{"id":13282,"date":"2026-09-07T12:45:38","date_gmt":"2026-09-07T12:45:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=13282"},"modified":"2026-09-08T07:19:36","modified_gmt":"2026-09-08T07:19:36","slug":"foerderung-in-der-schweiz-und-spezifisch-virtuelle-welten-beispielsweise-game-design","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=13282","title":{"rendered":"F\u00f6rderung in der Schweiz und spezifisch: Virtuelle Welten beispielsweise Games und Game Design"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pers\u00f6nliche Findings aus 25 Jahren F\u00f6rderung mit verschiedenen Rollen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ren\u00e9 Bauer<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die pers\u00f6nlichen Erkenntnisse reichen hier von Stiftungen wie die Grossen wie Migros bis staatlichen F\u00f6rderern wie ProHelvetia bis Bundesamtf\u00fcrKultur (BAK) oder Innosuisse \u00fcber 25 Jahre und das als Antragsteller, Co-Antragssteller, Institutionsantragstellter, Ausarbeiter von Wettbewerben mit Institutionen, Institutionsvertreter, als Mitgr\u00fcnder zweier Festivals mit F\u00f6rdercharakter, Mitgr\u00fcnder eines Publishers, Mitentwickler eines nie umgesetzten Museums f\u00fcr Game Design, als Co-Kurator von Ausstellugen, Co-Entwickler einer Diskussionreihe in D (in CH unm\u00f6glich) und als Person, die Unterst\u00fctzungschreiben verfasst. Und ja in Juries war ich selbstverst\u00e4ndlich auch schon. Und ja zu 99% unbezahlt versteht sich. <br><br>[Und selbstverst\u00e4ndlich ist dieser Artikel immer auch pauschalisierend. Und vermutlich werden sich wieder die falschen Betroffen f\u00fchlen und die Betroffenen nicht betroffen. Aber andernfalls wird dieser Text 100 Seiten lang inklusive vielen h\u00e4sslichen Anekdoten.]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Preise &amp; Wettbewerbe<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(F\u00f6rder-)Wettbewerbe sind in der Schweiz leider mehrheitlich das einzige Mittel der F\u00f6rderung. Ein Wettbewerb ist auch die Bewerbung f\u00fcr ein Stipendium, Werkbeitr\u00e4ge oder F\u00f6rderbeitr\u00e4ge. Fast alles ist mehrheitlich Antrags gerichtet. Dabei w\u00e4re ein Mix mit anderen F\u00f6rderauswahlmethoden viel sinnvoller. Es gibt wenige Insitutionen, die auch andere Wege gehen &#8211; so hat etwa das Migros Engagement etwa ein solches Gef\u00e4ss &#8211; Es werden Leute mit Kompetenz gesucht (geheadhunted) und dann zusammengearbeitet, um etwas voran zubringen. Anders gesagt: Es g\u00e4be Erfahrung!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">CH-Maxime: &#8222;liberaler&#8220; Markt<\/h2>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir (als Schweiz) sind ja auch das wirtschaftsliberalste Land Europas. Wettbewerb und keine Branchenf\u00f6rderung. Wirtschaftsf\u00f6rderung auf Bundesebene gibt es nicht, ausser vielleicht dem Konstrukt Innosuisse. &#8222;Nur keine Giesskanne!&#8220; &#8211; &#8222;Es k\u00f6nnte ja einen ! falschen treffen und verhindert Vetternwirtschaft.&#8220;. Man nennt es hier &#8222;liberal&#8220;. Damit schafft man sich einige Probleme vom Hals: Hohe Kosten und eigene Kompetenz. Die Kompetenz liegt dann alleine in der Auswahl der Jury. Den Job kann dann jeder Manager* machen. Und ja Juries lassen sich auch gut schnell austauschen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die &#8222;Bewerbung&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bewerbung f\u00fcr einen Wettbewerb: Man durchl\u00e4uft einen Prozess. Einen Antrag stellen ist meist ein langwieriger und auch demotivierender Prozess. Meist keine Kategorie oder sehr veraltete Kategorien, experimentelles? Zukunft? Oh je. Ein weiterer Grund: In den meisten F\u00e4llen endet er feedbacklos, &#8211; ganz einfach ohne auch nur ein Feedback: Sei es textlich oder auch m\u00fcndlich &#8211; geschweige denn mit einem Preis oder F\u00f6rderbeitrag &#8211; selbst wenn die Personen schon im Ausland mal was gewonnen haben. Und Nachfragen tun auch hier wieder nicht die &#8222;Stillen*&#8220;. Also letztlich nicht die schweizerisch Sozialisierten, denn Nachfragen und sich f\u00fcr etwas einsetzen widersprichte dem unausgesprochenen &#8222;Wir wollen hier keine Querulanten&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wettbewerbe werben mit m\u00f6glichst vielen Einreichungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders gesagt: Die Institutionen lagern ihren eigenen Aufwand b\u00f6se gesagt, einfach aus &#8211; n\u00e4mlich auch die eigene Talentsuche. Besonders beliebt ist dazu auch noch, dass oft vor Wettbwerben dann kommt: &#8222;Melden sie sich, machen sie mit&#8220; im Vorfeld. Wie oft habe ich das schon geh\u00f6rt. Der Grund dahinter ist oft banal. Wettbwerbe m\u00fcssen ihre &#8222;Glaubw\u00fcrdigkeit&#8220; halt auch mit Zahlen belegen: Statistik. Quantit\u00e4t als Zahl schl\u00e4gt fast immer Qualit\u00e4t. Wie soll man das schon messen? <br><br>Was man de facto fast nie erlebt: Im Offspace (hinter vorgehaltener Hand) &#8222;Schade haben wir sie damals nicht gef\u00f6rdert. Haben wir was verpasst.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Punktuelle Aufmerksamkeit &#8211; 15 Min Spektakel des Spektakels<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist bei Preisen als F\u00f6rdermittel die Argumentation auch meist, Aufmerksamkeit zu schaffen etwa f\u00fcr etwas bzw. das Feld, die Kunst, das Produkt, das Game. Das ist dann meist 5 Minutes of Fame. Dazu kommt dann Pressearbeit und ein kurzer Hype in den Zeitungen &#8211; oft leider dann aber auch nur in Fachzeitschriften. Das war es. Das reicht aber meist auch f\u00fcr den F\u00f6rderer*. Denn als gutes Ergebnis z\u00e4hlt die Aufmerksamkeit. Artikel, Geschichten gut platziert. Dass der Rest des Jahres dann tote Hose ist &#8211; who cares? Dabei muss eigentlich jeder* Wissen f\u00fcrs Design: alles ist designed!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eigenwerbung &#8211; der eigene F\u00f6rderbrand<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider nutzen viele Akteure das Ganze aber auch oft, schlicht und ergreifend. um f\u00fcr sich zu werben. Erkennt man oft, wenn das Logo gleich gross ist wie der Titel von Ausstellungen. Oder f\u00fcr 2000 Franken Unterst\u00fctzung dann steht: &#8222;F\u00f6rder*: xyz&#8220;. In diesem Fall sind die F\u00f6rderer* dann das Gegenteil von &#8222;schweizerisch&#8220;. Auch wenn die Hauptkosten bei den anderen angefallen sind. Und wenn man sich beschwert: Dann ist man im selben Boot. Beklag dich nicht!&#8220;<br><br>Alles ist dann immer gross und vorallem Publikums wirksam. Die Leute im Ausland sprechen einem dann darauf an: &#8222;Da l\u00e4uft ja viel bei euch&#8220;. Und man sagt dann des \u00d6ftern: Na ja representativ ja, aber die konkrete Praxis eher Flaute. Oft hat man auch das Gef\u00fchl, viele F\u00f6rderer* kennen die Strategien im Ausland wenig. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00f6rderer* und Aufbauarbeit dagegen, das ist nicht so ihr Ding. Weil Aufbauarbeit halt &#8218;dreckig&#8216; ist. Geduld verlangt. Darum wollten die meisten gerade die Dinge wie Animationsleute* mit Gamedesignern* zusammenzubringen etc. nicht unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verbesserungsm\u00f6glichkeit 1: Honorable Mentions &#8211; das Provokante<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber eigentlich geht es bei solchen Preisen darum, die Leute (nicht die F\u00f6rderer*) zu motivieren. Die F\u00f6rderer* reden oft von dem Preisgeld. Aber viel wichtiger ist die Motivation: &#8222;Das Gemachte, Geschaffene bekommt \u00d6ffentlichkeit&#8220;. All die unbezahlte Arbeit des Kreativen* wird belohnt mit symbolischem Kapital. Die Arbeit dahinter ist meist nicht aufwiegbar und dann eher die Frage: Ist der Preis eigentlich ein Schlag ins Gesicht. Lustig ist immer wenn man den Budgetrahmen von F\u00f6rderinstituionen mit der konkreten F\u00f6rdersumme vergleicht. Oft ein seltsames Missverh\u00e4ltnis &#8211; so sehen es zumindest die Kreativen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Sinn sind eigentlich Honorable Mentions wichtig. Hier k\u00f6nnen die Sachen geehrt werden ohne \u00d6ffentlichkeit. Eben die Dinge, die nicht einer Jury eine Mehrheit finden m\u00fcssen, sondern meist interessanter sind, weil sie experimentieren, weil sie polarisieren. Weil sie auch Zukunft sind. Und hier kann sich die Jury ohne Mehrheitsentscheid austoben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn: Juries entscheiden oft in Mehrheit und nehmen keine radikaleren Ans\u00e4tze auf. Dies ist nicht nur bei Schweizer Juries so, sondern international. Ausnahme: Preisen die explizit daf\u00fcr da sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der F\u00f6rderer* als Brand &#8211; ein Problem<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oft wollen F\u00f6rderer auch nicht besonders radikal entscheiden, weil das ja auf ihren Brand zur\u00fcckfallen k\u00f6nnte. Auch ein Fehler. Bei staatlichen Akteuren* dann oft der Staat und die Politik &#8222;Das bringen wir nicht durch&#8220;. Aber liebe F\u00f6rderer*, das ist eben euer Job &#8211; diese Geschichte dann zu verkaufen! Kreativit\u00e4t braucht es auf allen Seiten. Die Kreativen verkaufen auch \u00f6fters ihre Seele. Und sagen auch irgendwann: &#8222;Warum zur H\u00f6lle, soll ich bei Designpreisen mitmachen? Das ist eh nicht die Art von Design f\u00fcr die ich stehe!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verbesserungsm\u00f6glichkeit 2: Angepasste F\u00f6rdermethoden f\u00fcr kreative und schweizerisch sozialisierte Mentalit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei allem Wettbewerbsglauben &#8211; und ja den muss es geben. Man kann ja auch einen Mix finden. Also gleichzeitig Wettbewerb mit Eingaben und Headhunting zu machen (also das aktive Suchen). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn beim reinen Wettbewerb geht die kreative Mentalit\u00e4t total verloren. Kreative sind nun mal mehrheitlich keine Selbstvermarkter*, sondern w\u00e4ren sie in anderen Berufen. Anders gesagt: Es sind eben keine US-Amerikaner*, die jeden Furz hoch loben und erz\u00e4hlen. Nein diese basteln hoch kreativ und teilweise mit radikalsten cleveren L\u00f6sungen. Sie f\u00fcrchten oft die \u00d6ffentlichkeit, mehr noch sich selbst zu vermarkten oder gar eine Firma in den Sand setzen. Dies ist kein Versuch, sondern eine Niederlage. Die die kein Problem haben mit in den SAnd setzen, sind Enterpreneuere*, da geh\u00f6rt das dazu. All das besch\u00e4ftigt Kreative in CH. Dazu kommt der Aufwand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wettbewerbe sind ein massiver Aufwand. Viele F\u00f6rderer* sind sich das nicht bewusst bzw. kommen mit dem schon leicht angestrengten Argument: &#8222;Da draussen ist auch der Wettbwerb&#8220;. Dazu muss man sagen ja. Das muss auch so sein. Aber eben nicht nur. Wenn die Art des nur Wettbewerbsf\u00f6rdern so erfolgreich sein w\u00fcrde, s\u00e4he es in der Schweiz besser aus auch International. Oder gibt es wenig Anspruch in CH? In diesem Sinn: Es braucht angepasste F\u00f6rdermethoden. Auf Kreative ausgelegte F\u00f6rderung. Die meisten Wettbewerbe sind aber das Gegenteil &#8211; sie k\u00f6nnten geradezu aus einer Anwaltskanzlei oder der HSG kommen bis hin zu den Formulierungen. Liebe F\u00f6rderer* seid mal kreativ von den anderen verlangt ihr es auch! Ihr lebt sogar von deren Kreativit\u00e4t &#8211; vom symbolischen Kapital, dass der F\u00f6rderer* auf sich \u00fcbertr\u00e4gt. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">F\u00f6rdermethode f\u00fcr die Schweiz: Der MillesPlateaux-Wettbewerb<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schweizerisch sozialisierte Personen sind wie viele Kreative eigentlich scheu und zur\u00fcckhaltend. Oder Design technischer: Sie sind Helvetica, sie wollen nicht auffallen (ein bisschen Swiss oder Flat Design). Sie sind teilweise brilliant, aber niemand wird je davon erfahren, weil sie es nicht rumerz\u00e4hlen oder nur in sehr kleinen begrenzten Communities. Man erf\u00e4hrt es nicht, es muss immer ganz fertig sein oder sonst ist es nichts. (Kreative) Schweizer* m\u00f6chten gebeten werden, andere m\u00fcssen f\u00fcr sie einstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wettbewerbe sollten deswegen so gestaltet sein, dass jeder* und jede* Menschen einreichen kann. F\u00fcr sich oder jemand anderen. Einfach und kurz: Interessant: XYZ, Webseite oder Bild in eine Webdatenbank. Diese Eintr\u00e4ge werden dann gepr\u00fcft. Dazu k\u00e4men dann auch noch die Vorschl\u00e4ge von Headhunters, die eben systematisch Ausstellungen auch in Hinterb\u00fczli besuchen und Leute vorschlagen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorgeschlagenen &#8222;Tipps&#8220; sollten dann auch informiert werden, dass man ihre Arbeit interessant finden (gerade von Juries oder Headhuntern): Gerade wenn sie von Fachmagazinen, Headhunters oder Schulen kommen. Je nachdem k\u00f6nnten sie auch gewichtet sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende ist alles Motivationsdesign! Und Wettbewerbe ganz besonders. Man will ja die Besten* und nicht die Motiviertesten*. Die hat man ja heute auch schon. Das sind die, die sich nicht davon abbringen lassen einzureichen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann findet der klassische Wettbwerb teil. Die Sachen werden durchgesehen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nebenfunktion Archiv<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch entst\u00e4nde auch ein Archiv interessanter Arbeiten in CH \u00fcber die Jahre und Jahrzehnte. Und man k\u00f6nnte im Jahr darauf die oben auf den Listen nochmals anschauen. Man k\u00f6nnte auch Preise vergeben f\u00fcr Talente \u00fcber die Jahre. Auch w\u00e4re es m\u00f6glich eine Geschichte zu schreiben und zu sehen, warum man wichtige Trends einfach verschlafen hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verschiedene Designkulturen &#8211; Designbegriff<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt verschiedene Designkulturen in der Schweiz. Leider wird nach wie vor die grosse Zeit des Schweizer Design der 50\/60\/70er Jahre hochgehalten. Dieses Design war teilweise so erfolgreich, dass es auch wieder gehasst wird: Globalisierungschrift Helvetica.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade die interaktiven Medien und die Games haben ganz andere Kulturen als diese. Sie grenzen sich sogar bewusst davon ab. Dies muss ber\u00fcchsichtigt werden. Scheint aber \u00fcberhaupt nicht der Fall. <br><br>Wer sich durch die Schweizer Designpreise klickt &#8211; BAK oder Designpreis Schweiz etwa bekommt einen sehr altmodischen Begriff von Design zu sp\u00fcren. Da hat man das Gef\u00fchl, es gehe immer noch sehr um Oberfl\u00e4che &#8211; nicht dass das nicht wichtig ist, aber nicht nur. Und das ist dann wirklich sehr altmodisch. Dabei geht es auch um Funktion, Innereien, Code design. Zum Gl\u00fcck ist es in der Kunst nicht anders. Da f\u00e4llt es nicht so auf. Und ja hier fehlt bis heute einfach auch das Personal, wie es scheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man stellt ein fast vollst\u00e4ndiges Fehlen von rein digitalen Arbeiten fest.. Es scheint auch so als sei man um 2000 ein bisschen bem\u00fcht gewesen und dann wieder sehr schnell zur\u00fcckgefallen in alte Muster. Und ja wenn ein Feld eben nicht privatwirtschaftliche beackerbar ist, dann sollte der Stadt eingreifen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier eine kleine Anektode aus dem Bereich Hochschule-Wirtschaftsf\u00f6rderung (KTI heute Innosuisse): Auf die Frage, ob sie denn sowas wie Twitter oder Facebook-Games gef\u00f6rdert h\u00e4tten &#8211; kam die Antwort &#8211; sehr schnell. Sicher nicht, das gibt ja nicht viele Arbeitspl\u00e4tze und dann als Partner m\u00fcsste man nat\u00fcrlich eine grosse Firma haben wie Swisscom. Ist das noch zeitgem\u00e4ss? Ist das \u00fcberhaupt F\u00f6rderung? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist aus einem ganz anderen Bereich als Design\/Entertainment. Das Problem ist aber dasselbe. Risikominimierung. Und keine Klausel wie &#8222;Wir investieren in 30% Risikoprojekte&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Risikoprojekte &#8211; 30%<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn in einem Wettbewerb alle Projekte fertig werden oder gar ein Erfolg werden, dann ist das Riskmanagement des Wettbewerbs schlecht. Es wurde zu wenige in riskante Projekte investiert. Darum sollte jeder Wettbewerb eine Klausel haben, dass 30% Risikoprojekte sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jury &#8211; keine mixed Juries f\u00fcr virtuelle Welten wie Games!<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juries m\u00fcssen im Falle von rein virtuellen Welten wie Games fachspezifisch sein. <br><br>Warum?<strong> <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Games sind spezifische Produkte und nicht zu verwechseln mit anderen Design oder Entertaiment Produktion. Das heisst, sie sind nur interaktiv erfahrbar.  Das Motivationsdesign ist intrinsisch und nicht wie bei vielen Design Produkten extrinsisch. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele &#8211; gerade wenn es sich um seri\u00f6se Angeh\u00f6rige der Designzunft geht &#8211; sind oft auch prinzipiell gegen Games eingestellt (wie ein Teil der Gesellschaft auch): Sie sind nichts wert, das tun (bis heute h\u00e4lt sich das) nur Kinder und \u00fcberhaupt, die Grafik. Die Wahrheit: Die Grafiken sind anders, weil man eben nicht beim Analogen dazugeh\u00f6ren will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt auch ein Missverst\u00e4ndnis zwischen, ich kann &#8222;spielen&#8220; und ich verstehe etwas von Spielen. Dies ist sogar bei Gamedesignern* weit verbreitet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Games &#8211; m\u00fcssen zwingend eine eigene Kategorie sein in Wettbewerben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt, dass etwa Games zwingend eine eigene Kategorie sein m\u00fcssen. Denn sie sind nun mal anders, als die anderen Arten von Produkten und das seit Jahrtausenden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">F\u00f6rderer: Habitus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So das war es von meiner Seite. Anekdoten gibt es viele zu erz\u00e4hlen. Aber das tut man dann doch eher im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch, da die meisten Akteuere in diesem Feld nicht wirklich \u00fcber ihre eigene T\u00e4tigkeit lachen k\u00f6nnen. Denn so &#8211; ihr Habitus: Sie tun ja etwas Gutes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings muss man ihnen immer wieder entgegenhalten: Aber ihr werdet daf\u00fcr wenigstes bezahlt! Meist egal, wie es l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Sinn bearbeiten viele dasselbe Thema, aber man* sitzt eben \u00fcberhaupt nicht im selben Boot.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nein, danke<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch viele positive Erfahrungen in den letzten 20 Jahren. Aber man muss daran arbeiten, was eben nicht geht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pers\u00f6nlich habe ich mich eigentlich von dem Thema nach der Mitwirkung an der Z\u00fcrcher Game F\u00f6rderung verabschiedet (die deutlich besser war als andere Diskussionen &#8211; wenn viele Resultate dann doch anders sind) &#8211; aus mehreren Gr\u00fcnden. Einige konnte man hier oben lesen. Vielleicht hilft es Einigen* beim Einstieg in dieses &#8222;M\u00e9tier&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viel Spass damit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pers\u00f6nliche Findings aus 25 Jahren F\u00f6rderung mit verschiedenen Rollen Ren\u00e9 Bauer Die pers\u00f6nlichen Erkenntnisse reichen hier von Stiftungen wie die Grossen wie Migros bis staatlichen F\u00f6rderern wie ProHelvetia bis Bundesamtf\u00fcrKultur (BAK) oder Innosuisse \u00fcber 25 Jahre und das als Antragsteller, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=13282\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-13282","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13282","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13282"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13301,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13282\/revisions\/13301"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13282"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}