{"id":196,"date":"2017-10-28T22:38:01","date_gmt":"2017-10-28T22:38:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=196"},"modified":"2017-10-28T23:41:56","modified_gmt":"2017-10-28T23:41:56","slug":"chiller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=196","title":{"rendered":"CHILLER (BEST MONSTER KILLER) 1986 oder wo selbst die Tarnung Ironie nicht mehr funktioniert"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/NAXDwuSRVpU\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe> Man fragt sich des \u00d6ftern, wann die unverstellte Anwendung (also kein Fantasy, keine Zombies oder Aliens) von Gore in Computerspielen angefangen hat. Nat\u00fcrlich war sie immer da, aber eher geduldet als hochgejubelt wie heute. Zombies, Vampire pflastern in ungeahnter Weise inzwischen die Neuerscheinungen sowohl beim Film wie im Game.<\/p>\n<p><strong>80er Jahre &#8211; ein anderer Gewaltdiskurs<\/strong><\/p>\n<p>Vergessen wird dabei, dass die 80er und die beginnenden 90er Jahre im Spielbereich einen Bogen um allzu konkrete Darstellung machte (nicht nur aus technischer Hinsicht) und viele Spiele mit konkretem menschlichen heutigem Krieg als Thema (in 3D) gar nicht so verbreitet waren. \u00a0Dazu trug nat\u00fcrlich die Kontrolle etwa der USK bei, aber eben nicht nur. \u00a0Regelm\u00e4ssig\u00a0findet man in Computer- wie Spielmagazinen dieser Zeit, despektierliche \u00c4usserungen \u00fcber zu realistisch oder \u00fcbertreibende &#8218;Gewaltdarstetellungen&#8216; (&#8218;F\u00fcr die, die es n\u00f6tig haben&#8216;) in realen Settings (Die Zeit der jederzeit atomaren Vernichtung, war wie man heute weiss, ja kein Hirngespinst vgl. 1983). Darum waren auch Spiele wie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zR6BzKrIJ5o\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cabal<\/a>, Mortal Kombat (mit viel Blut) oder Manhunt \u00a0ein tiefer Einschnitt im Diskurs.<\/p>\n<p><strong>CHILLER &#8211;\u00a0BEST MONSTER KILLER 1986<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-205 alignright\" style=\"font-size: 1rem;\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-29-um-00.12.17-1-156x300.png\" alt=\"\" width=\"156\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-29-um-00.12.17-1-156x300.png 156w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-29-um-00.12.17-1.png 518w\" sizes=\"auto, (max-width: 156px) 100vw, 156px\" \/>Um 1986 wurden nat\u00fcrlich auch gen\u00fcsslich Monster gek\u00f6pft und Probleme gewalt\u00e4tig gel\u00f6st etwa in Spielen wie Barbarian oder Gauntlet. CHILLER (auf Deutsch Tiefk\u00fchler) herausgekommen als Arcade geht einen Schritt weiter. Mittels einer Lightgun werden Szenen eines Schlosses eingeblendet (eine Story scheint v\u00f6llig zu fehlen). In einem \u00dcbersichtscreen kann man verschiedene &#8218;Kammern&#8216; in einem Schloss ausw\u00e4hlen.<span style=\"font-size: 1rem;\">Es gibt dabei 4 mit R\u00e4umen: Torture Chamber, Rack room, \u00a0Hallway, Graveyard. In Hallway und Graveyard gibt es tats\u00e4chlich Monster, Geister, W\u00f6lfe.\u00a0Die Spielmechanik ist dabei immer dieselbe: ein Zeitlimit l\u00e4uft ab, w\u00e4hrend man das Monstermeter auf Null bringen muss, indem man Monster erschiesst.<\/span><\/p>\n<p>Sehr viel \u00a0Problematischer sind die zwei anderen R\u00e4ume. Hier sind nackte Personen angekettet, in Foltermaschinen gespannt. Der Spieler muss die Personen \u00a0t\u00f6ten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-203 alignright\" style=\"font-size: 1rem;\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-29-um-01.22.32-300x187.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-29-um-01.22.32-300x187.png 300w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-29-um-01.22.32-768x479.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Bildschirmfoto-2017-10-29-um-01.22.32-1024x639.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Dabei kann er nicht nur einmal drauf schiessen, sondern gezielt einzelne Teile abschiessen. Das Ganze ist sehr blutig und wird vom Setting unterst\u00fctzt: Es gibt sogar Blutkan\u00e4le, in denen die abgeschossenen Bein schwimmen. Ebenfalls k\u00f6nnen die Torturemaschinen genutzt werden, um das ganze zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Bedenklich an diesem Spiel (das dereinst die NPC und KIs als Beispiel f\u00fcr die Brutalit\u00e4t der Menschheit werten werden \ud83d\ude42 ) ist die v\u00f6llig unmotivierte Handlung. Gewalt ist hier kein Mittel zu etwas Besserem &#8211; etwa Erl\u00f6sung. Der Handelnde k\u00f6nnte ja auch einfach die Personen retten. \u00a0Stattdessen feuert er auf sie, zerst\u00fcckelt sie weiter. \u00a0Nur so l\u00e4sst sich das Spiel &#8218;gewinnen&#8216;. Ironisierende, zynische oder kom\u00f6diantische Elemente sind im Spiel nicht auszumachen. Es bleibt &#8211; auch &#8218;Dank&#8216; der Soundkulisse und Mechaniken wie Boni sind in K\u00f6rpern versteckt &#8211; nur der Nachgeschmack von Sadismus \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Dass es auch anders geht mit derselben Hardware zeigen die anderen Spiele mit derselben EXIDY-Hardware wie <a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=191\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Crossbow<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man fragt sich des \u00d6ftern, wann die unverstellte Anwendung (also kein Fantasy, keine Zombies oder Aliens) von Gore in Computerspielen angefangen hat. Nat\u00fcrlich war sie immer da, aber eher geduldet als hochgejubelt wie heute. 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