit Computern umgingen als sie selbst. Dies sei, so Weizenbaum, \u201enicht weiter erstaunlich, denn Kinder haben mehr Zeit&nbsp; und mehr Geduld f\u00fcr solche Sachen, und dazu sind sie der Verantwortung noch ganz enthoben. F\u00fcr Kinder ist es einfach ein neues Spielzeug.&nbsp;&nbsp;Es plagen sie keine Bedenken.\u201c<sup>[1]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Bedenken plagten sie in der Tat keine. Aber mehr als ein \u201eneues Spielzeug\u201c war es schon. Den Jugendlichen war klar, dass sie mit ihren \u201eSpielereien\u201c ihre eigene Zukunft aufbauten \u2013 auf einem Feld, das ihnen offenstand und das die Erwachsenenwelt nicht f\u00fcr sich vereinnahmen konnte. Die Arbeitswelt ihrer Elterngeneration schien Anfang der 1980er am Boden zu liegen, der Fordismus war Geschichte, zugleich war bereits ab Mitte der 1970er Jahre im \u00f6ffentlichen Diskurs immer wieder die Rede von der Wundermaschine Computer, die einerseits die alte Welt der Arbeit zerst\u00f6rt (Automatisierung, Arbeitsplatzabbau), andererseits aber es dem Individuum m\u00f6glich machen soll, die postfordistische Wende zu \u00fcberleben und dabei sogar zu re\u00fcssieren. Mit ihren Heimcomputer hatten die Jugendlichen das Gef\u00fchl, diese vielbeschworene Maschine Computer aufz\u00e4umen zu k\u00f6nnen, um rittlings ins neue digitale Zeitalter zu gelangen und so auch bereits als Teenager ihren Eltern weit voraus zu sein. Wie ein Jugendlicher in einem SPIEGEL-Interview \u00fcbermutig verk\u00fcndete: \u201eIch m\u00f6chte sp\u00e4ter nicht am Flie\u00dfband irgendwelche Eierchen zusammenklatschen, sondern m\u00f6glichst mein Geld mit Programmen verdienen.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn2\"><sup>[<\/sup><\/a><sup><a href=\"#f2\">2<\/a><\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn2\"><sup>]<\/sup><\/a>\u00a0Die Motivation der Computerkids, den Computer auch im Hinblick auf ihre (nicht zuletzt materielle) Zukunftsabsicherung beherrschen zu k\u00f6nnen, hielt auch die zeitgen\u00f6ssische Sozialwissenschaft fest, die sich mit dem Ph\u00e4nomen jugendlicher Computerbegeisterung besch\u00e4ftigte. Mit dem Heimcomputer erlangten die Jugendlichen \u201eein Doppelticket: Eins f\u00fcr das kognitive Erwachsenwerden und einen Zukunftsscheck f\u00fcr das sp\u00e4tere \u201aF\u00fcnf-Sterne-Leben\u2018.\u201c<a href=\"#f3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zahlreichen Computerkids, die bereits im Teenage-Alter ihr Hobby zu Geld machen konnte, etwa als Spieleprogrammierer, konnten in der Tat ein f\u00fcr ihre Verh\u00e4ltnisse \u201aF\u00fcnf-Sterne-Leben\u2018 erreichen, noch bevor sie im Erwachsenenleben standen. Im Heimcomputermilieu formierten sie eine \u201aneue Elite\u2018, zu der Hunderttausende jugendliche (und auch erwachsene) Computerbesitzer hinaufschauen konnten. Diese Gruppe der jugendlichen Computer-Entrepreneure \u00fcberschnitt sich h\u00e4ufig mit dem Personal der Cracker- und Demoszene \u2013 allerdings nicht immer. Die W\u00e4hrung im Heimcomputermilieu war nicht nur Geld, sondern auch Skills und Informationsbesitz. Die Protagonisten der Cracker- und sp\u00e4ter auch der Demoszene bildeten eine Elite gegen\u00fcber der Masse der \u201anormalen\u2018 Heimcomputernutzer, und dies auf vielen Ebenen: durch ihre Tauschnetzwerke hatte sie unschlagbar schnellen Zugang zu neuen Spielen; sie konnte Software \u201avon innen\u2018 begehen, Kopierschutzmechanismen aushebeln, Sprites und Soundtracks aus Spielen extrahieren und sie in Akten fr\u00fchdigitaler Bricolage zu neuen Spielen und ersten Demos zusammensetzen; schlie\u00dflich konnte sie dank zun\u00e4chst intern zirkuliertem Wissen aufregenden Code, Grafik und Sound kreieren und damit das Monopol der Software-Firmen auf das Sich-Einschreiben in den heimischen Bildschirm durchbrechen. All dies machte die \u201aSzene\u2018 zu einer \u00e4usserst attraktiven Subkultur f\u00fcr jugendliche Computerenthusiasten, die zu Vielem bereit waren, um dieser Elite angeh\u00f6ren zu d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings \u2013 und hierin liegt mein kleiner Einwand zu Ren\u00e9s Kommentar \u2013 ersch\u00f6pft sich der zeitgen\u00f6ssische \u201aElite\u2018-Diskurs im Heimcomputerfeld nicht in dieser allgemeineren Feststellung. Der \u201aElite\u2018-Diskurs&nbsp;<em>innerhalb<\/em>&nbsp;der Cracker- und Demoszene, auf den ich im Podcast zu sprechen kam, hatte noch eine weitere und f\u00fcr die \u201aSzene\u2018 viel wichtigere Funktion, n\u00e4mlich die Stratifizierung innerhalb der Subkultur. Die Figur der \u201aElite\u2018 ist, wie Markku Reunanen und Antti Silvast bereits vor einer Weile festgehalten haben, ohne die Figur des \u201aLamers\u2018 nicht denkbar.<a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn4\"><sup>[<\/sup><\/a><sup><a href=\"#f4\">4<\/a><\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn4\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;Der Lamer ist nicht der Aussenstehende, nicht der \u201aeinfache\u2018 Konsument geknackter Spiele. Er ist vielmehr das \u201alahme\u2018 Szenemitglied, derjenige, der nicht oder schlecht cracken oder programmieren kann, der nicht die besten und internationalsten Kontakte hat, dessen Tauschmaterial nicht Tage, sondern Monate alt ist; jemand, der sich vielleicht redlich bem\u00fcht, aber eben nicht heranreicht an die selbstproklamierte Elite innerhalb der \u201aSzene\u2018. Die Dichotomie \u201eElite \u2013 Lamer\u201c war der unbarmherzige Gatekeeper dieser digitalen Subkultur, die Neulingen alles andere als aufgeschlossen gegen\u00fcbertrat. Jeder, der einen Fu\u00df in sie setzte, war zun\u00e4chst einmal ein Lamer (es sei denn, er konnte dank angeborener Skills bereits beim Deb\u00fct brillieren), und wurde entsprechend behandelt. Viele spornte die raue (Un-)Willkommenskultur der \u201aSzene\u2018 umso mehr an, sich Skills anzueignen, um den Lamer-Status m\u00f6glichst rasch verlassen zu k\u00f6nnen und die meritokratische Leiter emporzusteigen, die im Idealfall in die R\u00e4nge der \u201aElite\u2018 f\u00fchren konnte. Viele andere jedoch wurden abgeschreckt, vergrault, vertrieben. Auch solche, die vielleicht andere, unkonventionelle Zug\u00e4nge in die \u201aSzene\u2018 gebracht h\u00e4tten. Auch die Mehrheit der ohnehin ausserordentlich wenigen Frauen, die sich in diese m\u00e4nnlich dominierte Subkultur hineingewagt hatten, scheiterte \u2013 darauf deuten zumindest die sp\u00e4rlichen Quellen hin \u2013 an dieser elitenzentrierten Hierarchisierung, die jede Neueinsteigerin zun\u00e4chst einmal auf eine im Grunde bewusst erniedrigende Position stellte. Dies ist die Schattenseite der meriotokratischen Stratifizierung der Cracker- und (zugegebenerma\u00dfen im kleineren Ausma\u00df) der Demoszene gewesen, und auch dar\u00fcber m\u00fcsste man reden, bevor man den Elitendiskurs der \u201aSzene\u2018 als Manifestation von Selbsterm\u00e4chtigung und Empowerment einer neuen Generation stilisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei war auch der \u201aElite\u2018 der Cracker-Szene klar, dass sie ohne die Masse der \u201aLamer\u2018 diese Position gar nicht f\u00fcr sich in Anspruch h\u00e4tten nehmen k\u00f6nnen. Die \u201aElite\u2018 in der Szene war keine Eigenschaft f\u00fcr sich, sondern funktionierte nur als soziale Relation: Ohne \u201aunten\u2018 kein \u201aoben\u2018. Bereits 1989 stellte ein Kommentar in einem westdeutschen C64-Crackermagazin im typisch gebrochenen Englisch, der&nbsp;<em>lingua franca<\/em>&nbsp;der Szene, fest: \u201eLamer \u2013 this word is for the most freaks a horror, cause lamers are not the style like profis. But be true, you need lamers, or? [\u2026] Do you think without lamers your group has become so famous like you are now? [\u2026] Think about that\u2026\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn5\"><sup>[5<\/sup><\/a><sup><a href=\"#f5\">]<\/a><\/sup>&nbsp;Noch deutlicher brachte es einige Jahre sp\u00e4ter ein schwedischer Szener mit einer Prise Selbstironie auf den Punkt: \u201eWE LOVE ALL LAMERS, THAT MAKES US FEEL MUCH COOLER THAN WE REALLY ARE!\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Und in einer 1992er-Ausgabe des Amiga-Diskmags R.A.W., einem wichtigen Sprachrohr der sich gerade erst aus der Cracker-Szene herausdifferenzierenden Demoszene, appellierte ein Autor an die Elite, dem Lamer eine Chance zu geben:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWhy are lamers lamers? Have you ever thought about that? How do lamers become lamers? [\u2026] One day, you gets an letter from a guy who is completely unknown to you. He sends some stuff that&#8217;s half a month old. He writes a stupid letter, and you (elite as you are) understand that he&#8217;s a new guy in the scene. He isn&#8217;t in any group either, so you think, &#8218;This one is a REAL lamer&#8216;, and then you keep his disk and start spread shit about this poor guy, and then forget about the whole thing. But do you [think] this guy forgets this? Maybe, maybe not! If you spread shit about this guy, not many wants to swap with him, as everyone thinks he&#8217;s a lamer. When this guy discover[s] that nobody wants to swap with him, he maybe decides to quit the scene. Maybe he was lamer in your opinion, but that doesn&#8217;t mean that he IS a lamer. Maybe he is good at painting, or making music, coding or anything else. But nobody will ever know about this, as you spread shit about this poor guy to a lot of others, who then also thought he was a lamer. If you do this, the scene will slowly die, as all ELITE guys doesn&#8217;t bother with the new lame guys and no new guys will dare to enter the scene.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn7\"><sup>[<\/sup><\/a><sup><a href=\"#f7\">7<\/a><\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn7\"><sup>]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Kommentar bringt die Selbstreflexion der Szene bez\u00fcglich ihrer elitenzentrierten Stratifizierung auf den Punkt:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>1) Der Status des \u201aLamers\u2018 (und damit auch implizit der \u201aElite\u2018) ist in erster Linie eine Zuschreibung, nicht notwendigerweise eine objektive Tatsache;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2) Diese Zuschreibung funktioniert als \u00fcberm\u00e4ssig strenger (und damit auch f\u00fcr die meritokratische Struktur der Subkultur destruktiver) Gatekeeper \u2013 es reicht, dass ein Mitglied der selbsternannten Elite den Neuling als \u201aLamer\u2018 qualifiziert, um ihm jedes weitere Vorankommen in der Szene zu verunm\u00f6glichen;<\/p>\n\n\n\n<p>3) Dieser Zustand ist in letzter Konsequenz fatal f\u00fcr die Reproduktion der Subkultur, da die \u201aElite\u2018 sich damit gegen jeden Nachwuchs verbarrikadiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Selbstreflexivit\u00e4t in der Elite-vs.-Lamer-Frage hat in der Tendenz dazu gef\u00fchrt, dass die Demoszene sich im Vergleich zur \u201aalten\u2018 Cracker-Szene st\u00e4rker neuen Mitgliedern ge\u00f6ffnet und die Wissenszirkulation offener gestaltet hat \u2013 ein Aspekt, dem sie m\u00f6glicherweise ihr \u00dcberleben von den sp\u00e4ten 1980er Jahren bis in die Jetztzeit mit zu verdanken hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr Konsequenzen haben aber diese Einsichten f\u00fcr eine historische Auseinandersetzung mit der Cracker- und Demoszene? Die Zentralit\u00e4t sowohl der diskursiven \u201aLamer\u2018-Figur f\u00fcr den \u201aElite\u2018-Diskurs als auch der realen, zahlreichen Protagonisten in den unteren R\u00e4ngen und an den \u00e4u\u00dferen R\u00e4ndern der Szene f\u00fcr die Reproduktion dieser Subkultur bedeutet, dass wir uns viel st\u00e4rker den \u201aaverage guys\u2018 in der Szene, ihren Geschichten und Erfahrungen zuwenden m\u00fcsen. Wie Markku Reunanen vor einiger Zeit feststellte, tr\u00e4gt der Elitenkult der Szene, der sich nat\u00fcrlich auch in den szeneinternen Erinnerungspraktiken, auch in Zeitzeugeninterviews, niederschl\u00e4gt, dazu bei, dass Forschende diesen Bias reproduzieren und ihren Fokus auf die \u201aElite\u2018 setzen, wenn sie die Strukturen und Praktiken dieser Subkultur analysieren.<a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn8\"><sup>[<\/sup><\/a><sup><a href=\"#f8\">8<\/a><\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn8\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;Dies hat nicht nur mit den Erinnerungs- sondern auch mit den Archivierungspraktiken zu tun: Von Protagonisten an den R\u00e4ndern der Subkultur produzierte Artefakte erhielten zeitgen\u00f6ssisch weniger (oder manchmal auch gar keine) Verbreitung, daher sind sie oftmals nur l\u00fcckenhaft \u00fcberliefert. Es w\u00e4re also auch eine wichtige Aufgabe, von \u201aLamern\u2018 produzierte Quellen gezielt ausfindig zu machen,<a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftn9\"><sup>[9<\/sup><\/a><sup><a href=\"http:\/\/f9\">]<\/a><\/sup>&nbsp;um sich ein ganzheitliches Bild von der Szene zu machen und die eigene Forschungsagenda nicht komplett in den Dienst des szeneinternen Eliten-Kults zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a name=\"f1\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>1]<\/sup>&nbsp;Joseph Weizenbaum und Bernhard Moosbrugger,&nbsp;<em>Kurs auf den Eisberg, oder, Nur das Wunder wird uns retten, sagt der Computerexperte<\/em>&nbsp;(Z\u00fcrich: Pendo, 1984), 58.<\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"f2&quot;\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>2<\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftnref2\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201e\u201aIch beherrsche, was andere nicht k\u00f6nnen.\u2018 SPIEGEL-Interview mit jugendlichen Computer-Fans \u00fcber Spa\u00df und Gesch\u00e4ft\u201c,&nbsp;<em>DER SPIEGEL<\/em>, Nr. 50 (1983): 182\u201383.<\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"f3\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>3<\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftnref3\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;Gerd Paul, \u201eDer Computer in der Alltagswelt von \u201aComputerkids\u2018\u201c, in&nbsp;<em>Sch\u00fclerinteresse am Computer: Ergebnisse aus Forschung und Praxis<\/em>, hg. von Wolfgang Sander (Opladen: Westdeutscher Verlag, 1988), 98.<\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"f4\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>4<\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftnref4\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;Markku Reunanen und Antti Silvast, \u201eDemoscene Platforms: A Case Study on the Adoption of Home Computers\u201c, in&nbsp;<em>History of Nordic Computing 2<\/em>, hg. von John Impagliazzo, Timo J\u00e4rvi, und Petri Paju (Berlin: Springer, 2009), 299, <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.kameli.net\/demoresearch2\/reunanensilvast-hinc2.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kameli.net\/demoresearch2\/reunanensilvast-hinc2.pdf<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"f5\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>5<\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftnref5\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;\u201eAnonym, Bremen\u201c, \u201eLamers Are Welcome?\u201c,&nbsp;<em>Cracknews<\/em>, Nr. 5 (1989): 12.<\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"f6\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>6<\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftnref6\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;Pandora, \u201eThe Interview with the Leader of IFFTIC\u201c,&nbsp;<em>The Gothenburg Trader Chart<\/em>, Nr. 8 (1994), <a href=\"https:\/\/demozoo.org\/productions\/327951\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/demozoo.org\/productions\/327951\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"f7\"><sup>[7<\/sup><\/a><sup>]<\/sup>&nbsp;Venom, \u201eGive the lamers a chance!\u201c,&nbsp;<em>R.A.W<\/em>, Nr. 4 (1992).<\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"f8\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>8<\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftnref8\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;Markku Reunanen, \u201eHow Those Crackers Became Us Demosceners\u201c,&nbsp;<em>WiderScreen<\/em>, Nr. 1\u20132 (2014), <a href=\"http:\/\/widerscreen.fi\/numerot\/2014-1-2\/crackers-became-us-demosceners\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/widerscreen.fi\/numerot\/2014-1-2\/crackers-became-us-demosceners\/<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"f9\"><sup>[<\/sup><\/a><sup>9<\/sup><a href=\"applewebdata:\/\/339A7835-5AA6-4B06-ACC8-064085FFCBAF#_ftnref9\"><sup>]<\/sup><\/a>&nbsp;Hier kann man die Arbeit der laienbetriebenen Szene-Datenbanken&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.demozoo.org\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.demozoo.org<\/a>&nbsp;(plattform\u00fcbergreifend) und&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.csdb.dk\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.csdb.dk<\/a>&nbsp;(C-64) herausstellen, die sich um eine Archivierung von \u201areleases\u2018 unabh\u00e4ngig von ihren technischen und \u00e4sthetischen Qualit\u00e4ten und dem hierarchischen Status ihrer Urheber bem\u00fchen. F\u00fcr das Beispiel eines Korrespondenzarchivs von Personen am \u00e4u\u00dferen Rand der deutschen Cracker- und Demoszene siehe&nbsp;<a href=\"https:\/\/gotpapers.scene.org\/?p=2068\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/gotpapers.scene.org\/?p=2068<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleb J. Albert (Universit\u00e4t Luzern) Dass ein Podcast direkt zu Reflexionen Anlass gibt, ist sehr erfreulich. 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