{"id":12598,"date":"2026-02-09T09:14:17","date_gmt":"2026-02-09T09:14:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=12598"},"modified":"2026-03-27T15:37:50","modified_gmt":"2026-03-27T15:37:50","slug":"imp89-digitalisiert-durch-den-homecomputer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=12598","title":{"rendered":"IMP89 \u2013 digitalisiert durch den Homecomputer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Beat Suter<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Vignette erz\u00e4hlt die Geschichte von <em>imp89<\/em>, der Ende der 1980er Jahre mit einem Atari ST auf einem Bauernhof in der Ostschweiz begann, Spiele, Demos und digitale Experimente zu entwickeln. Zwischen abgetippten Listings aus Computermagazinen, selbstgebauten Prototypen und fr\u00fchen Demoszene-Arbeiten zeigt der Text, wie Lernen, Spielen und Programmieren ineinandergriffen. Anhand erhaltener Fragmente und verlorener Projekte wird sichtbar, wie kreativ, improvisiert und zugleich verg\u00e4nglich fr\u00fche Formen der Spielentwicklung im Homecomputer-Zeitalter waren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>>>Teil 1: IMP89 \u2013 digitalisiert durch den Homecomputer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=12699\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=12699\">Teil 2: Vom Heimcomputer zum Mac \u2013 imp89s \u2019next level\u2018<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=12828\">Teil 3: Imp89s Vorstoss in die Welt der Webgames<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wer ist imp89?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Imp89<\/em> ist ein Tausendsassa, der seit mindestens 1989 alle m\u00f6glichen digitalen Experimente und Spiele macht. Er erinnert sich, dass er, gerade 15, zusammen mit seinem 14-j\u00e4hrigen Bruder und seiner 13-j\u00e4hrigen Schwester einen Atari 520ST besass. Die Geschwister lebten auf einem Bauernhof in der Ostschweizer Region Bodensee. Gekauft hatten sie 1987\/88 den Atari aus erspartem Geld beim Musenalp-Express, einer Zeitschrift, die damals Gedichte und Texte von Jugendlichen ver\u00f6ffentlichte und gleichzeitig per Versandhandel die wichtigsten kommerziellen und popkulturellen Produkte wie Schallplatten, Audio-Kassetten, Elektronik und Computer vertrieb. Der Musenalp-Express war in der Schweiz weit verbreitet und k\u00f6nnte als eine Social Media App der 1980er aus Papier bezeichnet werden. <em>Imp89<\/em> hatte zwei Jahre zuvor in einem Computercamp in Romanshorn den Mac kennen gelernt und wollte auf jeden Fall einen Computer mit einer grafischen Benutzeroberfl\u00e4che. Der Atari ST war g\u00fcnstig, hatte bestes Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis und war vor allem modern: Grafik, GUI, Maus und schnell. Doch als Erstes musste das Single-Disk-Laufwerk (360 kb) mit einem Double-Disk-Laufwerk (720 kb) nachger\u00fcstet werden. Dieses besorgten sich die drei Geschwister in Konstanz. Der Haupttreffpunkt mit Gleichgesinnten war sp\u00e4ter aber der Computerladen \u201eRietman\u201c in der Frauenfelder Innenstadt, wo <em>imp89<\/em> nach der Schule hinging und Dinge \u2013 insbesondere Spiele \u2013 ausprobierte, die er sich nicht leisten konnte. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Software und Games wurden zu jener Zeit auch in Computermagazinen als ausgedruckter Code ver\u00f6ffentlicht. Solche Listings waren damals die billigste Software, also tippten die Geschwister am Anfang auch viele dieser Listings ab, denn das Geld war f\u00fcr den Computer draufgegangen, Software konnten sie sich nicht mehr dazu kaufen. Und die Heftchen wie das <em>Happy Computer,<\/em> dann das <em>68000er<\/em> und sp\u00e4ter das spezialisierte <em>ST Magazin<\/em>) waren f\u00fcr sie etwas zum Tr\u00e4umen und Entdecken, was es alles so gab damals. Dort fanden wir \u201calles, was wir uns nicht leisten konnten. Wir konnten herausfinden, was es Neues gab, wie man so einen Atari ST verwendete, oder gar wie man einen Mac f\u00fcr seine Comic-Produktion benutzen konnte.\u201c (imp89 2023) Die Listings von Software waren wichtig f\u00fcr imp89 und seine Geschwister. Gleichzeitig vermochten sie vereinzelt auch Spiele zu kaufen; die ersten waren <em>Jupiter Probe<\/em> (1987), <em>Road Runner<\/em> (1985) und <em>Star Trek: The Rebel Universe<\/em> (1987).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das eigene Listingspiel<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und so entwickelten sie auch ein Basic-Spiel. Leider war der erworbene Atari ST nicht von Haus aus eine Spielmaschine (wie der Amiga). Dazu fehlte vieles von Sprites \u00fcber Scrolling-M\u00f6glichkeiten bis hin zu gutem Sound. Das Wissen der drei Teenager war am Anfang begrenzt. Und der Atari kam lediglich mit einem Standard-Basic-Programm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Imp89<\/em> erinnert sich: \u201cUnser [erstes] Spiel war recht einfach. Es war ein Zwei-Spieler-Spiel, ein \u201eKampfspiel\u201c, bei dem die zwei Protagonisten durch einen Graben getrennt waren. Man konnte den anderen Spieler beschiessen. Die Gegner hatten drei m\u00f6gliche Positionen in der H\u00f6he \u2013 vielleicht war es auch stufenlos. So hat man sich gegenseitig beschossen. Die Grafik war aus 2d-Primitiven zusammengebaut \u2013 vor allem aus Kreisen \u2013 und stellte Gesichter von Monstern dar. Wenn man sieht, was man heute auf den Fantasy-Konsolen alles mit Primitiven macht, muss man schmunzeln.\u201d (Bauer 2023)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider sind keine Bilder, Screenshots oder gar Code dieses Spiels aus dem Jahre 1989 mehr vorhanden. Das Spiel wurde als Listing an eines der Computer Magazine geschickt, erhielt aber keinen Preis und damit keinen Abdruck des Codes und ist seither verschollen. Imp89 kann sich nicht einmal mehr an den Titel des Spiels erinnern. Doch f\u00fcr dieses Projekt hatten die zwei Br\u00fcder \u2013 die Schwester ging nun ins Lehrerseminar ausw\u00e4rts \u2013 auch einen Autoren- oder Gruppennamen kreiert. Sie nannten sich Impressionen89. Die Zahl 89 stand f\u00fcr das Jahr, in dem das Spiel als Listing eingeschickt wurde. Sp\u00e4ter wurde der Name dann auf Imp89 gek\u00fcrzt. Das passte, denn ein Imp meint ein kleines, schelmisches Fabelwesen, \u00e4hnlich einem kleinen D\u00e4mon oder einer Fee.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Drucken mit der Schreibmaschine<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Source-Code f\u00fcr die Listing-Eingabe wurde \u00fcber eine elektrische Schreibmaschine geschrieben. Diese konnte \u00fcber ein RS232-Kabel an den Atari ST angeschlossen werden. Imp89 sagt: \u201cDiese Schreibmaschine benutzte mein Vater f\u00fcr das Protokoll der Elektra, einer Organisation, die das Elektrische der Gemeinde betreute, und sp\u00e4ter meine Mutter f\u00fcr das Protokoll der Schulgemeinde.\u201d(ibid.) Die Schreibmaschine besass bereits einen Speicher, so dass man zuerst tippen, kontrollieren und erst dann drucken konnte. Es war ebenfalls schon m\u00f6glich, Buchstaben zu l\u00f6schen. Das Drucken per Schreibmaschine nutzten die drei Geschwister danach auch f\u00fcr weitere Dinge.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"424\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/01_imp89.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12599\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/01_imp89.png 1024w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/01_imp89-300x124.png 300w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/01_imp89-768x318.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 1: Die drei Geschwister beim Tippen (ca. 1989). Quelle: Bauer<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Entwickeln mit dem Atari STE<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00c4lteste der drei Geschwister nutzte fortan den gek\u00fcrzten Namen <em>imp89<\/em> weiter und verwendete ihn f\u00fcr alle Dinge, die er entwickelte. Nach dem Listing Game arbeitete er in erster Linie mit GFA-Basic (einem modernen zeilenlosen Basic) und experimentierte an einem Umbau des Joysticks zu einer \u00dcberwachung des Zimmers mit Fenstern und T\u00fcren. Nachdem <em>imp89<\/em> als Weihnachtsgeschenk Borland Turbo C von seinen Eltern erhalten hatte, entwickelte er eine Zeit lang in C, um danach auf Assembler umzusteigen. Damals sei es schwierig gewesen, \u00fcberhaupt Anleitungen zu finden. Gerade zur Spielprogrammierung h\u00e4tte es praktisch nichts gegeben. Trotzdem vermochte <em>imp89<\/em> einige Prototypen zu entwickeln, was er auch dem Umstand zuschreibt, dass mit dem ATARI STE 1991 eine \u00fcberarbeitete Version des Homecomputers herauskam, der nun Digitalsound und Scrolling integriert hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser kam allerdings viel zu sp\u00e4t auf den Markt, wenn man verglich mit dem direkten Konkurrenten f\u00fcr Spiele, dem Amiga 500 sowie den aufkommenden PCs mit ihren 3D-Grafikkarten. Von <em>imp89s<\/em> damaligen Prototypen und Entwicklungen hat nur eine einzige Demo \u00fcberlebt, die er f\u00fcr ein Bulletin Board System f\u00fcr Atari ST <em>\u201eHang Loose\u201c<\/em> in Assembler programmiert hatte. Und das ist einzig dem Betreiber der Box zu verdanken, der diese Demo in die Archive der Demoscene eingespiesen hatte. Die Demo machte Werbung f\u00fcr die BBS <em>Hang Loose<\/em>. Deshalb ging es in der Demo auch darum, wer sie f\u00fchrte, welche Zug\u00e4nge sie hatte (Modem), wann sie offen war und welche Software und Infos darauf zu finden waren. Die Demo ist ein gutes Zeitdokument, das sehr sch\u00f6n zeigt, wie 1993 Demos strukturiert und entwickelt wurden (vgl. Bauer 2025a).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter sind bei der Recherche der <em>CH-Ludens<\/em> Gruppe im GameLab der ZHdK einige Experimente von imp89 auf alten Atari ST Disketten gefunden worden, welche die ersten Fortschritte seiner Entwicklungen gut aufzuzeigen verm\u00f6gen, so ein Assembler-Spiel, in dem man mit seinem Joystick einen Kessel auff\u00fcllen konnte (leider gibt es davon nichts mehr als eine Erinnerung .-( ), eine Step-Scroll-Demo, eine Demo mit Titel, die stufenlos scrollte \u2013 die Buchstaben werden durch Bitpanels geshiftet \u2013, und eine Demo, in der sich das imp89 Logo langsam aufl\u00f6ste. Dazu fand sich eine scrollende Landschaft aus Wireframe-Grafiken, deren Floating Points selbst berechnet werden mussten (vgl. Bauer 2025b).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Spieleprototypen f\u00fcr den Atari ST<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es existieren ein Galaga-Prototyp, der kein Scrolling ben\u00f6tigte, sowie ein Spiel, in dem man aus einem Labyrinth herausfinden musste. Dann gibt es ein Ballspiel, das <em>imp89<\/em> mit <em>TECTO<\/em> betitelte. Hier ist der Titelscreen auch gleich der Menu Screen sowie der erste Level. Das Spiel ist ein One-Screen-Action-Puzzler, bei dem es darum geht, Totensch\u00e4del (\u201cSkulls\u201d) einzusammeln und anschliessend zum Ausgang (Out) zu bringen, der einen ins n\u00e4chste Level f\u00fchrt. Dabei muss der Ball jeweils beschleunigt und abgebremst werden. Das Spiel besteht aus 5 Leveln und orientiert sich an Spielen wie <em>Rock\u2019n Roll<\/em> (1989) von Rainbow Arts und <em>Spindizzy<\/em> (1986), einem isometrischen Videogame des britischen Entwicklers Electric Dreams Software. Die Grafiken von <em>TECTO<\/em> stammen von <em>imp89<\/em> selbst, erstellt wurden sie mit dem Grafikprogramm Neochrome. Das Spiel war lediglich 10 kb gross und enthielt wie eine Demo Gr\u00fcsse an Kollegen sowie eine Meta-Botschaft mit \u201cLife is a stage\u201d. Ein Bug verhindert, dass man ins 5. Level vorst\u00f6sst.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"579\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/02_imp89-1024x579.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12600\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/02_imp89-1024x579.png 1024w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/02_imp89-300x170.png 300w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/02_imp89-768x435.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/02_imp89.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abb. 2: <em>TECTO<\/em> (1989) ist ein Action-Puzzler von <em>imp89<\/em>, der auf Atari ST entstand. Quelle: Bauer<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Atari ST erstellte <em>imp89<\/em> noch eine Demo mit einem eigenen 3D-Editor, die aber auch nie ver\u00f6ffentlicht werden konnte. Der Editor diente dazu, B\u00e4lle zu setzen, zu verschieben und zu animieren. Es gab dann auch komplexere Aminationen daraus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Vorw\u00e4rts mit dem Atari STE<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber dann kauften sich die Geschwister einen Atari STE und machten in ihrer Entwicklung einen grossen Schritt vorw\u00e4rts, denn dieser hatte nun Farben, Scrolling, Blitter und Digital Sound. So konnten Scrolling-Effekte nun von der Hardware ausgef\u00fchrt werden und mussten nicht mehr programmiert werden. Ein Shoot\u2019em-up von <em>imp89<\/em> ohne Titel (1991), aber mit einer Palme auf dem Menu Screen und einem Buch im Spielfeld zeigt das sch\u00f6n. Trotzdem mussten die Welten weiterhin per Grid erstellt werden, so dass ihr Design viel Zeit ben\u00f6tigte. Wie f\u00fcr einen Editor wurden unterschiedliche Tiles mit Farbe und Struktur erstellt, mit denen dann setzkastenartig variable Welten gebaut werden konnten. Allerdings hatte dieses Spiel eine falsche Konstruktionsweise, so dass die Kollision von Avatar und Enemies nicht funktionierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da lief der <em>Racer (<\/em>1991) als n\u00e4chster Prototyp besser. Das war eine Kreuzung eines Top-Down-Jump-and-Runs mit einer Demo als Men\u00fc. Mit einem Ball muss man m\u00f6glichst schnell den Pfeilen folgen. In einem technischen Setting muss man Dioden einsammeln. Das funktioniert gut, weil auch das Scrolling ohne Weiteres funktioniert. Und schliesslich ist da noch <em>Sokoban<\/em> (1991) f\u00fcr Atari STE. Das Game besteht aus einem Titelscreen, einem Level und digitaler Musik. <em>Imp89<\/em> erinnert sich nicht, ob da mehr als ein einziges Level war. Auf der alten Diskette jedenfalls ist nur ein Level vorhanden. \u201cEs ist viel zu schnell. Man \u201cwuscht\u201d einfach mit dem Avatar durch. Das Spiel ist aber prinzipiell spielbar\u201d (Bauer 2025b). Es funktionierte wie das originale japanische <em>Sokoban<\/em> (1982), in dem man Bl\u00f6cke verschieben muss, um R\u00e4tsel zu l\u00f6sen. Doch die zu besetzenden Felder werden visuell \u00fcberschrieben, so dass man vermuten muss, dass die Mechanik zum Erkennen der Felder und damit zum L\u00f6sen der Levels noch nicht vorhanden war. Dennoch zeigt das Spiel eine gewisse Komplexit\u00e4t sowie, wieviel allein auch der digitale Sound ausmachen kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"765\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/03_imp89-1024x765.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-12601\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/03_imp89-1024x765.png 1024w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/03_imp89-300x224.png 300w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/03_imp89-768x574.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/03_imp89.png 1472w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abbildung 3: <em>Sokoban <\/em>(1991) von <em>imp89<\/em> entstand auf Atari STE, heute ist nur noch ein Level vorhanden. Quelle: Bauer<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Absprung zum Mac<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bevor <em>imp89<\/em> \u00fcberhaupt ein erstes vollst\u00e4ndiges Spiel erstellen konnte, k\u00fcndigte sich das Ende der Zeit der Homecomputer bereits an. 1991 hatte er an der ETH in Z\u00fcrich Steve Jobs zugeh\u00f6rt, der eine NExT pr\u00e4sentiert hatte, einen teuren, aber revolution\u00e4ren Computer. Bei einem Kollegen und w\u00e4hrend LAN-Partys konnte er dann ab und zu auf einer NExT herumspielen. Diese faszinierende Entwicklung \u00fcberschrieb die ganze Homecomputer-Szene, weil nun alles einfach in einer Hochsprache programmierbar war (vgl. Bauer 2025c). Das war denn auch der Anlass f\u00fcr die Geschwister, einen Mac zu kaufen. Denn sie sch\u00e4tzten den Mac als viel innovativer ein als die ebenfalls zur Wahl stehende PC-Plattform. <em>Imp89<\/em> konnte in der Folge mit C\/C++ weiterarbeiten und entwickelte mehrere vollst\u00e4ndige Spiele f\u00fcr den Mac, die als Shareware erh\u00e4ltlich waren. (vgl. Bauer 2025b)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Referenzen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bauer, Ren\u00e9 (2023) Erfahrungsbericht 1989: Listingspiel entwickeln und ver\u00f6ffentlichen. In: ResearchBlog Swissdigitization, November 29, 2023, <a href=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=1089\">https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=1089<\/a>, (23.01.2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bauer, Ren\u00e9 (2025a). SMALL-BBS-INTRO \u201eCODER ARE GODS\u201c Atari ST, 1993 [Erfahrungsbericht] Ein kleine Analyse oder Promoting einer CrackerBBS. In: Gamelab Blog, Februar 11, 2025, <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=10994\">https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=10994<\/a>, (24.01.2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bauer, Ren\u00e9 (2025b). Imp89\/Impression89 Atari ST \u201aWorks\u2018 meistens unver\u00f6ffentlichte Prototypen [Erfahrungsbericht]. In: ResearchBlog Swissdigitization, November 14, 2025, <a href=\"https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=6930\">https:\/\/research.swissdigitization.ch\/?p=6930<\/a>, (24.01.2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bauer, Ren\u00e9 (2025c). Ich (1989), der Lamer (2025) (Imp89\/Impression). In: GameLab Blog, Januar 10, 2025, <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=10709\">https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=10709<\/a>, (24.01.2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Imp89 and Bandit (1993). Small BBS Intro, by Executive Master Team. Advert for Hang Loose, Atari ST\/E. In: Demozoo, <a href=\"https:\/\/demozoo.org\/productions\/69394\/\">https:\/\/demozoo.org\/productions\/69394\/<\/a>, (24.01.2026).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beat Suter Diese Vignette erz\u00e4hlt die Geschichte von imp89, der Ende der 1980er Jahre mit einem Atari ST auf einem Bauernhof in der Ostschweiz begann, Spiele, Demos und digitale Experimente zu entwickeln. 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