{"id":483,"date":"2010-03-30T22:08:24","date_gmt":"2010-03-30T21:08:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=483"},"modified":"2010-03-30T22:08:24","modified_gmt":"2010-03-30T21:08:24","slug":"20min-und-die-frage-wie-sehen-die-egoshooterspieler-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=483","title":{"rendered":"20min und die Frage: Wie sehen die Egoshooterspieler aus?"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich kann man 20min nicht viel vorwerfen, was die Berichterstattung in Sachen Game betrifft: Sie berichten \u00fcber Games. Das heisst: Sie berichten wenigstens \u00fcber Games. Was alle anderen nur mehr oder weniger oder \u00fcberhaupt nicht tun. Es geht ja um die Frage, wer den Medienkrieg um Aufmerksamkeit gewinnt: Buch, Zeitungen, Fernsehen, Film oder eben Games. Die anderen Zeitungen meinen, ihre Leserschaft interessiert sich nicht oder sie meinen, dass es sich bei Games um &#8222;G\u00fcsel&#8220; handelt (Dialektwort f\u00fcr Mist oder M\u00fcll).\u00a020min interessiert sich mehrheitlich (wie ihre Leserschaft an der sie &#8222;eng&#8220; dran sind) f\u00fcr Mainstream. Sie selbst sind ja auch Mainstream &#8211; wer liest nicht diese &#8222;Zeitung&#8220;. Es hilft sicherlich Werbung zu machen in 20min, das wirkt sich &#8211; so zumindest der Eindruck &#8211; gut auf den &#8222;Content&#8220; aus &#8211; frei nach dem grossen und guten Prinzip des Kapitalismus: Wer bezahlt, befiehlt und diese Zeitung ist gratis.<!--more-->Spannend wird es, wenn mehrere Interessen einer Gratiszeitung aufeinander treffen: der Mainstream der Games, die Leser, der Anspruch an Boulevard und nat\u00fcrlich \u00a0das Interesse einer Verkaufsindustrie.<br \/>\nDer Artikel (der f\u00fcr einmal eine Eigenproduktion ist):<br \/>\n&#8222;Killerspiel&#8220;-Verbot kommt nicht gut an<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.20min.ch\/tools\/suchen\/story\/25410080\" target=\"_blank\">http:\/\/www.20min.ch\/tools\/suchen\/story\/25410080<\/a><br \/>\nDer Artikel zeigt zuerst mal auf, dass die Leser (vorallem aktive M\u00e4nner einer Webumfrage) gerne Egoshooter spielen. Dies tun, weil sie sich strategisch daf\u00fcr interessieren. Damit wird gezeigt, dass die meisten der Argumente der Gegner von Egoshootern nicht stimmen k\u00f6nnen. Soweit so gut. Aber dann sieht man sich nochmals das Titelbild an. Es zeigt (hier absichtlich nicht gezeigt) einen &#8222;horizontal herausgeforderten&#8220; j\u00fcngeren Mann, der irr in die Kamera blickt und zu allem \u00dcberfluss auch noch zwei Versionen von Modern Warfare in die H\u00f6he h\u00e4lt (Xbox 360 und die PC-Version?). Der \u00fcbergewichtige Junge sieht aus, als h\u00e4tte er einen Tarnanzug mit einem Rucksack &#8222;Gest\u00e4ltchen&#8220; an (Wo man im Milit\u00e4r seine Ess- und T\u00f6tungsutisilien anbringt) . Was sich allerdings beim zweiten hinsehen eher als ein falsch herum angezogener Rucksack entpuppt. (Was die Frage stellt: Wie sah das Orginalbild aus und wie wurde es geschnitten? Und wenn ja warum?) Aber man erkennt den \u00a0Privatr\u00fccksack erst, wenn man 5 Minuten hinsieht und das macht ja bekanntlich niemand. Der Frame Kriegspiel \u00fcberstrahlt den den zivilen Inhalt des Bildes.<br \/>\nEs stellt sich also die Frage, um was geht es bei diesem Bild? Wen repr\u00e4sentiert dieser Spieler, der \u00fcber dem Artikel thront?<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.20min.ch\/tools\/suchen\/story\/25410080\" target=\"_blank\">http:\/\/www.20min.ch\/tools\/suchen\/story\/25410080<\/a><br \/>\n1. Der ideale, naive K\u00e4ufer: \u00a0Er ist schon so eingelullt von Werbung und hat so schon sogar 2 Versionen des Spiels kauft? (Wunschszenario der Industrie)<br \/>\n2. \u00a0Der lokale Spieler: Es ist ein Schweizer Spieler. Die Bildunterschrift suggeriert es: &#8222;Ego-Shooter erfreuen sich auch in der Schweiz grosser Beliebtheit. (Bild: Keystone)&#8220;. Die Frage ist nur: Sind wir Egoshooterspieler so? Dick, l\u00e4cherlich?<br \/>\n3. Der bescheuerte Kriegsspielnerd: Es sind nicht die Leser von 20min sondern andere. Diese anderen sind die doofen Nerds. Man spielt ja selbst nicht oder sieht nicht so aus. Die Doofen sind die anderen. (Distanzierungsversuch)<br \/>\n4. Das ist ein Irrer: Passt auf was der tut, wenn er nach Hause kommt. Wollt ihr den als Nachbarn?<br \/>\nIn jedem Fall ist f\u00fcr einen Spieler klar: Das Bild zerst\u00f6rt den ganzen &#8222;aufkl\u00e4rerischen&#8220; Spirit des Artikels, indem er sich des stereotypisierten Spielerbildes bedient. Man mag einen Eyecatcher im Blatt haben. Letztlich \u00fcberschreibt das Bild den Artikel, indem es alle Spieler und vorallem ihre Leser zu irren Nerds macht. Der Artikel beleidigt letztlich die Spieler. Denn eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Da spielen eben &#8222;ganz&#8220; normale Jungs durch alle Altersschichten. Aber Irre verkaufen sich halt besser &#8211; nicht nur, wenn sie durchdrehen.<br \/>\nAber das geh\u00f6rt zum Medienspiel &#8211; man kann nur gewinnen: Selbst der Klick auf die obrigen Links hat den Wert von 20min erh\u00f6ht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich kann man 20min nicht viel vorwerfen, was die Berichterstattung in Sachen Game betrifft: Sie berichten \u00fcber Games. Das heisst: Sie berichten wenigstens \u00fcber Games. Was alle anderen nur mehr oder weniger oder \u00fcberhaupt nicht tun. 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