{"id":1611,"date":"2010-11-05T11:35:23","date_gmt":"2010-11-05T10:35:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=1611"},"modified":"2010-11-05T11:35:23","modified_gmt":"2010-11-05T10:35:23","slug":"medalofhonor-ein-antikriegsspiel-perversionen-einer-gewaltverherrlichenden-mainstream-gameindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=1611","title":{"rendered":"&quot;MedalOfHonor ein Antikriegsspiel&quot; &#8211; Perversionen einer gewaltverherrlichenden Mainstream-Kriegsgameindustrie"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-11-05-um-11.31.01.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1612\" title=\"Bildschirmfoto 2010-11-05 um 11.31.01\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-11-05-um-11.31.01-300x176.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"176\" \/><\/a>Die Strategie Games zu einem Kulturgut zu erkl\u00e4ren, zeigt nun ihre perverse Wirkung. Immer \u00f6fter treten Vertreter des Mainstream des Mainstreams auf und sagen Dinge in der Art: &#8222;Unser Egoshooter ist Kultur und muss gesch\u00fctzt werden.&#8220; Bekannt sind diese Bez\u00fcge auf die Kultur etwa von Crytek. Es sind also Mainstreamprodukte, die nach kulturellem Schutz rufen, obwohl sie nicht sch\u00fctzenswert sind, denn eigentlich bedroht sie \u00fcberhaupt nichts, weder wirtschaftliche Probleme noch k\u00fcnstlerisch sind sie bedroht. Dabei ist ja gerade das Gegenteil der Fall, diese Produkte werden nicht behindert, sondern d\u00fcrfen wie jeder krasse Horrorfilm auch, was sinnvoll ist, &#8222;erst&#8220; ab 18 Jahren verkauft. Die Altersgrenze von 18 verschafft ihnen sogar noch &#8222;StreetCredibility&#8220;.<!--more--><br \/>\nDie neuste und wohl perfideste Art der Verharmlosung und &#8222;Schutzw\u00fcrdigkeit&#8220; wird nun juristisch benutzt um die Altersgrenze nach unten zu dr\u00fccken bzw. um Aufmerksamkeit zu heischen: MedalOfHonor erkl\u00e4rt sich zum Antikriegsspiel:<br \/>\n<em>&#8222;Die Hintergrundgeschichte, in die der Spieler in besonderer Weise eingebettet ist, problematisiert vielmehr das Kriegsgeschehen. Zunehmend zweifeln die Soldaten am Sinn der Befehle, die sie auszuf\u00fchren haben. Das Spiel folgt der Tradition filmischer Umsetzungen der Kriegsthematik wie beispielsweise &#8218;Soldat James Ryan&#8216; oder &#8218;Inglourious Basterds&#8216;, die mit teilweise sehr drastischen Gewaltdarstellungen arbeiten.&#8220; EA Unternehmenssprecher Martin Lorber (<\/em><em><a href=\"http:\/\/www.golem.de\/1011\/79164.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.golem.de\/1011\/79164.html<\/a>)<\/em><br \/>\n<strong>Moralische Eichung einer Industrie?<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-11-05-um-11.34.43.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1614\" title=\"Bildschirmfoto 2010-11-05 um 11.34.43\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-11-05-um-11.34.43-300x215.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"215\" \/><\/a>Dabei wird die Erkenntnis, dass in einer menschlichen Gesellschaft sehr viel kulturell ist , offensichtlich missbraucht. Besonders erb\u00e4rmlich scheint die Vorstellung zu sein von &#8222;Antikriegsfilmen&#8220; bei EA (und der Mainstreamindustrie \u00fcberhaupt): &#8222;Soldat James Ryan&#8220; oder &#8222;Inglorious Bastards&#8220;. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Kriegsfilme, die keinen Anspruch auf &#8222;Antikriegsfilme&#8220; erheben k\u00f6nnen, da sie: Krieg nicht problematisieren oder Krieg hinterfragen (hier gewinnen immer die guten Amerikaner) noch die Brutalit\u00e4t in Frage stellen (&#8218;Inglourious Basterds&#8216;), noch nehmen sie die Thematik wirklich ernst (Klamauk bei &#8218;Inglourious Basterds&#8216;). Beides sind zudem Filme, die auf Mainstreamkino ausgelegt sind. Beide Filme k\u00f6nnen sogar als Propaganda f\u00fcr die (amerikanische) Kriegsmaschinerie gelesen werden und stehen eins in der Reihe mit dem Propagandaspiel &#8222;Americas Army&#8220;.<br \/>\nDabei g\u00e4be es gute &#8222;Antikriegsfilme&#8220; angefangen bei Mainstream-Filmen wie Apocalypse Now, Thin Red Line, Die Br\u00fccke, Im Westen nichts, \u00a0Neues \u00a0zu Path of Glory, Waltz with Bashir. Die Liste ist lang.<br \/>\n<strong>Verharmlosend und nahe bei Propaganda wie &#8222;Americans Army&#8220;<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-11-05-um-11.33.18.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1613\" title=\"Bildschirmfoto 2010-11-05 um 11.33.18\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2010-11-05-um-11.33.18-300x196.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"196\" \/><\/a>Es scheint als, h\u00e4tte diese Gamemainstreamindustrie ihren moralischen Kompass l\u00e4ngst verloren und f\u00fchle sich so m\u00e4chtig, dass sie sich alles erlauben k\u00f6nnen. Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=804\" target=\"_blank\">GodOfWar an der FMX<\/a>. Denn eigentlich tut ein Grossteil der Kriegsgames nichts anderes als mit Krieg Werbung zu machen und ihn letztlich zu verherrlichen. Hier wird einfach get\u00f6tet, ausgeknipst, nicht daneben geschossen und r\u00f6chelnd Sterben dient nicht zur Abschreckung und der Darstellung von Menschlikeit sondern ist Kick. Die Unterschiede zu Kriegs-Propaganda-Spielen wie &#8222;Americans Army&#8220; sind meist nicht existent. Ein Antikriegsfilm m\u00f6chte den Krieg an sich (nicht nur den nicht-amerikanischen Krieg) verhindern, ein Antikriegsspiel m\u00fcsste die Leute dazu bringen, Krieg, die Logik, die Gewaltigkeit, die Unmenschlichkeit darzustellen und zu zeigen, dass es so nicht geht. Wer ein Antikriegsspiel spielt m\u00fcsste am Ende das Spiel zur Seite legen und sagen: Ok, Krieg, das Simulieren von Krieg als Spiel ist jenseits, es richtet sich gegen Menschen, verbreitet Stereotypen. Es stellt sich sogar die Frage, ob man Krieg spielend und simulierend nicht Krieg f\u00f6rdert. Dies sind Fragen, die man sich stellen m\u00fcsste nach einem Kriegsspiel. Fragen, die etwa Spiele wie &#8222;<a href=\"http:\/\/www.newsgaming.com\/games\/index12.htm\" target=\"_blank\">12. September<\/a>&#8220; stellen und erfahrbar machen.<br \/>\nMedalOfHonor ist um es deutlich zu sagen ein kriegsverherrlichendes Spiel, das zeigt schon der Titel &#8222;Medal of Honor&#8220;. Krieg generiert nur Auszeichnungen und keine Ehre.<br \/>\n<strong>Kultureller Schutz nicht f\u00fcr alles und jeden: Differenzierung als Strategie &#8211; Abgaben aus Games an Kriegsgebiete<\/strong><br \/>\nEs wird in den n\u00e4chsten Monaten und Jahren wichtig sein, Differenzierungen herauszuarbeiten, gerade auch von Seiten der Gamedesigner und \u00a0Spielekulturvertreter, um zu zeigen, wo eine Grenze verl\u00e4uft und wo, der &#8222;kulturelle&#8220; Schutz endet. Und eine Industrie, die mit Kriegsspielen ihr Geld verdient ist einfach nicht sch\u00fctzensw\u00fcrdig, man sollte viel eher die Hersteller dazu verpflichten, die H\u00e4lfte des Geldes abgeben zu m\u00fcssen f\u00fcr den Wiederaufbau etwa von Kriegsgebieten oder Spiele mit Hakenkreuzen dazu verpflichten Geld abzugeben f\u00fcr die Entsch\u00e4digung der letzten verbliebenen Opfer.<br \/>\nDaf\u00fcr sollte die Community der Gamedesigner einstehen und nicht sich sch\u00fctzend vor Perverse stellen, die allen ernstes aus MedalOfHonor ein Antikriegsspiel machen wollen. Hier k\u00f6nnte Glaubw\u00fcrdigkeit auch von Entwicklerseite beginnen: Entwickler sollten eben differenzierter sein als ihre Kritiker.<br \/>\n<strong>Nachtrag: <\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=1649\" target=\"_blank\">Warum Firstpersonshooter Spass machen. Mehr dazu &gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Strategie Games zu einem Kulturgut zu erkl\u00e4ren, zeigt nun ihre perverse Wirkung. Immer \u00f6fter treten Vertreter des Mainstream des Mainstreams auf und sagen Dinge in der Art: &#8222;Unser Egoshooter ist Kultur und muss gesch\u00fctzt werden.&#8220; Bekannt sind diese Bez\u00fcge &hellip; <a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=1611\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1611","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1611"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1611\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}