{"id":3744,"date":"2012-02-12T19:22:45","date_gmt":"2012-02-12T18:22:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=3744"},"modified":"2012-02-12T19:22:45","modified_gmt":"2012-02-12T18:22:45","slug":"the-art-of-flight-ein-real-ssx-machinima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=3744","title":{"rendered":"THE ART OF FLIGHT &#8211; ein Real-SSX-Machinima"},"content":{"rendered":"<div id=\"_mcePaste\">SSX war eines der ersten Snowboardspiele (ab 2000), das sich explizit auf die Seite der unrealistischen Sportspiele geschlagen hat: Virtuell war alles m\u00f6glich geworden und Realit\u00e4t war dabei nichts: unm\u00f6gliche Spr\u00fcnge, unendliche Fl\u00fcge und Landungen. Das war das Konzept und setze sich dadurch von allem anderen ab. Daraus machte SSX keinen Hehl, sondern setzte genau auf diese Karte: Es war ein Spiel. Hyperrealismus um jeden Preis, Kameras an tausend Orten, Inszenierung und Werbung bis zum Exzess. SSX war revolution\u00e4r gerade indem es virtuell war. SSX Tricky setzte das Ganze dann fort. Konzept durch und durch: kein langes zu Fuss hochsteigen, virtuell gebeamt, unanstrengend, per Knopf konnte man es restarten, cool und immer sch\u00f6n &#8211; abgesehen von einigen Glitches.<\/div>\n<div>\n<br \/>\n<strong>Die Realisierung von SSX: THE ART OF FLIGHT &#8211; Snowboarders und Filme<\/strong><br \/>\n<strong><!--more--><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div id=\"_mcePaste\">In der Zwischenzeit leben die Konstrukte und Avatare von SSX Tricky in der realen Welt, das heisst SSX und das was SSX Tricky gross gemacht hat, hat das Spiel als menschliche Programme realisiert. Diese lebendig gewordenen Avatare aus SSX haben als Kids SSX gespielt, gelernt und begriffen, dass sie das werden wollten und sollten.Kein Wunder, denn sowohl hinter dem Spiel wie hinter der letzten Generation von Snowboarder steht nichts anderes als ein Programm. SSX Tricky war eine Art von Template daf\u00fcr. \u00a0Dabei sind \u00e4hnlich peinliche Menschen (Konstrukte) entstanden, wie sie in SSX seit Anfang der Serie im Spiel \u00a0sind. Eine letzte Realisierung von SSX Tricky als &#8222;Realit\u00e4t&#8220; stellt sicher der Film THE ART OF FLIGHT dar. Er ist eine Art Film von (Ex-)SSX-Spielern f\u00fcr virtuelle Welten SSX Tricky Spieler.<\/div>\n<p><\/p>\n<div><strong>THE ART OF FLIGHT und der MagicCircle Werbung<\/strong><\/div>\n<div><strong><br \/>\n<\/strong><\/div>\n<div>Um was geht es in diesem Film? Um ein paar Jungs, die durch die Gegend jetten (Wie interessant ein solches Linienflugzeug doch ist) und wo man ach so gef\u00e4hrliche Orte aussucht (Da gibt es Lawinen und Vulkanausbr\u00fcche mit Asche), um Tiefschnee zu fahren &#8211; frei nach dem Motto: &#8222;Da hat noch niemand gesnowboarded&#8220;. Die Frage warum wohl, wird schnell klar (der Film sugerriert, weil es so gef\u00e4hrlich ist): weil es noch nie jemand gab, der diese VIP-Snowboard-Avatare f\u00fcr einen Werbefilm um die Welt geflogen hat und dort per Werbeheli sch\u00f6n hoch und im Notfall auch wieder runterholt (Die wahren Pioniere der Szene waren vermutlich schon da, aber eben ohne Filmkamera und Werbesprachrohr vom Gummib\u00e4rchensafthersteller aus \u00d6sterreich).<\/div>\n<p><\/p>\n<div><strong>THE ART OF FLIGHT und die Levels<\/strong><\/div>\n<div><strong><br \/>\n<\/strong><\/div>\n<div>Der Film ist als eine Art Game aufgebaut: Immer ein neues Level (Alaska, S\u00fcdamerika etc) mit anderen Avataren (fast durchweg (Macho-)Jungs (warum gibt es da keine Girls? Die Szene und SSX Tricky hatte sie!), Exotic, Tiefschnee, Berge und nicht dazu passende Spr\u00fcche. Storytelling ist nicht gerade die St\u00e4rke dieses SSX-Machinima.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Alles in allem eine gut inszenierte Show f\u00fcr SSX oder Snowboard Geeks. Dazwischen sieht man waghalsige Lines durch den Tiefschnee, den noch niemand befahren konnte, weil man da nicht hochgekommen w\u00e4re, \u00a0ein bisschen Lawinen (auch das gab es selbst in SSX) und Spr\u00fcnge, die hoch und weit und sch\u00f6n choreografiert sind (und sicher geplant wurden, da musste der Heli oft rauf und runterfliegen). \u00a0Der Film selbst blendet das gekonnt aus. Auch gibt es vertuschte Schnitte, die suggerieren, die w\u00fcrden eine Line durch den Tiefschnee fahren und dann auf einen Riesenkick zurasen. Dabei sieht man gleich darauf, dass da schon 20x ge\u00fcbt w\u00fcrde. Alles in allem sehr suggestiv und man muss da schon recht viel gekifft (was die Protagonisten seit Jahren nicht mehr d\u00fcrfen, sie sind ja Sport-Profis) haben, dass einem da nichts auff\u00e4llt.<\/div>\n<p><\/p>\n<div><strong>THE ART OF FLIGHT \u00a0und die Avatare<\/strong><\/div>\n<div><strong><br \/>\n<\/strong><\/div>\n<div>Die Texte der Snowboarder sind geradezu Game reif. Sie sind platt bis zum Umfallen und stereotyp ohne ihresgleichen. Als Gamedesigner kennt man diese Texte und Dialoge, sie werden entworfen, um platten Figuren einen Background zu geben, Avatare m\u00fcssen Leerstellen und Projektionsfl\u00e4chen f\u00fcr Spieler sein, es darf aber nicht zu konkret sein, sonst k\u00f6nnte man Probleme bekommen und das Ganze k\u00f6nnte kippen. GTA l\u00e4sst gr\u00fcssen. In diesem Sinn: Dialoge f\u00fcr stereotype Avatare, die man hier sprechen l\u00e4sst. Dabei sollen die Texte n\u00e4her bringen, was f\u00fcr Menschen das sind oder anders gesagt: Die Dialoge sollen zeigen, dass es \u00fcberhaupt Menschen sind! Denn zu sehr ist klar, diese Snowboarder sind Avatare f\u00fcr ein Spiel herumgeschickt und gebucht f\u00fcr die Animationen von THE ART OF FLIGHT. Oder platter: THE ART OF FLIGHT ist ein Real-Machinima von SSX. Daf\u00fcr hat man sie, deswegen spielen sie mit als intelligente Ragdolls, wobei sich die Ragdolls in diesem Spiel noch freuen dabei zu sein.<\/div>\n<p><\/p>\n<div><strong>THE ART OF FLIGHT und der Konsument<\/strong><\/div>\n<div><strong><br \/>\n<\/strong><\/div>\n<div>Besonders interessant wird es, wenn gezeigt wird, dass es da draussen ja auch recht langweilig \u00a0etwa in Alaska sein kann (wen wunderts). Hier wird aus den Schauspielern und Sportlern flugs auch Konsumenten. Die Profis m\u00fcssen unterhalten werden oder anders gesagt, es muss weiteres Filmaterial her (Animation). Dabei ist klar: Die Typen sind echt &#8211; so echt wie andere Avatare aus dem Fernsehen (man denke etwa an Jack Ass) &#8211; sie schiessen Tontauben, schiessen mit Bump-Guns B\u00e4ume zusammen bis sie umfallen oder noch &#8222;witziger&#8220; sie schiessen mit Scharfsch\u00fctzen Gewehren auf Gasflaschen bis diese explodieren. Da sind die Projektionsfl\u00e4chen &#8222;Snowboarder&#8220; und ihr Publikum unter sich. Frei nach dem Motto: &#8222;Das sind ja harte Jungs&#8220; ist die Botschaft und impliziert &#8222;Oh ich w\u00e4re auch gerne so&#8220;.<\/div>\n<p><\/p>\n<div><strong>THE ART OF FLIGHT und die Freundschaft<\/strong><\/div>\n<div><strong><br \/>\n<\/strong><\/div>\n<div>Wie kann man weiter beweisen, dass ein Snowboarder\/Avatar echt ist? Man zeigt ihn in seiner Menschlichkeit bei Verletzungen (bei St\u00fcrzen) oder beim Ausrasten (&#8222;Es ist gef\u00e4hrlich&#8220;) &#8211; m\u00f6glichst gegen Ende des Filmes. Das probateste Mittel scheinen aber Freundschaften zu anderen &#8222;Menschen&#8220; zu sein. Hier bedient sich der Film eines Burton Plakats aus den Snowboard Urzeiten \u00a0&#8222;Snowboarder are friends&#8220;. Leider ist nichts unwahrer als das, wenn es sich um einen Massensport handelt (es verschwand auch gerade bei der Kommerzialisierung des Sports) und gerade deswegen sieht man im Film so viele Snowboardfreunde beim Abklatschen und die Message: Es gibt uns und wir haben gemeinsam Spass! Fairer w\u00e4re: Hier sieht man gut bezahlte Profis, die sich beklatschen, weil sich ihre Gage gerade gelohnt hat.<\/div>\n<p><\/p>\n<div><strong>THE ART OF FLIGHT &#8211; Game Over<\/strong><\/div>\n<div><strong><br \/>\n<\/strong><\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">Am Ende langweilt der Film THE ART OF FLIGHT, weil er so virtuell und gamig ist, weil die Gamemechanik immer neue Tiefschneeabfahrten in allen Winkeln der Welt zeigt, ohne dar\u00fcber hinaus zu gehen. Einzig die Auschnitte, die klassischen Snowboardgegenden spielen, \u00fcberzeugen, gerade weil sie nicht gamig sind, sondern mit der Umgebung arbeiten und deswegen keine Virtualit\u00e4t heraufbeschw\u00f6ren ausser den hohen Spr\u00fcngen.<\/div>\n<div id=\"_mcePaste\">In diesem Sinn man kann getrost einen Bogen um dieses Real-Machina von SSX (einen Bogen!) machen.<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/SSX\" target=\"_blank\">SSX und der Nachfolger SSX Tricky auf Wikipedia &gt;<\/a><br \/>\nUnd f\u00fcr die, die es wirklich &#8222;brauchen&#8220;:\u00a0<a href=\"http:\/\/itunes.apple.com\/us\/movie\/the-art-of-flight\/id456513023\" target=\"_blank\">THE ART OF FLIGHT &gt;<\/a><br \/>\nWen das Thema weiter interssiert hier der Gamelab-Artikel:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=919\" target=\"_blank\">Mitdrehende 3rdPerson\/Orbital Kamera in einem Snowboardvideo oder was SSX-Tricky davon lernen k\u00f6nnte &gt;<\/a><br \/>\n<span style=\"font-family: tahoma, arial, sans-serif; line-height: normal;\"> <\/span>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SSX war eines der ersten Snowboardspiele (ab 2000), das sich explizit auf die Seite der unrealistischen Sportspiele geschlagen hat: Virtuell war alles m\u00f6glich geworden und Realit\u00e4t war dabei nichts: unm\u00f6gliche Spr\u00fcnge, unendliche Fl\u00fcge und Landungen. 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