{"id":2746,"date":"2011-07-31T09:03:11","date_gmt":"2011-07-31T08:03:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=2746"},"modified":"2011-07-31T09:03:11","modified_gmt":"2011-07-31T08:03:11","slug":"games-und-kunst-teil-der-computerart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=2746","title":{"rendered":"Games und Kunst: Teil der ComputerArt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-08-01-um-16.48.24.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2884\" title=\"Bildschirmfoto 2011-08-01 um 16.48.24\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-08-01-um-16.48.24-300x228.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"228\" \/><\/a>&#8222;Sind Games Kunst?&#8220; Darauf gibt es verd\u00e4chtig viele positive Antworten im &#8222;Mainstream&#8220; im Moment. Dabei ist die Frage so allgemein und undifferenziert, dass es eher ein JaNein sein m\u00fcsste, mit der Anschlussfrage: &#8222;Welche Spiele sind denn Kunst? Und noch klarer: Was ist Kunst im Bereich Games?&#8220; Um eine Differenzierung dr\u00fccken sich dann gerade die vehementesten Bef\u00fcrworter herum, nat\u00fcrlich mit gutem Grund: Sobald man im einzelnen die &#8222;kulturellen&#8220; Spiele anschaut, geht es um Kriterien und noch heikler die Frage: &#8222;F\u00fcr wen gelten sie? Wer akzeptiert sie? Und was ist bei einem Spiel Kunst? Kann man es auseinanderdividieren? <strong>Story? Grafik? Sound? Gamemechanik? Programmierung? <\/strong>oder<strong> gilt nicht vielmehr: Games sind als Systeme zu betrachten<\/strong>&#8222;<!--more--><br \/>\n<strong>Die Perspektive der Computerart auf die Kunstfrage der Games<\/strong><br \/>\nEine Kunstform, die sich schon seit Jahren mit der Frage von &#8222;Kunst mit Computern?&#8220; auseinandersetzt , ist die ComputerArt.\u00a0Macht man einen Schritt zur\u00fcck, so geh\u00f6ren die Games (falls Games als Kunst und nicht nur als Kultur gelten sollen) zur ComputerArt. Als Grundlage f\u00fcr einige polemische \u00dcberlegungen zu den neu ernannten Mainstream &#8222;Kunstgames&#8220; wie &#8222;La Noir&#8220;, &#8222;Mafia&#8220;, &#8222;Heavy Rain&#8220; oder (indier) &#8222;Flow&#8220;, &#8222;Little Big&#8220;, &#8222;Minecraft&#8220; dienen hier die Thesen von <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Brian_Reffin_Smith\" target=\"_blank\">Brian Reffen Smith<\/a>:\u00a0&#8222;<a style=\"font-weight: normal;\" href=\"http:\/\/www.interactivearchitecture.org\/43-dodgy-statements-on-computer-art.html\" target=\"_blank\">43 Dodgy Statements on Computer Art<\/a>&#8222;.<br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-08-01-um-18.02.32.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2893\" title=\"Bildschirmfoto 2011-08-01 um 18.02.32\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-08-01-um-18.02.32-300x176.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"176\" \/><\/a><\/strong><br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-08-01-um-16.52.48.png\"><\/a>A. Games und seine Aspekte<\/strong><br \/>\n<strong>Aa. Story<\/strong><br \/>\n<em>&#8222;18. Just as everyone has a novel inside them, many believe they have an artwork. The purpose of a good art school is to seek out these people and stop them.&#8220;<\/em><br \/>\nViele Stories sind leider noch nicht allzu ausgekl\u00fcgelt oder gar interaktiv bei Games. Stories von Spielen mussten meist auch nicht besonders clever sein, da der Schwerpunkt eher beim Regelwerk und der Spielmechanik lag (Mehr ludologisch als narratologisch). Potential zur Entwicklung eigener Formen ist hier zweifelsohne vorhanden.<br \/>\n<em>&#8222;22. The best interactive art always makes you look at the participants.&#8220;<\/em><br \/>\nMehr dazu gibt es in den Postings rund um diesen Artikel auf Gamelab.ch:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=2752\" target=\"_blank\">Story Telling &#8211; dein eigenes Abenteuer &gt;<\/a><br \/>\n<strong>Ab. Die Frage des Displays: Grafik-Display, Sound-Display<\/strong><br \/>\nDie meisten Seligsprechungen der Games laufen im Moment \u00fcber das Grafikdisplay . Zum einen wird die Technologie gew\u00fcrdigt: &#8222;Ein neuer Meilenstein mit Shadern xyz&#8220;<br \/>\n<em>&#8222;4. Using state-of-the-art technology merely produces state-of-the-technology art.&#8220;<\/em><br \/>\nzum anderen gilt gerade jede Abstraktion von diesem Hyperrealismus als &#8222;Kunst&#8220; (inklusive &#8222;neo-abstrakte&#8220; Retrografiken &#8211; wo sind die Weiterentwicklungen bei den Retrografiken?).<br \/>\n<em>&#8222;2. Constraint is liberty; reduce to the maximum.&#8220;<br \/>\n<\/em><em>&#8222;27. Beware of computer art as farce repeating itself as history.&#8220;<\/em><br \/>\nBeim Grafikdisplay ist jeder Experte: Sei es als Nutzer oder als Grafiker. Der Iconic-Turn hat sich inzwischen so in die Kultur eingegraben, dass alles visuell zu sein scheint und die Folge: Games werden nur noch auf dieser Ebene beurteilt. Die meisten Auswahlen f\u00fcr Spiele bei Awards laufen all zu oft \u00fcber das Visuelle. Dabei ist klar:<br \/>\n<em>&#8222;24. Art is not craft.&#8220;<br \/>\n<\/em><em>&#8222;20. Many people think that graphic design is art. Art is undertaken for art-like reasons, graphic design for graphic design-like reasons. There may of course be overlap. There should never be confusion.&#8220;<br \/>\n<\/em><em>&#8222;39. We do not admire Picasso\u2019s Guernica or Goya\u2019s The Third of May 1808 solely because of the techniques used, yet we are often invited to admire computer art for just that reason. Art that is deliberately content-free is one thing. Art that is accidentally, lumpenly content-free is another.&#8220;<\/em><br \/>\nAber es ist eben einfach Grafik zu bewerten, hier gibt es eine kulturelle Tradition. Noch weitgehend &#8222;undiskutiert&#8220; ist dabei, dass interaktive Grafiken (wie es Games sind), nach anderen Gesetzm\u00e4ssigkeiten funktionieren und ganz andere Anforderungen haben als Druckprodukte. F\u00fcr die Diskussion in der \u00d6ffentlichkeit warten wir mal noch &#8211; 5, 10 oder gar 20 Jahre?<br \/>\n<strong>Ac. Gamemechanik (Regeln)<\/strong><br \/>\nRichtig problematisch wird die Gretchenfrage &#8222;Kunst&#8220; bei den Gamemechaniken bei Mainstreamgames. Welche Gameplays sind Kunst? Was sind nicht schon hundertfach verwendet erprobte Mechaniken? Welche Mechaniken machen etwas anderes? Welche Games versuchen andere Wege zu gehen? Reicht ein einfaches &#8222;Spiel&#8220; wie Tiny Wings schon? Ist es ein &#8222;Spiel&#8220; wie Flow oder LineRider? Der Mainstream antwortet hier meist mit kleinen &#8222;Erfindungen&#8220;. Oft werden kleinste Unterschiede als Grossartigkeiten (f\u00fcr die Differenzierung in der PR) verkauft und werden marginal im Leveldesign eingesetzt (sind also nicht Teil der Hauptgamemechanik).<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-08-01-um-16.59.23.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2891\" title=\"Bildschirmfoto 2011-08-01 um 16.59.23\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-08-01-um-16.59.23-300x231.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"231\" \/><\/a><br \/>\n<strong>B. Games als eigene Spielysteme aus Story, Grafik und Gamemechanik<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<em>&#8222;35. Art is visual philosophy. But computer art is not visual computer philosophy.&#8220;<\/em><br \/>\n<em> <\/em>Spiele in ihre Aspekte wie Story, Grafik und Gamemechanik zu zerteilen und dann zu beurteilen, ist eine klassische Kulturtechnik in einer ausdifferenzierten Gesellschaft.<br \/>\nDer Vorteil: Man kann die Effekte wie Story, Grafik an die bestehenden Erkl\u00e4rungs-, Kritik- und Verwertungskan\u00e4le anschliessen. Es gibt schon Personen, die sich mit Stories (Writer, Buchkritiker, Filmkritiker, Germanisten) oder mit Grafik (Grafiker, Design-Hochschulen) auskennen.<br \/>\nDer Nachteil: man wird dem Ph\u00e4nomen eines spezifischen Spiels nicht gerecht, denn das Ph\u00e4nomen Game ist ein komplexes System aus gerade diesen verschiedenen bekannten Aspekten mit der Triebkraft Gamemechanik.<br \/>\nGames sind in diesem Sinne sehr komplex in ihrer Erstellung und Konstruktion, damit sie einfach in ihrem Gebrauch (Spiel) sind. Dieser Vorteil des Spiels &#8222;Einfach sein zu k\u00f6nnen, inhaltlich (Story, Spielmechanik) wie an seiner Oberfl\u00e4che (Grafik, Bedienung).&#8220; ist gleichzeitig ihr gr\u00f6sster Nachteil.<br \/>\n<strong>C. Die Kunst der Games und die Gesellschaft<\/strong><br \/>\nWie sieht es nun mit der Frage der Mainstreamspiele in der Gesellschaft als Kunstform aus? Werden sie da als Kunstform wahrgenommen?\u00a0Sind sie etwa kritisch oder zeigen sie eine neue Art des Sehens?<\/p>\n<div id=\"_mcePaste\"><em>&#8222;26. Seen in the light of Guy Debord\u2019s \u201cThe Society of the Spectacle\u201d, computer art is very spectacular indeed.&#8220;<\/em><\/div>\n<p>Hier hat es das Spiel naturgem\u00e4ss sehr schwer, wahrgenommen zu werden. Denn was f\u00fcr die ComputerArt gilt, gilt f\u00fcr die Mainstream und die meisten Indie-Games erst recht: Die Spiele sind in den allermeisten F\u00e4llen Spektakel f\u00fcr den Spieler und mit ihm die Gesellschaft. \u00a0Sie unterhalten, machen Spass und daf\u00fcr werden sie gekauft und konsumiert. Die Kunst dabei ist, dass es auf einem ganz anderen Niveau passiert als in den Medien wie Film oder Fernsehen: Hier erleben die Spieler am eigenen Leibe, es wird experimentiert und der Spieler vollf\u00fchrt die Gamemechanik das Spiel. Aber jenseits diese Raumes geschieht (fast wie im Museum) nichts.<br \/>\n<em>&#8222;35. Art is visual philosophy. But computer art is not visual computer philosophy.&#8220;<\/em><br \/>\nEs erstaunt deswegen nicht, dass der \u00a0deutsche Medientheoretiker P.M.Ong, sogar noch weiter geht und die aktuellen Spiele in die Ecke &#8222;Philosophie&#8220; und &#8222;Modelle&#8220; stellt. F\u00fcr ihn sind\u00a0Games die modernsten Philosophien bzw. Modelle der heutigen Welt. Sie seien kleine vereinfachte Philosophien der Welt, wo komprimiert die Welt erlebbar wird\u00a0\u00a0(Wir spielen etwa Konkurrenz in weltweiten Egoshootern &#8211; jeder f\u00fcr sich alle gegen alle oder in kleinen Teams.). In diesem Sinn k\u00f6nnte man sie &#8211; folgt man Ong &#8211; schon fast als Kunst bezeichnend, w\u00e4ren sie nicht auch Promotern dieser marktwirtschaftlichen Kultur. (Mehr zum Thema:\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=2433\" target=\"_blank\">Sind Games Kunst ? &gt;<\/a>)<\/strong><br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=2433\" target=\"_blank\"><\/a><\/strong>Alle Orginalzitate in ihrer Orginalreihenfolge:<br \/>\n<strong><a href=\"http:\/\/www.interactivearchitecture.org\/43-dodgy-statements-on-computer-art.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.interactivearchitecture.org\/43-dodgy-statements-on-computer-art.html<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Sind Games Kunst?&#8220; Darauf gibt es verd\u00e4chtig viele positive Antworten im &#8222;Mainstream&#8220; im Moment. Dabei ist die Frage so allgemein und undifferenziert, dass es eher ein JaNein sein m\u00fcsste, mit der Anschlussfrage: &#8222;Welche Spiele sind denn Kunst? 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