{"id":11947,"date":"2025-08-14T12:51:20","date_gmt":"2025-08-14T12:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=11947"},"modified":"2025-08-14T13:25:51","modified_gmt":"2025-08-14T13:25:51","slug":"signer-einer-der-ganz-grossen-analogen-schweizer-art-gamedesigner-im-kunsthaus-eine-vereinnahmung-kurzessay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=11947","title":{"rendered":"Signer, einer der ganz grossen (analogen) Schweizer (Art-)Gamedesigner im Kunsthaus &#8211; Eine Vereinnahmung [Kurzessay]"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"632\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.50.49-1024x632.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11967\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.50.49-1024x632.png 1024w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.50.49-300x185.png 300w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.50.49-768x474.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.50.49-1536x948.png 1536w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.50.49-2048x1264.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.kunsthaus.ch\/besuch-planen\/ausstellungen\/roman-signer\/\">https:\/\/www.kunsthaus.ch\/besuch-planen\/ausstellungen\/roman-signer\/<\/a><br>(Noch zu sehen bis zum 17. August)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Kunsthaus ist wieder einmal knapp &#8222;davon gekommen&#8220; mit ihrer Ausstellung zu den Arbeiten von Roman Signer. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was man alles falsch machen kann oder das Kunsthaus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es nochmals gut kam, das liegt nicht am Preis von 36 Franken (-5 F\u00fcr Cooling Days (?) &#8211; Kunst k\u00fchlt!) f\u00fcr einen Erwachsenen.  <em>Das ist schlicht und ergreifend nicht hinnehmbar f\u00fcr eine staatlich hochsubventionierte Institution. Es ist ein politisches Statement am Ende des Tages: Wir sind f\u00fcr die Upperclass da. Es bringt einen K\u00fcnstler nicht auch den Gruppen nahe, die auch etwas von der Verschmitzheit der Arbeiten haben. Hier will man anscheinend Z\u00fcrichberg oder Zureich. Zug\u00e4nglichkeit f\u00fcrs Volk ist der Preis auf jeden Fall nicht. <\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Es liegt nicht an einer Ausstellung, die den Mann der auch lauten Kinetischen Skulpturen in einem grossen Raum zeigt ohne Soundscapes. <em>Sie beraubt die Kunst einer wichtigen Dimension. Krachlos stumm geschaltet. Das muss man erst mal bringen. Vielleicht darum der Titel der Ausstellung: Landschaft. Aber selbst Landschaft macht krach. Aber bitte nicht erschrecken &#8211; nicht im Kunsthaus. Und Signer lebt vom Erschrecken, vom Schrecken an und f\u00fcr sich. Das Bild etwa, das gemalt wird durch die Explosion. Hat sich jemand je mehr lustig gemacht \u00fcber die Ernsthaftigkeit der Malerei und den Zufall? Wobei L\u00e4rm auch kein Problem w\u00e4re beim Durchschnittsalter des Publikums (mich inklusive). <\/em><br><br>Und es liegt auch nicht an dieser seltsamen Art von Ausstellungsdesign, <em>das am Eingang Zeitungen verteilt liegend auf einem Palette (ist man industriell?) und so tut, als sei man aktuell. Man muss dann folgerichtig in der Simulation vom Gestern, sich dann durch die Zeitung lesen in der Ausstellung, quasi der stille Zeitungsraumlesessal oder man scannt einen QR-Code.  <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, das Kunsthaus kommt nur knapp davon, weil die Kunst von Signer nicht totzukriegen ist. Selbst in diesem <em>absolut toxisch genutzten Kunstraum<\/em>s schaffen es die Bilder und ausgestellten Arbeiten (ohne Ton) interessant, lustig und gef\u00e4hrlich zu bleiben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei w\u00e4re ein bisschen Explosion als Donner aus dem Nahen Osten oder der Ukraine durchaus wichtig in unseren Tagen. Stille. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Signers Subversion<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines sind Signers Arbeiten: Sie sind massiv subversiv hinter der Fassade des teilweise Komischen. Signer schafft Gamemechaniken f\u00fcr ihn als K\u00fcnstler und f\u00fcr die Zuschauer. Die Kunst vermag die Spielmechaniken des analog Realen zu demontieren &#8211; sowohl sozial wie auch physisch. Dabei schneidet er in klassischen Comic-Stil Objekt frei aus ihrem sozialen\/anlogen Zusammenhang und setzt sie neu in eine Welt &#8211; bewegt sie wieder. De- und Reterritorialisierung pur. Oder er entwickelt gar neue analoge Gegebenheiten.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gezogene Kerze als Malinstrument durch einen Tunnel ist es zum Thema Zeichnen dieses Mal. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"849\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.51.56-849x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11971\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.51.56-849x1024.png 849w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.51.56-249x300.png 249w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.51.56-768x926.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.51.56.png 1206w\" sizes=\"auto, (max-width: 849px) 100vw, 849px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das Resultat des analogen chemisch-pyhsikalischen Experiments<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"806\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.52.05-806x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11972\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.52.05-806x1024.png 806w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.52.05-236x300.png 236w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.52.05-768x975.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.52.05-1210x1536.png 1210w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-14.52.05.png 1230w\" sizes=\"auto, (max-width: 806px) 100vw, 806px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Diese Konstrukte machen es f\u00fcr den K\u00fcnstler als Spieler (und leider oft nur nur in der Imagination des Betrachters) zu einem Erlebnis. Kunst ist hier Alltag und die M\u00f6glichkeit mit dem Alltag zu spielen. Fast alles ist eigentlich selbst herstellbar und dennoch brutal Kunst ironisierend. Vieles sagt: Schaut her ihr Banausen. Man muss im Kunsthaus sagen: Schaut her ihr Banausen, die ihr 36 Franken bezahlt und schaut her ihr Banausen der Kuration und Direktion &#8211; eure Welt k\u00f6nnte Kunst sein, aber ihr geht hierhin und bezahlt 36 Franken &#8211; ungef\u00e4hrlich ausgestellt. Aber soviel Einsicht vertr\u00e4gt Zureich bis heute nicht. Die Ausstellung deeskaliert gut schweizerisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Gamedesigner schafft Signer Szenen\/Stages, die Challenges\/Mechaniken sind f\u00fcr den K\u00fcnstler. Und die es auch f\u00fcr den Zuschauer werden, wenn teilweise auch nur in der Imagination als \u00dcbrigbleibsel dieser Spiele. Dabei geht es immer um die analoge Welt und ihre Regeln. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Subversion von Signers Arbeiten in der Ausstellung f\u00e4ngt mit einem Koffer an der Wand (kein Bild) an, eingespannt in elastische Velopackgurten hoch aufgeh\u00e4ngt. Jedes Wegnehmen f\u00fchrt vermutlich zu einer Katastrophe. Analoge Regeln inszeniert. Hier m\u00fcsste sich eigentlich das Kunsthaus vermittelnd fragen, ob nicht wenigstens das eine oder andere interaktiv gemacht werden sollte als &#8218;Ausstellungsspiel&#8216;. Gibt es Raketchen zu kaufen? Aber ja dann erinnert man sich nat\u00fcrlich: Das ist das Kunsthaus, das ist ein ReadOnly-Museum &#8211; interaktive Kunst, das findet auch anderswo nicht statt, darum machen sie es auch nicht. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">CocaCola, Kriegsflaggen und der Helikopter<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Richtig los geht es aber mit einer Videoarbeit. Es k\u00f6nnte direkt aus der Videospielbranche sein. Die Werbung von CocaCola (man erinnert sich auch an die b\u00f6sen satirschen Zeichnungen von Giger zum Thema CocaCola). Die Flasche in bester Sieger-Ikonografie. Dahinter eine Art Kriegsflagge (das sind die Schweizer Flaggen Rot-Weiss, Rot-Schwarz. Es geht um Flammen oder Rauch, das gewellt nach aussen str\u00f6mt. Sie h\u00e4ngen noch heute in Bern. Dabei waren es die Flaggen der Kantone im Krieg. wie man sie noch heute.  Nun werden es in diesem Fernseher die Rauchschwaden (vgl. auch die japansiche Kriegsflagge) generiert von einem Helikopter &#8211; oder h\u00e4rter: Von einem m\u00f6glichen Kriegsger\u00e4t. In diesem Sinn fliegt hier CocaCola in die Schlacht und sei es auch nur in die Marktschlacht. Ja das ist eine Lesart, aber eine Interessante und auch Signers Arbeiten leben von Ambiguit\u00e4t und damit den M\u00f6glichkeiten sich selbst zu adaptieren in der Semiose. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"1080\" style=\"aspect-ratio: 1920 \/ 1080;\" width=\"1920\" controls src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_1776.mov\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die n\u00e4chste Arbeiten kann man aus dem Gameuniversum sich aneignen oder als Gamekunst gelesen werden: Die &#8222;Feuerwerksskulptur&#8220;. Leider ohne Film. Wie im Game ist mit Feuerwerk alles f\u00fcr einen Moment da und dann weg. Games funktionieren nat\u00fcrlich genau so, sie sind inszenierte Feuerwerke allerdings ohne stinkenden Rauch.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-09.56.24.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11958\" width=\"661\" height=\"490\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-09.56.24.png 532w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-14-um-09.56.24-300x222.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Signer hat eine ganze Reihe von Arbeiten zu Pistolen gemacht. Waffen sind nat\u00fcrlich nicht nur gef\u00e4hrlich, sondern eine der &#8218;wahnsinnigsten&#8216; menschlichen Extension. Aktion und Reaktion sind fast vollst\u00e4ndig entkoppelt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unvergesslich in Sachen Spielmechanik sind dabei seine &#8222;GameInstallation&#8220;. Etwa mit der Kombination von &#8222;Ein Ziel treffen wollen&#8220; und auf einem &#8222;Abnehmger\u00e4t&#8220; zu stehen. Mehr dazu hier: <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=367\">https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=367<\/a>. <br><br>In der Ausstellung dagegen steht Folgendes &#8211; siehe Bild: Eine Revolver der in ein Rohr schiesst. Es erinnert technisch an alle die Waffen, die konstruiert wurden, um um die Ecke zu schiessen (H\u00e4userkampf), damit auch noch die letzte direkte gef\u00e4hrliche Interaktion zwischen Sch\u00fctzen und Ziel gekappt werden kann. Klar ist hier, wer hier schiesst, der erschiesst sich selbst. Leider bleibt die Arbeit v\u00f6llig virtuell. Keine Anweisung man solle es versuche oder so. Gerade hier w\u00e4re ein Zusatz n\u00f6tig gewesen: Etwa ein zuf\u00e4lliger Knall, der diese Werk zus\u00e4tzlich inszeniert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"760\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.05.09-1024x760.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11952\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.05.09-1024x760.png 1024w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.05.09-300x223.png 300w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.05.09-768x570.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.05.09-1536x1140.png 1536w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.05.09-2048x1520.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass seine Arbeit als analoger Gamedesigner f\u00fcr sich als K\u00fcnstler (oder Kunstgambler) nicht ganz ungef\u00e4hrlich ist, sieht man an dieser Mensch-Stuhl-Feuerwerk-Kinetischen Skulptur. Er tr\u00e4gt wie in einigen Arbeiten eine Schutzbrille. Auch hier macht die Konstruiertheit der Scene auch einen Teil des Reizes aus: Mann mit Halbschuhen und einer &#8222;Arbeitsjacke&#8220; an einem Bach mit drehbaren B\u00fcrostuhl und zwei Raketen, bewegt im Kreis im Wald. Das thematisiert nat\u00fcrlich auch die K\u00fcnstlichkeit von Kunst  &#8211; ihre Setzung, ihren eigenen Rahmen. Dar\u00fcber hinaus ironisiert es Kunst nat\u00fcrlich wiederum: Seht her, was f\u00fcr einen Rauch wir machen und am Ende bleibt das Bild, der Rest ist verbrannt. Es ist Rauch. In diesem Sinn w\u00e4re eine verrauchte H\u00f6hle im Kunsthaus nat\u00fcrlich interessanter. Dabei hat es Signer und seine Frau sehr gut verstanden, seine Kunst dadurch auch verkaufbar zu machen &#8211; neben den Installationen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1012\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.03.18-1024x1012.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-11953\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.03.18-1024x1012.png 1024w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.03.18-300x297.png 300w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.03.18-768x759.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bildschirmfoto-2025-08-13-um-18.03.18.png 1216w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was passiert mit Alltagsgegenst\u00e4nden, wenn man sie kinetisiert? Also Dinge, die nicht schon einmal &#8218;kinetisch&#8216; waren. Die Arbeit mit dem Tannenbaum erinnert nat\u00fcrlich an die anderen kinetischen K\u00fcnstler* aber auch an die GameArt-Arbeit, wo Signer der Avatar in einer Box sitzt und versucht zu lesen, w\u00e4hrend ein Heugebl\u00e4se Heu hineinbl\u00e4st. Auch hier dreht sich die Arbeit um etwas Allt\u00e4gliches den Weihnachtsbaum mit seinen Kugeln. Diesen &#8222;Ruhepool&#8220; des christlichen Abendlandes und der Mittelpunkt seiner Totalkommerzialisierung setzt er nun in Drehung. Dabei halten es die Kugeln nicht lange an diesem Symbol des Kaptialismus aus (CocaCola l\u00e4sst gr\u00fcssen)  und fliegen davon, zerbersten. Man stellt sich nat\u00fcrlich sofort eine solchen Horror-Baum vor zu Hause. Und ja leider ist auch hier der Baum eingesperrt. Also alles im &#8222;Rahmen&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"1080\" style=\"aspect-ratio: 1920 \/ 1080;\" width=\"1920\" controls src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_1787.mov\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im hintersten Teil, v\u00f6llig abgetrennnt. <em>Warum eigentlich?<\/em> Gibt es dann die normalen bewegten Bilder in einer interessanten Kombination mit einer &#8222;stillen&#8220; Beschreibung. Aber auch hier: Warum? <br><br>Will man Landschaft in die Welt bringen? Weil man gerade den ganzen Platz verbaut hat mit einem &#8218;grausigen&#8216; Prachtbau f\u00fcr Kunstsammlungen mit Namen? Will man darum die stille Landschaft.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man kann zur gleichen Zeit in Basel eine kleine Ausstellung zu den <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lucius_Burckhardt\" target=\"_blank\">Burkhardts<\/a>  (Lucio und Annemarie) aus der Basler Upperclass sehen, hier geht es auch um Landschaft. Auch um die Frage, was ist Landschaft, was macht sie aus &#8211; auch die Stadtlandschaft. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-ub-basel-blog wp-block-embed-ub-basel-blog\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"6pQjTt91vH\"><a href=\"https:\/\/blog.ub.unibas.ch\/2025\/01\/27\/sehend-denken-eine-ausstellung-zu-100-jahre-lucius-und-annemarie-burckhardt\/\">\u00absehend denken\u00bb \u2013 Eine Ausstellung zu 100 Jahren Lucius und Annemarie Burckhardt<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201e\u00absehend denken\u00bb \u2013 Eine Ausstellung zu 100 Jahren Lucius und Annemarie Burckhardt\u201c \u2013 UB Basel Blog\" src=\"https:\/\/blog.ub.unibas.ch\/2025\/01\/27\/sehend-denken-eine-ausstellung-zu-100-jahre-lucius-und-annemarie-burckhardt\/embed\/#?secret=nuHwABXjPT#?secret=6pQjTt91vH\" data-secret=\"6pQjTt91vH\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Machern der Ausstellung im Kunsthaus w\u00e4re wohl nahezulegen ein bisschen dort schnuppern zu gehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Signers letzte Arbeit in der Ausstellung, ist auch wiederum analoge GameArt. Er rennt vor einer Rakete davon, die er selbst angez\u00fcndet hat. Dabei folgt er der Schnur an der die Rakete gef\u00fchrt wird. Und der vermutliche Clou &#8211; irgenwann brennt die Schnur durch und nun ist es eben kein so lustiges Spiel mehr und der rote Helm wichtig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"1080\" style=\"aspect-ratio: 1920 \/ 1080;\" width=\"1920\" controls src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/IMG_1793.mov\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem gewissen Sinn sollte das Kunsthaus auch endlich anfangen so zu funktionieren, statt nur der Rakete immer hinterher zu schlendern. Sie w\u00e4re f\u00fcr Kunst da, aber ist halt leider nicht mehr als der Ber\u00e4ucherungstempel f\u00fcr die Z\u00fcrcher Upperclass. Alles eingesperrt. Alles ungef\u00e4hrlich. Kunstverst\u00e4ndnis aus dem letzten Jahrhundert in den Museen. Daf\u00fcr ging es ja anders zur Sache. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>https:\/\/www.kunsthaus.ch\/besuch-planen\/ausstellungen\/roman-signer\/(Noch zu sehen bis zum 17. August) Das Kunsthaus ist wieder einmal knapp &#8222;davon gekommen&#8220; mit ihrer Ausstellung zu den Arbeiten von Roman Signer. 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