{"id":6444,"date":"2014-10-04T16:48:19","date_gmt":"2014-10-04T15:48:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=6444"},"modified":"2014-10-04T16:48:19","modified_gmt":"2014-10-04T15:48:19","slug":"ludicious-1-o-findings-oder-ein-artikel-von-rotenbullen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=6444","title":{"rendered":"Ludicious 1.o &#8211; Findings oder ein Artikel vom RotenBullen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2014-10-04-um-15.34.23.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6443\" title=\"Bildschirmfoto 2014-10-04 um 15.34.23\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/Bildschirmfoto-2014-10-04-um-15.34.23-300x189.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"189\" \/><\/a>Manche Dinge im Leben sind\u00a0unwahrscheinlich.<br \/>\nEtwa dies: Der fundierteste (und l\u00e4ngste) Artikel zum <a href=\"http:\/\/www.ludicious.ch\" target=\"_blank\">Ludicious<\/a> alias Z\u00fcrcher Game Festival und dessen gef\u00fchltem Anliegen &#8222;Visibilit\u00e4t und F\u00f6rderung f\u00fcr innovative (und junge) Gamedesigner und deren Fimen&#8220; kommt nicht von der &#8218;unabh\u00e4ngigen&#8216; Presse (noch nie war eine Presse so abh\u00e4ngig von Werbung in den letzten 100 Jahren) sondern von RedBull. In diesem Sinn: Loslesen und weiterdenken!<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.redbull.com\/ch\/de\/games\/stories\/1331680768543\/z\u00fcrich-im-spieletaumel\" target=\"_blank\">Z\u00fcrich im Spieletaumel &#8222;Ludicious&#8220; &#8211; das Z\u00fcrcher Game-Festival &gt;<\/a><br \/>\n<strong>F\u00f6rderung jenseits von Punktinjektionen<\/strong><br \/>\nDabei ist klar: Die viel diskutierten und erfolgreichen neuen &#8218;Game Staaten&#8216; wie Finnland, Schweden oder Kanada investieren in die Gamebranche und f\u00f6rdern diese indirekt, indem sie kleine Firmen f\u00f6rdern (Gr\u00fcndung, Kredite), Open Space anbieten (Sehr billige Arbeitspl\u00e4tze siehe Dutch Game Garden) oder \u00a0direkt in der Senkung von Steuern f\u00fcr die Game Szene. Zu diesen Massnahmen kommen noch Game spezifischere Massnahmen wie das Ansiedeln grosser existierender Firmen und deren Ableger durch Steuererlass (Montreal etc). All dies f\u00fchrt zu eigentlichen \u00d6kosystemen in diesen L\u00e4ndern. Die Schweiz f\u00f6rdert bekanntlich nicht wirklich irgend eine Branche (OK: sie f\u00f6rdert gewissen Branchen (1 oder 2) massiv, aber das darf nicht \u00f6ffentlich ausgesprochen werden. Was klar ist: die Game Branche ist es auf jeden fall nicht.)<br \/>\n<strong>Netzwerke und der langsame Aufbau<\/strong><br \/>\nEin kulturelles Problem: Die Entwicklung der Game Branche in der Schweiz ist dabei anders als die anderer klassischer Gameproduzenten L\u00e4ndern (etwa Deutschland, Frankreich oder England) verlaufen. In der Schweiz riss nach einer anf\u00e4nglich stattlichen Szene (immerhin entstanden zwischen 1987-1993 etwa 20-25 ver\u00f6ffentliche Spiele) bei verschiedenen Labels (darunter ein eigener Schweizer Label) auf Atari ST und Amiga) die Kontinuit\u00e4t der Spieleentwicklung ab. 1993 endete die Homecomputerszene langsam und zu gut bezahlte Job in bekannten gef\u00f6rderten Branchen in der Schweiz (<a href=\"http:\/\/www.gamezfestival.ch\/2013\/\" target=\"_blank\">siehe hierzu Freitag Abend am gameZfestival 2013 &gt;<\/a>). \u00a0Das heisst: Netzwerke und Knowhow gingen verloren. Zum Vergleich 2013\/2014 entstanden 30-40 Games meist in elektronischen Kan\u00e4len und nur Landwirtschaftssimulator und Jorney of a roach. Eine Retailversion ist immer noch ein Zeichen f\u00fcr Investionen eines Publishers. Das Aufmerksamkeits\u00f6konomieproblem trifft vorallem auf die klassische Gameindustrie zu (Mainstream, Indiespiele) zu.<br \/>\n<strong>Funktionierende Gesch\u00e4ftsmodelle &#8211; jenseits der Unterhaltungsindustrie<\/strong><br \/>\nIn den Bereichen Ad Games, Games f\u00fcr Ausstellungen, Serious Games nicht &#8211; hier funktioniert die Monitarisierung, das Knowhow und die Netzwerke.<br \/>\n<strong>Aufmerksamkeits\u00f6konomie und das fehlende Label<\/strong><br \/>\nAus diesen genannten Gr\u00fcnden fehlt der Schweiz in vielen F\u00e4llen (die Ideen sind vorhanden, die Qualit\u00e4t und Innovationsf\u00e4higkeit der Produkte \u00fcberzeugt) schlicht und einfach am Netzwerk (=Aufmerksamkeitshebeln) und Finanzierung (Abgesehen noch von den sehr attraktiven anderen M\u00f6glichkeiten Geld zu verdienen). Nur langsam bauen die wichtigsten Akteure ihre Netzwerke auf und aus. Dabei ist die gut schweizerische Zur\u00fcckhaltung (eine wichtige \u00dcberlebenstrategie in einem kleinen Land) nat\u00fcrlich ein Hindernis. Zudem fehlt &#8211; zumindest im Moment &#8211; noch das, was im Normalfall Aufmerksamkeits\u00f6konomie und Netwerke b\u00fcndelt: Gamelabels bzw. Produktionsfirmen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Ludicious 1.0 &#8211; eine Blaupause oder Findings<\/strong><br \/>\nGenau in eine dieser L\u00fccken versucht das Ludicious-Gamefestival zu springen und bietet Visibilit\u00e4t und Netzwerkkontakte an. Dabei ist klar: Visibilit\u00e4t kann man kurzfristig mit genug Kapital erreichen &#8211; Netzwerke dagegen m\u00fcssen langsam aufgebaut werden und sind l\u00e4ngerfristig wichtig. Dennoch kann man von Ludicious lernen. Es ist eine Art Blaupause im Feld der Aufmerksamkeits\u00f6konomie f\u00fcr Games: Es wurde Geld investiert und alle haben dar\u00fcber gesprochen &#8211; etwas was der Gameszene in der Art fehlt (nat\u00fcrlich fehlt normalerweise auch das Geld in der Gr\u00f6ssenordnung).<br \/>\nDabei wird auch klar: The winner takes it all. Das gleichzeitig stattfindende <a href=\"http:\/\/www.gameZfestival.ch\" target=\"_blank\">gameZfestival<\/a> (2.o) etwa war auf den medialen Kan\u00e4len praktisch nicht existent. Es scheint als k\u00f6nnte man zwei Festivals mit verschiedenen Ausrichtungen (ludicious: Innovative Gamekonzepte &amp; F\u00f6rderung und gameZfestival: Games, Gamekultur und Developer) an einem Ort zur selben Zeit nicht kommunzieren. Der Artikel von RedBull folgt ebenfalls diesem (eingebrannten) Manko und schreibt im Text zwar dar\u00fcber (ja das gab es noch ein anderes Festival &#8211; das &#8218;Mainstream Spiele&#8216; brachte), ordnet es aber dann doch dem Ludicious-Festival unter und bringt sogar 10 Bilder nur vom gameZfestival mit der Unterschrift: &#8222;Zurich game festival&#8220;.<br \/>\nDas Finding ist klar: Man sollte auf Teufel komm raus in Netzwerk und Aufmerksamkeit investieren, denn hier allein liegt Wahrnehmung und Verkauf. Oder anders gesagt: Entwickler sollten im Stile der Grossen die H\u00e4lfte des Budgets in Werbung bzw. gute Netzwerke stecken. Dass diese nicht nur lokal sein d\u00fcrfen scheint klar zu sein, dennoch arbeitet man trotzdem halt oft in lokalen Communities und Teams. In diesem Sinn sollte sich F\u00f6rderung in Zukunft (das andere ist vorhanden bis auf die Finanzierung) vorallem darauf fokussieren langfristige Netzwerke aufzubauen (etwa Labels) und Knowhow zur Aufmerksamkeits\u00f6knomie aufzubauen. Dabei ist klar: Die Schweizer waren noch nie Unterhalter (Der gr\u00f6sste CH-Unterhalter ist vermutlich Roger Federer) &#8211; dies m\u00fcssen sie aber werden, wollen sie auch im Game Bereich erfolgreich werden. Hier findet nur langsam ein Changeprozess unter den Game Designern statt.<br \/>\nWie Spiele ben\u00f6tigt das Ludicious nat\u00fcrlich auch ein starkes Polishing f\u00fcr Runde 2. So muss etwa nachgebessert werden bei der klaren Aussage, was dieses Festival m\u00f6chte (Festival f\u00fcr Innovationen. Konferenz, Talks, Einf\u00fchrung sind darauf ausgerichtet), die Preisgestaltung muss radikal \u00fcberarbeitet werden (Warum Studenten 80.- bezahlen mussten ist unklar, warum der Preis f\u00fcr normal Sterbliche bei 160.- lag ist unklar &#8211; hier orientierte man sich offensichtlich an der GDC &#8211; ein Einstiegsfestival muss sich allerdings erstmal breit machen und viel Publikum anziehen), das Lineup in zwei Hallen muss doch in Frage gestellt werden bei der maximalen Gr\u00f6sse des Zielpublikum\/Szene.<br \/>\nIn diesem Sinn w\u00fcnscht man dem Vorhaben Ludicious alles gute f\u00fcr n\u00e4chste Jahr. Es hat sich am Markt positioniert und steht nun als Fels da. Es wird niemand um sie herum kommen.<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\">Rote Pixelgesichter mit weissem Kreuz<\/span><br \/>\nNat\u00fcrlich wird dieser Eintrag wiederum zu roten Pixelgesichtern f\u00fchren &#8211; aber Gott sei Dank ist die Schweiz noch nicht China und so l\u00e4uft es dann gut schweizerisch: Es wird hintenherum gel\u00e4stert und lobbiert. In diesem Sinn: Wir sitzen alle in der ersten Reihe. Und an alle roten K\u00f6pfe: nicht kritisch zu diskutieren w\u00e4re dann wirklich zu schweizerisch!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Dinge im Leben sind\u00a0unwahrscheinlich. 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