{"id":13253,"date":"2026-07-02T09:19:25","date_gmt":"2026-07-02T09:19:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=13253"},"modified":"2026-07-02T09:23:14","modified_gmt":"2026-07-02T09:23:14","slug":"der-feminismus-und-seine-herausforderung-die-forderung-nach-der-freiheit-des-designs-und-der-kunst-fuer-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=13253","title":{"rendered":"Der Feminismus und seine Herausforderung: Die Forderung nach der Freiheit des Designs und der Kunst  &#8211; f\u00fcr Frauen auch in Games"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine Zukunft f\u00fcr alle &#8211; Ausgetr\u00e4umt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sind krasse Zeiten in denen wir gerade leben. Es zerf\u00e4llt gerade 35 Jahre (west-)europ\u00e4ische Idee von der Zukunft f\u00fcr Alle hin zu &#8222;Make amerika first&#8220;, &#8222;Mache Deutschland wieder gross&#8220; oder wie sie alle heissen die unterdr\u00fcckten Spr\u00fcche und Konzepte &#8211; jede Alternative ganz rechts aussen hat so eine. Im Kern oft eine weisse Schicht,wie sie fr\u00fcher einmal geherrscht hat. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">These: Nicht genug Ressourcen f\u00fcr eine bessere Zukunft f\u00fcr alle<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder mit Latour in &#8222;Das terrestrische Manifest&#8220;: Die Moderne wurde f\u00fcr tot erkl\u00e4rt, es gibt keinen gemeinsamen Planeten mehr, nicht genug Ressourcen f\u00fcr Alle. Wie? Donald Trump hat das Klimabkommen damals gek\u00fcndigt. Und damit das Einverst\u00e4ndnis, dass f\u00fcr alle genug das sein, soll: Eine gemeinsame Weltzukunft. Die Moderne am Ende. Anders gesagt: Die Gegenwart ist stark nach &#8222;hinten&#8220; gerichtet, etwas, was es nie gab. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Welt wird kr\u00e4ftig am Rat zur\u00fcckgedreht. Und dennoch sind viele Fortschritte immer noch da, stehen aber in einem anderen Rahmen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Feminismus &#8211; Gleiche Rechte f\u00fcr alle* und keine Diskriminierung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Teilbereich des Fortschritts passiert auch etwas &#8222;Interessantes&#8220;. Der Feminismus war zu recht ausgezogen, um die Konstruktion des Patriarchats zu zerst\u00f6ren. Nie mehr sollte ein Teil der Gesellschaft \u00fcber einen anderen Teil herrschen, zumindest nicht auf Grund des &#8222;Geschlechts&#8220; (das andere wird weiterhin wenig diskutiert). War die Idee der 90er Jahre noch, dass das &#8222;Geschlecht&#8220; sich aufl\u00f6st im Digitalen, so ist die Geschlechterdiskussion wieder zur\u00fcck und zwar h\u00e4rter als zuvor, das hat auch damit zu tun, dass die Macht sich eben nicht verschoben hat, sondern eher sich nur leicht angepasst hat. Dazu kommt, dass wesentliche Teile der Gesellschaft inzwischen offen zur\u00fcck zum &#8222;Patriarchat&#8220; m\u00f6chten, allen voran wieder die, die glauben sie h\u00e4tten was verloren. Was sie objektiv auch haben, aber diese &#8222;Gendervorschuss&#8220; hatten sie eben auch nie haben sollen, er war ein Diskriminierung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kampf gegen Stereotype <\/h2>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen dieser Dekonstruktion sollten auch alle Stereotypen verschwinden, die diesen Diskurs des &#8222;M\u00e4nnlichen&#8220; alias Patriarchat st\u00fctzten &#8211; etwa die Herabsetzung im Bild oder Film oder der Sprache von Frauen. Angefangen im Deutschen beim &#8222;man&#8220; bis hin zu &#8222;Reiche&#8220;, denn klar war: Diese Formen enthalten auch den Diskurs vom &#8222;Mann&#8220; und &#8222;m\u00e4nnliche Reiche&#8220;. Denn letztlich verstand sich eine Gesellschaft ganz lange so und gerade die Alternative Rechte versteht sie weiterhin so &#8211; in der &#8222;Tradition&#8220;. Eine Tradition von Aufgaben verteilt auf die Geschlechter, die recht jung ist und sich meist nur f\u00fcr die letzten 150 Jahre zeigen l\u00e4sst und das aus \u00e4usseren Zw\u00e4ngen wie Industrialisierung. Wer dies bis heute nicht verstehen  kann, der lese einen Text mit &#8222;man&#8220; oder mit &#8222;Mehrzahlen&#8220; mal als Frau. Ob dann der generative Maskulin wirklich f\u00fcr &#8222;Alle&#8220; steht. Meist halt nicht bis heute. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alles nur Konstrukte &#8211; Familie, Gerechtigkeit, Besitz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Diskurs all dieser Konstruiertheit von Kultur und Sprache schwappte dann Anfang der 2000er von den Kulturwissenschaften auf die gesamte Gesellschaft \u00fcber und die &#8222;Rechte&#8220; entdeckte auf einmal, dass die Kultur als nat\u00fcrliche Ordnung hinterfragt werden k\u00f6nnte. Ganz \u00e4hnlich wie damals die Diskussion um die Abschaffung des Papsttums oder der K\u00f6nigreich, darin spiegelt sich denn auch immer die Familie mit dem Familienoberhaupt. Hier ging es um noch mehr, es ging um Alles &#8211; die Familie, Gerechtigkeit, Besitz, Eigentum, Markt und Macht etc. Gegen dies erhoben sich denn auch bis heute &#8222;alternative Rechte&#8220; &#8211; oft explizit mit dem Verweis auf eine &#8217;nat\u00fcrliche&#8216; Ordnung &#8211; als sei die nicht auch eine Konstruktion und nat\u00fcrlich mit dem Markt als &#8217;nat\u00fcrlicher&#8216; Ordnungskraft. Wie m\u00e4chtig diese Angst ist, sieht man an den Wahlen alternativer Rechter oder wie es mal jemand nannte: \u00d6sterreichischste Partei \u00d6sterreichs. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Feminismus gegen erniedrigende Stereotype und Diskurs<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch der Feminismus setzte sich weiter fort und in einigen Bereichen wurde hart gegen Stereotypen gek\u00e4mpft vom Plakat bis zum Film und auch im Alltag. Sogar im ultra konservativen Bereich der Pornografie gibt es bei allen dort vertretenen h\u00e4sslichen Rollenbilder zum Trotz &#8211; heute mehrheitlich Oralszenen von M\u00e4nnern an Frauen (in Heterosexuellen &#8218;Settings&#8216;). So sagt &#8222;man&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausnahmen: Unterhaltung <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise gibt es aber Bereiche, die weitgehend verschont blieben mit ihren Settings und Darstellungen von einer &#8222;Anpassung&#8220;. Dazu geh\u00f6ren die Werbeindustrie und Unterhaltungsmedien. In der Werbung darf weiterhin bei jedem Fitnessstudioclip stark sexuell konnotiert reingezoomt (Oberk\u00f6rper, Po) werden ohne Probleme. Das scheint kein Problem zu sein. Dasselbe im Bereich der Musik. Wer sich einen ESC anschaut, wird ganz unvermutet alle Stereotypen, die man sich so kennt \u00fcber sich ergehen lassen m\u00fcssen &#8211; das betrifft wenigstens alle Arten von Gender. Aber die Stereotypen sind hier m\u00e4chtig. Und auch hier keine Gegenrede oder ein &#8222;Hey bitte&#8220;. Alles erlaubt. Und dann sind da nat\u00fcrlich noch die Games. Hier scheint ebenfalls alles erlaubt zu sein. Diese Unterhaltungsart hat dabei noch einen Vorteil: Hier kann oft das Gender* gew\u00e4hlt werden. Dabei gibt es Genderstereotoypen auf allen Seiten bei Frauen (das Bekannte) und bei M\u00e4nnern (breite Schultern, Muskeln etc). Wobei die M\u00e4nner auch hier besser davon kommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das &#8222;tiefe&#8220; Forum<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage ist also, wo sind hier die Emanzipationsbewegungen geblieben? Im Gamedesign bereich w\u00e4re &#8222;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gamergate\">Gamergate<\/a>&#8220; ein Weckruf gewesen. Damals wurden vorallem Gamedesignerinnen  und queere Gamedesigner* angegriffen und bedroht. Das Ganze wurde schnell abgetan als &#8222;Ja die Jungs&#8220;. Dabei geht es mehr als um &#8222;jenseitigen,  gef\u00e4hrlichen Jungs&#8220;. Es geht darum, dass die Game-Community sich dagegen wehrte, dass man seine Spielzeuge  ihr wegnahm. Das meint auch: Seine mysogenen Stereotypen bis hin zu Gewalt und was noch so dazu geh\u00f6rt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Argument: Es sei ja nur ein Game* und h\u00e4tte nichts mit der analogen Welt zu tun. Dieses Argument ist so alt wie die Games und nennt sich im ersten Moment: Magic Circle. Und selbstverst\u00e4ndlich ist dies im Rahmen berechtigt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur sind die Games von heute halt keine abstrakten Fig\u00fcrchen mehr sondern visuell schon recht &#8222;analog&#8220; Real. Und es ist eben nur ein Teil. Auf einem Digitec-Forum habe ich mal einen leisen Kommentar geschrieben, ob man den unbedingt in einem Shooter eine Schulkantine nehmen sollte als Level, da wurde ich von der ganzen Community zusammengestaucht. Dabei kam mir nat\u00fcrlich auch keiner der Moderatoren* zu Hilfe. Warum auch? Wer wollte sich gegen diesen innersten Kern  (Core-Gamer) stellen? Die, die das Zeugs verkaufen? Gegen ihre eigenen Kunden? Hier bleibt weiterhin ein Missverst\u00e4ndnis bestehen, das n\u00e4mlich, dass Games frei seien von jeder Gesellschaft und deren Einfl\u00fcsse. Ein hart umk\u00e4mpftes Feld der Gamekultur nat\u00fcrlich. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Wir wollen tun k\u00f6nnen, was wir wollen in Games&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz und gut: Im Kern geht es eben gerade um das &#8222;Wir wollen tun k\u00f6nnen, was wir wollen in Games&#8220;. Es tut gerade so, als g\u00e4be es in Games eine Art Kunstfreiheit des Spielens. Eine Kunstfreiheit gesichert durch jede Art von Genuss &#8211; sadistische Szenen (God of war etwa) inklusive. Wohlgemerkt &#8211; es handelt sich hier nicht ! um Gesellschaftsromane oder Auseinandersetzungen wie in der Kunst. Nein! Hier geht es um gutgemachtes Design und nicht mehr.  Spass um jeden Preis, sei er teilweise noch so geschmacklos. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht um Nachdenken. Es gibt also im Kern der Gamekultur einen Hardcorekern, der sich jede Einmischung verbietet. Immerhin beim anscheinend wichtigsten Unterhaltungsmedium. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind dabei auch historisch. Die Gamekultur hat sich immer gegen das Analoge gewendet und gedacht mit Scifi und Fantasy und Krieg k\u00f6nne man ihr nicht mit Anspr\u00fcchen kommen. Siehe dazu auch: <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=12717\">Als 1980+ sich ein Teil der Jugendkultur\/Gesellschaft in die rein digitalen Welten aufmachte oder die Entstehung der Gameinternationalen<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Post-Feminismus? Alles muss m\u00f6glich sein?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise werden nun immer mehr weiblich gelesene Stimmen laut, die diesen Gameinternationalen Innendiskurs nach aussen wenden (so kann man die Debatte aus der Gameindustrie nach aussen lesen. Sie gestalten aus der Sicht des &#8222;Feminismus&#8220; erdniedrigende Charakteren (Stereotype: L\u00e4chelnd, Ausschnitt, Tanga, Unterw\u00fcrfigkeit) und bauen sie in Spiele ein. Dabei kommen diese Stereotypen nat\u00fcrlich auch in Mangas und im Cozplay vor. Auch dort werden sie in keiner Art kritisiert. Sie geh\u00f6ren dort zur &#8222;Kultur&#8220;. Dies unterscheidet sie von anderen selbst deklarierten Feministinnen in der Mode und teilweise Kunst, die sich selbst sehr stereotypisiert anziehen und dies als Feminismus bezeichnen &#8211; wobei die Kritik am System oft v\u00f6llig fehlt und deswegen der klassische Feminismus sich vehement dagegen stemmt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aus feministischer Sicht klare Position auf die Games und das Gamedesign: Liebe Gestalter* und Tr\u00e4ger* von diesen \u00fcbersexualisierten Cost\u00fcmen &#8211; ihr zementiert das Patriarachat und unterst\u00fctzt damit die Mysogenie (Frauenhass). Denn gewisse M\u00e4nner lesen das so. Es wird dann auch nachgereicht, dass gerade die Mangaszene eigentlich im sehr mysogenen Japan geboren wurde und dort anders gelesen wird. Eben sehr partriachal.  Radikaler: Ihr gestaltet Frauen, wie sie Trump gerne h\u00e4tte &#8211; um einen der Obermysogeniker zu nehmen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort darauf ist dann ebenso radikal: &#8222;Hier ist nicht Japan&#8220;,&#8220;Das ist unser Ausdruck&#8220;,&#8220;Unsere Identit\u00e4t&#8220;, &#8222;Uns interessiert das alles nicht. Es geht doch da gar nicht um Sexualit\u00e4t.&#8220; und dann noch direkter &#8222;Wenn ihr solche Gedanken habt, dann seid ihr das Problem und nicht wir&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der neue Graben: Diskurs und Vergangenheit egal<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuerst einmal ist klar zustellen, dass beide Richtungen ihren Punkt haben. Dennoch muss man genauer hinschauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Grossproblem ist tats\u00e4chlich, dass Geschlechterstereotypen zur Unterdr\u00fcckung von Frauen erfunden und genutzt werden. Dies ist tief verankert in den Konstruktionen der Gesellschaft. Gerade auch in Japan. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses zu \u00e4ndern, dauert lange, da unsere Gesellschaft, sobald dagegen nicht mehr angek\u00e4mpft wird, sofort wieder darin zur\u00fcckf\u00e4llt. Und es gibt nicht einen unerheblichen Anteil von M\u00e4nnern, die sich genau das w\u00fcnschen (siehe Umfrage zu 20 % der schweizer m\u00e4nnlichen Bev\u00f6lkerung, die die Unterdr\u00fcckung von Frauen gutheisst !). Aber dass jeder, der diese Stereotypen sieht und sieht, was sie ausl\u00f6sen k\u00f6nnen als &#8222;Dein Problem&#8220; bezeichnet wird, ist nat\u00fcrlich ein Affront gerade gegen\u00fcber Feministinnen (die helfen wollen) und Feministen (die das Problem sehen und es beheben wollen). Zumindest ein Nachvollzug dieser Argument muss schon drin sein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders gesagt: Hier werden einfach alle zu T\u00e4tern(!) gemacht, die es anders sehen. Diese Position unterstellt damit als Gegenreaktion, diesem UnsEgalFeminismus eine Blau\u00e4ugigkeit sondergleichen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kultur \u00fcberschreiben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der andere Punkt ist: Durch das Nichtverwenden einer Teil der Kultur und sei sie noch so benutzt worden, wird nat\u00fcrlich weiterhin Unterdr\u00fcckung betrieben etwa an den Frauen, was sie gut finden sollen und was sie gestalten d\u00fcrfen. Diese sagen dann: Nur wenn wir diese Dinge \u00fcberschreiben, k\u00f6nnen wir sie von ihrer Mysogynie befreien. Auch dies ist selbstverst\u00e4ndlich ein Punkt. Denn wo w\u00e4re die deutsche Gesellschaft, wenn nicht Liedermacher* in den 60er wieder das zerst\u00f6rt deutsche Liedgut &#8211; durch die Nutzung der Nazis &#8211; angeeignet h\u00e4tten? Dennoch blieben auch damals Lieder mit direkten Verweis konsequenterweise Verboten. Etwas die 3te Strophe des &#8222;Deutschlandliedes&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Sinn k\u00f6nnte man* sagen: Ja es gibt diesen Punkt. Jetzt kommt aber noch eine weitere Komplikation hinzu, gerade von Seiten der Gestaltung. Geht es hier zus\u00e4tzlich oder eigentlich um die Kunstfreiheit? <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sollen auch Gestalterinnen machen k\u00f6nnen, was sie wollen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den meisten bis anhin aufgekommen Diskussion wird so etwas intendiert im Sinne von &#8222;Wir wollen als Frauen machen k\u00f6nnen im Gamebereich, was wir wollen.&#8220;. Damit wird eine Ansicht weitergetrieben, die auch der Diskurs schon immer kannte. Siehe dazu oben. Es kann als &#8222;Erm\u00e4chtigung&#8220; gelesen werden: &#8222;Jetzt wollen wir Frauen, auch machen, was wir wollen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch das Ganze ist komplizierter &#8211; zumindest am Anfang gab es f\u00fcrs Gamedesign Regeln. Zum einen weil es nach den Pornogames des Atari 2600 &#8211; nur noch von Grossfirmen copy-protektete Platformen gab &#8211; und zum anderen etwa Gewalt in direkter Form gegen Menschen gar nicht positiv gesehen wurde. Der Weltkrieg war noch sehr in der Erinnerungskultur verankert in Europa. Es war umstritten: Siehe etwa hier:  <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=10203\">GewaltDesignrules in Filmen, aber keine GewaltDesignrules in Games?<\/a> Dies existiert heute nicht mehr. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Doom und Mortal Kombat &#8211; ein Wendepunkt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Sinn findet diese Idee: &#8222;Wir k\u00f6nnen machen, was wir wollen, erst so richtig Anwendung ab Doom oder dann auch Mortal Combat &#8211; anders gesagt, als das Hardcore-Gamer-Segment so richtig entsteht auf der PC-Platform&#8220;. Davor gab es Diskussion um Spiele wie Chiller! Fragen, ob Gewalt um der Gewalt willen sein darf!  Diese Diskussion scheint es nicht mehr zu geben. Schon gar nicht in den &#8222;einschl\u00e4gigen&#8220; Foren. Zur Erinnerung: Gewalt und Gewaltanwendung steht in den meisten Hollywoodfilmen trotz allem als Mittel zum Einsatz &#8211; nicht als Hauptinhalt. Siehe dazu auch hier: <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=1863\">Warum FirstPersonShooter alias Killerspiele Spass machen (eine Erkl\u00e4rung auch f\u00fcr Nicht-Spieler) <\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun designen viele der Protagonistinnen aber keine Hardcore-Games sondern nutzen die Figuren als Anspielung auf die Gamekultur. Sie sind meist eine Selbst-Referenz in die Kultur selbst. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei bleibt aber die Frage: Soll die Gesellschaft diese tolerieren oder nicht? Ist allein der Markt daf\u00fcr zust\u00e4ndig, was abgebildet werden darf? Sollte es einen Kodex geben wie in Hollywood und den Horrorfilmen? Ein NoGo dort: Keine wabelenden und dampfenden Eingeweide etwa. Die Gamercommunity ist stark dagegen. Diese Erfahrung kann jeder machen, der einfach mal was postet zu einem &#8222;schwierigen&#8220; Spiel. Gamergate im Kleinen ist die Folge. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">V\u00f6llige Gestaltungsfreiheit f\u00fcr Konsumprodukte wie Games? Nein<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den meisten dieser Produkte handelt es sich um Konsumerzeugnisse. Die Hersteller* sind also keine K\u00fcnstler* sondern Designer.   Auch dies ein Missverst\u00e4ndnis der Gamedesign* und Gamedev*-Szene. Hier wird etwas f\u00fcr die Gesellschaft produziert &#8211; in 99.9% zur Unterhaltung. F\u00fcr das normale Design f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit gibt es nat\u00fcrlich keine Kunstfreiheit. Hier ist nur machbar, was kulturell akzeptiert und gesetzlich (juristisch) m\u00f6glich ist. Dies ist also ein Einschr\u00e4nkung. Wie sehr die Gesellschaft Dinge zul\u00e4sst, toleriert und sanktioniert ist der Gesellschaft \u00fcberlassen. Die Games profitieren davon, dass sich niemand wirklich f\u00fcr sie interessiert. Und dies f\u00fchrt vermultich auch zu einem Missverst\u00e4ndnis, was die Freiheit des Mediums Games betrifft. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">V\u00f6llige Gestaltungsfreiheit f\u00fcr (Game-)Kunst? Ja<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders sieht es f\u00fcr die Kunst aus. Sie ist frei von jeder Art von Eingriff. Sie ist oft kritisch gegen\u00fcber der Gesellschaft eingestellt oder thematisiert im besten Fall etwas. Anders gesagt: Modernere Kunst ist kritisch. Nat\u00fcrlich gibt es auch Kunstinstitutionen, die das eher weniger sind, etwa das Kunsthaus in ZH etc. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die &#8222;Kunst&#8220; bezahlt aber auch meist einen Preis f\u00fcr das Grenzenlose. Die Dinge werden meist nur im Rahmen gezeigt, in dem klar ist: Das ist ein Gebiet mit eigenen Regeln &#8211; etwa einem Kunstraum oder Ausstellungsraum. Hier findet denn auch kein Kleinkind hin oder ein Trupp l\u00fcstener M\u00e4nner. Die Zug\u00e4nglichkeit ist meist kein verf\u00fcherisches Konsumprodukt, es braucht oft Auseinandersetzung mit der Kunst. Und letztlich muss sich jeder K\u00fcnstler*  auch rechtfertigen k\u00f6nnen, was er da tut, weil es mit seinem (in den meisten F\u00e4llen) Namen verkn\u00fcpft ist. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuelle Diskussion ist tats\u00e4chlich spannend, weil hier eine neue &#8211; bekannte Lesart nach 1945 von Kultur aufbricht. Kultur muss ge\u00e4ndert werden. Gef\u00e4hrlich ist die Diskussion nat\u00fcrlich, weil sie auch ein Missverst\u00e4ndnis befeuert, das Missverst\u00e4ndnis, dass Games bis anhin machen konnten, was sie wollten unter m\u00e4nnlicher F\u00fchrung, dies auch weiterhin tun k\u00f6nnen. Dass Frauen in dieser Situation auch gerne tun m\u00f6chten, was viele m\u00e4nnliche Designer* oft auch tun &#8211; Gestaltung ohne R\u00fccksicht auf Verluste &#8211; ist Nachvollziehbar. Dass man von ihnen mehr Sensibilit\u00e4t verlangt, ist vielleicht ein zu hoher Anspruch &#8211; aber muss erhoben werden. Wer hier bewusst Entscheidungen triff, ist sicher auf der richtigen Seite. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade mit den immer Detailreicheren &#8211; manche nennen es realistischere Darstellungen &#8211; wankt auch der Schutz des Magic Circle. Und je mehr  digitaleSpiele ins analog Realitische vordringen (Hyperrealismus) umso mehr reichen die &#8222;verharmlosenden&#8220; Settings wie SciFi, Fantasy oder Krieg nicht mehr aus. Das zeigte sich schon vor Jahren, als das rote Kreuz die Einhaltung der weisssen Flagge forderte und die Community wieder erbost reagierte. F\u00fcr einen Teil der Hardcore-Gamescene sind Games ihr Reich und niemand hat da was zu sagen. Hier nicht. Dies darf selbstverst\u00e4ndlich als Gesellschaft nicht hingenommen werden &#8211; wie es auch in Filmen nicht hingenommen wird. Die Dinge werden zumindest \u00f6ffentlich diskutiert in Zeitungen, Fernsehen, online. Diese \u00d6ffentlichkeit um Werte gibt es bei Games de facto nicht. Hier h\u00e4lt man sich an die seit den 90er Jahren bestehende &#8222;Muerta&#8220; (im \u00fcbertragenden Sinne): Man kritisiert keine Spiele, man kritisiert die Gamecommunity nicht, man mag ja &#8222;Spiele&#8220; im Gesamten. Was nur zeigt, wie oft wenig differenziert die Gamecommunity ist. Und ja das kommt aus den 80er Jahren &#8211; als Abwehrkampf gegen das Analoge. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und Kunstfreiheit k\u00f6nnen 99.9% der Spiele ebenfalls nicht anf\u00fchren, denn sie sind meist keine Kunst. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Zukunft f\u00fcr alle &#8211; Ausgetr\u00e4umt Es sind krasse Zeiten in denen wir gerade leben. 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