{"id":1155,"date":"2010-08-08T01:40:45","date_gmt":"2010-08-08T00:40:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=1155"},"modified":"2010-08-08T01:40:45","modified_gmt":"2010-08-08T00:40:45","slug":"magic-circle-rahmung-gefahrliche-racinggames-und-das-postmoderne-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=1155","title":{"rendered":"Magic Circle, Rahmung, &quot;gef\u00e4hrliche&quot; Racinggames und das postmoderne Spiel"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.02.45.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Bildschirmfoto 2010-08-08 um 02.02.45\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.02.45-300x194.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"194\" \/><\/a>J\u00fcrgen Fritz ist ein alter Bekannter in der Gameszene (&#8222;Spiele verstehen&#8220;) &#8211; konkreter der &#8222;Spielszene&#8220; (Er untersucht das Ph\u00e4nomen Spiel vom Volleyball bis hin zu Games). Anl\u00e4sslich von &#8222;<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=1107\" target=\"_blank\">Spiel.Computer.Spiel<\/a>&#8220; in Stuttgart hielt er einen Vortrag zum Thema &#8222;<strong>Spielend Lernen. Das Potential von Computerspielen als Lernmedien<\/strong>&#8222;.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.stadtbuecherei-stuttgart-audio.de\/SCS2010\/fritz.mp3\" target=\"_blank\">Der Vortrag als MP3 \u00a0&gt;<\/a><br \/>\nSpiele bauen beim Spielen einen MagicCircle auf. Dieser MagicCircle umgibt das Spiel und schottet es gegen \u00e4ussere und innere Einfl\u00fcsse ab. Dieser MagicCircle rahmt das Spiel. \u00a0Es gibt eine Drinnen und Draussen, ein Drinnen mit seinen eigenen Regeln und eigenen Grafiken, konkret eine eigene interaktive Fiktion. \u00a0In der Frage, was wir von Spielen lernen, spielt diese Rahmung eine wichtige Rolle. Ist es doch die H\u00fcrde, die der Spieler nehmen muss, wenn man etwas aus dieser fiktionalen Welt in die &#8222;realere&#8220; Welt transportieren m\u00f6chte. Dabei ist diese Rahmung meist st\u00e4rker als man denkt und dies so scheint es &#8211; umso schwieriger, je weiter weg von der Realit\u00e4t ein Spiel &#8222;sich situtiert&#8220;, umso unwahrscheinlicher wird es in den Alltag eingebaut.<!--more--><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.27.12.png\"><br \/>\n<\/a>Wie schwierig ist die \u00dcbertragungsproblematik ist, zeigte sich letzthin beim amerikanischen Milit\u00e4rspiel \u00a0Americans Army, das macht die angehenden Rekruten strategischer. Aber: Sie k\u00f6nnen schlechter T\u00f6ten. Aus diesem Grund wird die Grundausbildung \u00fcberarbeitet (siehe <a href=\"http:\/\/www.golem.de\/showhigh2.php?file=\/1003\/73994.html&amp;wort[]=grundausbildung\" target=\"_blank\">Golem Artikel &#8222;US-Army \u00fcberarbeitet Grundausbildung &#8211; wegen Computerspielen&#8220; &gt;<\/a>).<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.27.121.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1172\" title=\"Bildschirmfoto 2010-08-08 um 02.27.12\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.27.121-300x209.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"209\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Die Rahmung und \u00dcbertragung bei Racing Games<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.00.01.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1164\" title=\"Need for Speed - gef\u00e4hrlich nahe an der Realit\u00e4t\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.00.01-300x211.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"211\" \/><\/a>J\u00fcrgen Fritz zeigte demgegen\u00fcber auf, dass die Rahmung bei Racing Games am Niedrigsten sei: Die Leute spielten vor dem Computer, richteten sich ihre Spielumgebung wie das eigene Auto ein: Manch ein Spieler habe ein Lenkrad, Brems- und Gaspedale und seine eigene Musik f\u00fcrs Spiel. Wenn jemand 10 Minuten sp\u00e4ter im Auto sitze, so k\u00f6nne es durchaus zu \u00dcbertragung von Inhalten kommen.\u00a0Normalerweise jedoch flauten die \u00dcbertragungsleistung rasch ab oder bauten sich erst gar nicht auf. Es stellt sich an J\u00fcrgen Fritz anschliessend die Frage: &#8222;Wie will man etwa Tetris in die Realit\u00e4t \u00fcbertragen? Was lernt man konkret?&#8220; Hier muss sicherlich gefragt werden, \u00a0wie \u00dcbertragung funktioniert. Es l\u00e4sst sich vermuten, dass Inhalte zuerst abstrahiert werden m\u00fcssen auf eine Art Metaebene. Anschliessend muss es aus dieser Metaebene wieder in den jeweiligen Kontext gesetzt werden. Es findet eine eigentliche Transposition statt. Wieviele Leute eine solche Transposition wirklich geistig &#8222;prozessieren&#8220; k\u00f6nnen, bleibt dabei fraglich. Auch gibt es keine eigentliche Kultur von &#8222;Metalernen&#8220; (ein seltsamer Begriff, der zunehmend verwendet wird) oder Transpositionen. Es ist eher das Gegenteil in unserer Gesellschaft gew\u00fcnscht: Systeme schotten sich ab, \u00dcbertragungen \u00fcber &#8222;Systemgrenzen&#8220; hinweg sind eher unerw\u00fcnscht und werden unterbunden. Niemand will wissen, was zu Hause los ist.<br \/>\n<strong>Jeder Spieler nimmt, was er m\u00f6chte<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.02.45.png\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.51.12.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1179\" title=\"Puzzle oder Action?\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-08-08-um-02.51.12-300x165.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"165\" \/><\/a>J\u00fcrgen Fritz zeigte anschliessend auf, dass\u00a0jeder Spieler aus den Spielen, das nehme, was ihn interessiere. \u00a0Und dies passiere sowohl auf der Ebene der Spielauswahl (welches Genre), wie auch auf der Ebene des Spiels selbst (wie rezipiert man ein Spiel, was macht man im Spiel). Man\u00a0spiele am liebsten die Spiele, die pers\u00f6nliches Interesse verst\u00e4rke und in denen man gut sei. \u00a0Dies ist interessant, gerade weil Gamedesigner sich meist als die Designer von allem und jedem sehen. Sie gestalten den MagicCircle soweit es geht: Von der Grafik, Sound bis hin zur Spielmechanik ist alles designed und ist dadurch sinnhaft. Dabei bleibt meist nicht viel &#8222;Imagination&#8220; (wie bei B\u00fcchern, wo die eigene Imagination eingebaut wird) \u00fcbrig. In diesem Sinn ist es wirklich spannend, genauer hinzusehen, warum Spieler Spiele spielen, was sie mitnehmen und was sie aus dem Spiel machen. Wird in den Spielen wirklich nur gepuzzled, wenn es ein Puzzlespiel ist und spielen Spieler einen Shooter wirklich wegen des Zielens und Treffens oder ist es gar f\u00fcr Manche ein Puzzle Spiel? Oder ein Malspiel? Was ist die Motivation oder eher was sind die m\u00f6glichen Motivationen in diesem oder jenem Spiel?<br \/>\nDie Postmoderne Frage um das artifiziellste und neuste Art von Spiel &#8211; den Games &#8211; ist auf jeden Fall er\u00f6ffnet: Inwieweit macht der Spieler aus dem Spiel, was er will? In wie weit ist eben genau dies nicht planbar? \u00a0In wie weit ist jedes Spiel eine Art Werkzeug, dass in den H\u00e4nden der Spieler angeeignet wird? Oder letztlich die philosophische Frage: Wie l\u00e4sst sich ein Spiel missbrauchen, anders verwenden?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcrgen Fritz ist ein alter Bekannter in der Gameszene (&#8222;Spiele verstehen&#8220;) &#8211; konkreter der &#8222;Spielszene&#8220; (Er untersucht das Ph\u00e4nomen Spiel vom Volleyball bis hin zu Games). Anl\u00e4sslich von &#8222;Spiel.Computer.Spiel&#8220; in Stuttgart hielt er einen Vortrag zum Thema &#8222;Spielend Lernen. 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