{"id":3426,"date":"2011-11-23T23:28:30","date_gmt":"2011-11-23T22:28:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=3426"},"modified":"2011-11-23T23:28:30","modified_gmt":"2011-11-23T22:28:30","slug":"el-rey-de-la-montana-film-zur-frage-was-passiert-wenn-sich-der-spielframe-verschiebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=3426","title":{"rendered":"El rey de la monta\u00f1a &#8211; Film zur Frage: Was passiert, wenn sich der Spielframe verschiebt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-11-23-um-15.40.47.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3425\" title=\"Bildschirmfoto 2011-11-23 um 15.40.47\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-11-23-um-15.40.47-300x172.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"172\" \/><\/a>Gerade eben wurde wieder einmal der Krieg, ob Games Kunst seien, vom Kultur-Olymp f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt <span style=\"text-decoration: line-through;\">(Gl\u00fccklicherweise besitzt die Schweiz keinen Flugzeugtr\u00e4ger. Und hoffen wir, dass kein b\u00fcrgerlicher Politiker das liest, sonst wollen sie noch einen anschaffen)<\/span>. Derweil k\u00e4mpft man um den Berg eher mit der Frage, welche der Spiele k\u00f6nnen als Kunst akzeptiert werden (und was ist dagegen banal Kultur) oder um die Frage, was inszeniert Game anders als Film (wobei f\u00fcr einige Gamedesigner klar ist, dass Filme nur sehr sehr lineare Games sind .-)<br \/>\n<strong>&#8222;Rey del a montana&#8220;<\/strong> ist ein Film, der im Unterholz der kulturellen (Game-)W\u00e4lder\u00a0spielt. Der Spielkonzepte mit der Realit\u00e4t konfrontiert. Ganz in Gamemanier hat das Auto des Protagonisten in den Bergen einen Platten. Eine auswegslose Situation? Geht es nun zu Fuss weiter?<br \/>\n<!--more--><br \/>\nInnert k\u00fcrzester Zeit stellt sich allerdings heraus, die Luft im Reifen entweicht durch ein Einschussloch. Ist es ein Querschl\u00e4ger von der Jagd? Was l\u00e4uft hier? Was sind die Regeln?<br \/>\n<strong>Schon im Spiel<\/strong><br \/>\nOhne es zu wissen, ist der Protagonist l\u00e4ngst Teil eines perversen Spiels und damit Teil eines Regelkreislaufes. <strong>&#8222;Rey del a montana&#8220; <\/strong>wird inszeniert aus dem Blickwinkel eines in die reale Welt verschobenen (Sniper-)Videogames. Dabei steckt man hier nicht in der Kamera der Helden sondern der Gegner, der KIs. Also alle die, die nur leben, um uns Spielspass zu generieren in einem Spiel &#8211; &#8222;<em>die modernen (KI-)Sklaven f\u00fcr unseren Spass<\/em>&#8220; (siehe P.M.Ong). <span style=\"text-decoration: line-through;\">(Wo bleibt \u00fcbrigens das realistische Kriegsspiel, bei dem man aus dem Panzer steigt und nach 15 Minuten per Kopfschuss getroffen wird? Und das jedes mal?)<\/span>. Und dies ist eben kein allzu gutes Gef\u00fchl &#8211; denn hier geht es im Realen um Schmerzen, um Furcht und Angst, also konkret um Empathie von der wir technologisch bei KIs sonst befreit sind.<span style=\"text-decoration: line-through;\"> (&#8222;<em>Wo k\u00e4men wir hin, wenn wir mitleiden m\u00fcssten mit den digitalen Toten.<\/em>&#8222;)<\/span><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3428\" title=\"Bildschirmfoto 2011-11-23 um 15.41.33\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2011-11-23-um-15.41.33-300x232.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"232\" \/><br \/>\n<strong>&#8222;Rey del a montana&#8220;<\/strong> realisiert die Geschichte der Perspektive der KI-Jagdszene gnadenlos realistisch mit seinen Widerspr\u00fcchen und kommt je l\u00e4nger es geht im Film dem Spiel mit seinen Logiken und Kameraeinstellungen \u00a0immer n\u00e4her bis hin zu den Schlussszenen im Brunnen im Bergdorf. Am Anfang ist es nur ein Strahl vom Berg durch ein Zielfernrohr: T\u00e4ter und Opfer sind getrennt durch Technologie, nur mit Kugeln wird eine Richtung &#8222;kommunziert&#8220;, langsam verringert der Film den Abstand zwischen J\u00e4ger und dem Gejagten bis hin zum Moment, wo die Kamera auf den Waffen in Gamemanier montiert werden und es in Egoperspektive zum realen Waterboarding im Bergdorfbrunnen \u00fcbergeht.<br \/>\n<strong>Die Kamera ist immer drauf auf dem Brennpunkt<\/strong><br \/>\nDabei wird klar, was Welt und Games unterscheiden (Regeln, Stereotypen etc.) und dennoch gibt der Film nicht auf weiterzuerz\u00e4hlen, was passiert wenn Gamelogik in die Welt importiert wird oder zumindest einige Menschen ein Videospiel in der Realit\u00e4t spielen. Und hier spielt auch der Film mit seinem Medium und seiner Konsumsituation seine St\u00e4rken aus: Man kann den Bildern nicht entkommen, man schaut bis zum Ende hin und erleidet diese Story. Die Interaktion findet hinter den Augen statt. Der Film endet da, wo viele Spiele im Bereich der Shooting-Games beginnen: bei einer gnadenlosen Naivit\u00e4t, Jugendlichkeit und Sinnlosigkeit, wo die Spielregeln zum \u00a0plausibilisierten Sinn werden. Der Film defiktionalisiert (nat\u00fcrlich sehr problematisch) mit Spielern (in seiner ganzen Widerspr\u00fcchlichkeit) in den spanischen Bergen Spiele, ihre Auswirkungen und die Spieler in ihrer handelnden Widerspr\u00fcchlichkeit.<br \/>\nDer Film setzt dabei auch die interessante vorallem spanische Film-Diskussion, um die Fragen, was sind Spiele (im Realen) wie in\u00a0<a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0117883\/\" target=\"_blank\">Tesis<\/a> oder den ebenfalls mit dem Cyberspace\/Realspace spielenden\u00a0<a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt0125659\/\" target=\"_blank\">Open your Eyes<\/a> weiter fort.<br \/>\n<strong>&#8222;Rey del a montana&#8220;<br \/>\n<\/strong><a href=\"http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt1085862\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.imdb.com\/title\/tt1085862<\/a>\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade eben wurde wieder einmal der Krieg, ob Games Kunst seien, vom Kultur-Olymp f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt (Gl\u00fccklicherweise besitzt die Schweiz keinen Flugzeugtr\u00e4ger. 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