{"id":13271,"date":"2026-08-12T10:27:02","date_gmt":"2026-08-12T10:27:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=13271"},"modified":"2026-08-12T14:21:31","modified_gmt":"2026-08-12T14:21:31","slug":"medienmechanik-verwertung-am-beispiel-von-warja-lavater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=13271","title":{"rendered":"Medienmechanik Verwertung am Beispiel von Warja Lavater"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"791\" src=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-12-um-11.33.39-1024x791.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-13272\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-12-um-11.33.39-1024x791.png 1024w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-12-um-11.33.39-300x232.png 300w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-12-um-11.33.39-768x594.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-12-um-11.33.39-1536x1187.png 1536w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-12-um-11.33.39-2048x1583.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/kultur\/gesellschaft-religion\/schweizer-grafikerin-warja-lavater-die-frau-hinter-den-drei-ubs-schluesseln\">https:\/\/www.srf.ch\/kultur\/gesellschaft-religion\/schweizer-grafikerin-warja-lavater-die-frau-hinter-den-drei-ubs-schluesseln<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warja Lavater &#8211; Pionierperson in der Kunst und im Design<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warja Lavater ist eigentlich eine Schl\u00fcsselfigur im grafischen Design der Schweiz. Lavater verbindet fr\u00fch Grafikdesign und Erz\u00e4hlung und zwar mit primitivsten Gestaltungsmittel. Sie nimmt also die Tradition des Schweizer Design von Minimalismus, Abstraktheit und Pr\u00e4zision auf wie man es etwa aus der Schriftgestaltung kennt. Wichtig ist sie aber gerade auch f\u00fcrs Gamedesign. Sie macht vor, wie man mit einfachen Grafik-Primitiven Geschichten erz\u00e4hlt. Etwas was Gamedesigner* fr\u00fch mussten, weil es einfach keine wirkliche ausgepr\u00e4gte Grafik gab sondern nur Bl\u00f6cke. Erste Figuren waren Buchstaben. Mehr dazu hier: <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=7261\">Warja Lavater oder die visuelle Gamedesignerin avant la lettre<\/a>. Vor einiger Zeit entstand auch eine Ausstellung von Carol Ribi in der Zentralbibliothek. Die ZHdK arbeitete mit Studierenden* ebenfalls f\u00fcr diese Ausstellung in der Designtradition von Lavater, es entstanden einige Spiele. Das hat eigentlich mit diesem Bericht nichts zu tun, ausser dass es darlegt, dass Lavater in der letzten Zeit wieder wichtiger wurde und vorallem wieder aktueller ist. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SRF stellt &#8222;Lavater&#8220; vor oder eher SRF stellt ein Buch vor<\/h2>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann kommt sie also im Fernsehen. Man denkt &#8222;Wow&#8220;, da hat SRF mal tats\u00e4chlich was erarbeitet &#8211; recherchiert. Denn: An den Anzahl der Portraits es Fernsehen selbst kann es nicht liegen, die sind n\u00e4mlich sehr sp\u00e4rlich f\u00fcr den Stellenwert dieser Vorreiterin. Anders gesagt: SRF hat sch\u00f6n mitgearbeitet in den 60er Jahren, dass Frauen eben nicht den Stellenwert hatten, den sie h\u00e4tten haben sollen. Sie wird eher unter: Kinderzeichnungen gehandelt. Frau und Kind halt. Und Kunstdokumentation ist eh nicht das Ding von SRF ausser es geht um Audio und Film. Aber bei den anderen Kunstsachen wartet mal ab, bis irgendwas passiert. Oder jemand im Ausland sagt: Wow, das ist was. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber dann die grosse Entt\u00e4uschung: Es gibt ein Buch. Darum wird berichtet. B\u00fccher sind in Sachen Medienarbeit gut: Man muss nicht recherchieren. Allein zusammenfassen und das Wichtigste rausnehmen reicht schon. Meist geben die Macher* des Buches dann ein Menge Infos zus\u00e4tzlich, die dann gar nicht verwiesen sind. Dies ist zumindest im Artikel so, es ist klar, woher die Infos kommen. Und ja ein paar der wenigen Sachen im Archiv sichten. Es ist die gute alte Gutenberggalaxis-Arbeit des Journalismus. Es ist Verwertung. Manche finden das OK und andere finden es, einfach zu wenig. Gerade im \u00f6ffentlich rechtlichen Medium, wo doch auch Dokumentation der Gesellschaft &#8211; was die privaten nicht machen. Um es klarzustellen, ja das machen auch die anderen Medien wie Tagesanzeiger nicht anders. Das Vorgehen ist dasselbe. Nur ist das halt kein Privatmedium, sondern eines, das eigentlich auch dazu da ist mehr zu zeigen auch zu dokumentieren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und was daran eigentlich schon fast verwerflich ist: Es passiert nur etwas, wenn an einem anderen Ort etwas passiert. Wenn also jemand forscht und dar\u00fcber schreibt. Oder kapitalistischer gesagt: Nur wenn der private Markt ein verkaufbares Etwas produziert (Ausstellungen geh\u00f6rten auch dazu) dann macht man oder frau was. Damit fallen dann nat\u00fcrlich und selbstverst\u00e4ndlich alle &#8222;neueren&#8220; Medienformate wie Blogs oder Podcasts etc. Die sind eben nicht &#8218;verwertbar&#8216;. Dann macht man oder frau eben lieber nichts. Jetzt kann man argumentieren, es g\u00e4be immer weniger Geld f\u00fcr Recherchen. Das mag sein, nur leider war das schon fr\u00fcher ein Trend, lange vor dem Internetkannibalimus. Berichtet wird oft, was der Markt so freiwillig hergibt. Man gehe nur mal bei SRF die Kunstbeitr\u00e4ge durch oder eben die Dokumentation von SRF zu Warja Lavater.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Peinlich: &#8222;Warja Lavater die Frau hinter den drei UBS Schl\u00fcsseln&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da st\u00f6rt dann auch massiv, dass das Ganze aufgeh\u00e4ngt wird an den Schl\u00fcsseln des Bankvereins. Echt? Ein Aufh\u00e4nger sind die Schl\u00fcssel des Bankvereins? Die K\u00fcnstlerin ist also wichtig, wegen des Bankvereins? Die Schweiz kann ihr Kunstverst\u00e4ndnis einfach nicht plakativer demontieren. Kunst kommt hier nach der Grossbank. Vielleicht fehlt einfach auch das Kunstverst\u00e4ndnis (auch bei SRF?). W\u00fcrde man dieses Spiel nicht sonst kennen in der Schweiz, K\u00fcnstler bekommen grausige Pl\u00e4tze, man benennt Hochh\u00e4user nach ihnen und ja sie kriegen 2-4 Minuten Fame in der Tagesschau beim Tod, w\u00fcrde man sich wundern. Selbst wenn man Godard heisst, Mann und weltbekannt ist. Schweizer* m\u00f6gen einfach keine Kunst, w\u00e4hrend etwa Frankreich sie hochstellt als Teil der Kultur. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schweizerische Mediendatenbank SMD<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schweizer Journalisten* arbeiten oft mit der schweizerischen Mediendatenbank. Wie man das erkennt: Hat irgendjemand mal irgendetwas zu einem Thema gemacht, so kommt ganz bestimmt diese Person wieder oder deren Themensetzungen. Anders gesagt: Die Journalistenszene dreht sich mit immer denselben Leuten im Kreis bis hin zu den Argumenten. Im vorliegenden Fall ist das aber anscheinend nicht passiert, anders kann man das Korrigendum nicht erkl\u00e4ren. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hauptsache gezeigt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt kann man sagen: Hauptsache, Warja ist wieder da. Ja! Aber die Art und Weise ist so schweizerisch. Geht nicht besser. <br><br>Interessant w\u00e4re &#8222;Medien theoretisch&#8220; nat\u00fcrlich, wieviel Geld f\u00fcr diesen Beitrag ausgegeben wurde. Denn allein das Lesen des Buches war ja vermutlich schon 4-5 Stunden mit Recherche, ob da alles plausibel ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>https:\/\/www.srf.ch\/kultur\/gesellschaft-religion\/schweizer-grafikerin-warja-lavater-die-frau-hinter-den-drei-ubs-schluesseln Warja Lavater &#8211; Pionierperson in der Kunst und im Design Warja Lavater ist eigentlich eine Schl\u00fcsselfigur im grafischen Design der Schweiz. Lavater verbindet fr\u00fch Grafikdesign und Erz\u00e4hlung und zwar mit primitivsten Gestaltungsmittel. 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