{"id":5617,"date":"2013-07-06T10:52:12","date_gmt":"2013-07-06T09:52:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=5617"},"modified":"2013-07-06T10:52:12","modified_gmt":"2013-07-06T09:52:12","slug":"lenfer-experimente-mit-lichteffekten-und-gesichtern-furs-unheimliche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=5617","title":{"rendered":"L&#039;enfer &#8211; Experimente mit Lichteffekten und Gesichtern f\u00fcrs Unheimliche"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5616\" title=\"Bildschirmfoto 2013-07-03 um 23.57.44\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2013-07-03-um-23.57.44.png\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"329\" \/>L&#8217;enfer (1964) h\u00e4tte ein Film werden sollen \u00fcber einen sich in die Eifersucht steigernden Typen. Regisseur <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Henri-Georges_Clouzot\" target=\"_blank\">Clouzot<\/a> inszenierte diese H\u00f6lle in einem kleinen Hotel an einem See (in Wirklichkeit ein Stausee). Man hat geheiratet und \u00fcbernimmt ein Hotel in Schwarz-Weiss, wie es sich geh\u00f6rt. Alles scheint klar. Die H\u00f6lle &#8211; die nat\u00fcrlich immer schon da war &#8211; verst\u00e4rkt sich in Farben, Lichteffekten, Farben und Ger\u00e4uschen. Alles ist hier\u00a0<strong>analog<\/strong><strong> kreiert worden!<\/strong> Langsam wird aus dem vollgestopften Hotel mit seinen badenden Touristen ein S\u00fcndenpfuhl, in den seine Frau nur all zu gut passt.<br \/>\nL&#8217;enfer wurde wie die H\u00f6lle, die sich ja auch stetig im Umbau befindet, nie fertig gestellt. Der m\u00e4nnliche Hauptdarsteller verliess im Streit das Set und der Regisseur landete mit Herzfinfarkt im Spital. \u00a0Was allerdings aus den Tests und den kurzen Filmsequenzen \u00fcbrig geblieben ist, ist bemerkenswert und inspirierend \u00a0f\u00fcrs Gamedesign. Es wird auch schnell klar, mit welch einfachen Mittel man arbeiten kann und noch klarer wird, warum viele Designer und K\u00fcnstler gerade Einschr\u00e4nkungen nutzen, um mehr rauszuholen. Gamedesign sollte hier vom Film (&#8222;das Infragestellung visueller Logik&#8220; siehe Dokumentarfilm l&#8217;enfer) lernen und nicht in endlosen Cutscenes Filme nachahmen. Man kann noch einen Schritt weitergehen und sich inspireren lassen, von dem, was Clouzot und sein Team inspirierte: die Kunst der 50er und 60er Jahre mit ihrer <a href='http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kinetische_Kunst' target='_blank'>Kinetischen Kunst<\/a> oder auch <a href='http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Op-Art' target='_blank'>Op-Art<\/a><br \/>\n<strong>Nicht einordbar und doch assoziativ<\/strong><br \/>\nBesonders beeindruckend, was die Erzeugung von &#8222;Unheimlichkeit&#8220; angeht sind die Test mit der Hauptdarstellerin (Romy Schneider), die mit Licht spielen. Das Gesicht erscheint geradezu plastikhaft und geht weit \u00fcber die klassischen Beleuchtungen des B\u00f6sen (von unten etwa) hinaus. Das Unheimliche (weil nicht einordbare, k\u00fcnstlich) wird geradezu sp\u00fcrbar auf diesem Gesicht, wo man schnell vergisst, dass es sich um einen Beleuchtungseffekt kombiniert mit Gesichtsausdr\u00fccken handelt.<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/IEyt2z1fuNA\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nDas ist nur ein Teil der Tests aus diesem Film (der leider unbegrenzte Mittel hatte &#8211; eine weitere H\u00f6lle). Den vollst\u00e4ndigen Dokumentarfilm zu diesem Film findet man hier: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wXffWAXWWoc\" target=\"_blank\">www.youtube.com\/watch?v=wXffWAXWWoc<\/a><br \/>\nEs ist Zeit f\u00fcrs Gamedesign auch mal im Unbewussten unserer Kultur zu &#8222;fischen&#8220; und zu experimentieren. Selbstverst\u00e4ndlich interaktiver.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L&#8217;enfer (1964) h\u00e4tte ein Film werden sollen \u00fcber einen sich in die Eifersucht steigernden Typen. Regisseur Clouzot inszenierte diese H\u00f6lle in einem kleinen Hotel an einem See (in Wirklichkeit ein Stausee). 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