{"id":6619,"date":"2015-01-26T22:27:46","date_gmt":"2015-01-26T21:27:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=6619"},"modified":"2015-01-26T22:27:46","modified_gmt":"2015-01-26T21:27:46","slug":"besuch-im-ucla-gamelab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=6619","title":{"rendered":"Besuch im UCLA Gamelab"},"content":{"rendered":"<p><div id=\"attachment_6618\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/20150122_173111.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6618\" class=\"size-medium wp-image-6618\" title=\"UCLA Gamelab\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/20150122_173111-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6618\" class=\"wp-caption-text\">Eddie Lee von Funktronic im UCLA Gamelab<\/p><\/div><br \/>\nDie \u00dcberraschung ist gross &#8211; oder auch gar nicht &#8211; im Gamelab an der UCLA sieht es gerade etwa so aus wie im Gamelab an der ZHDK. Das Lab ist in einem einzigen Raum angesiedelt mit diversen Arbeitspl\u00e4tzen, viel Elektronik und sonst welchen Materialien. Selbstgemachte Arcade-K\u00e4sten und Cocktailtische von vergangenen Ausstellungen stehen in den Ecken und stecken unter den Tischen mangels Stauraum.  Aus den Materialien eines Augmented Reailty Projektes ist ein grosses Mobile geworden, das als h\u00e4ngende Skulptur im Raum schwebt. Die Wand ist mit Postern von Veranstaltungen bis ganz nach oben beklebt. Man arbeitet hier meist ganz informell an eigenen Projekten, manchmal alleine, manchmal in kleinen Teams. Lohn gibt&#8217;s nicht ausser vielleicht ein minimales Stipendium. Die Preise f\u00fcrs Wohnen in der Umgebung (Westwood) sind exorbitant. Die Finanzen des Labs sind sehr knapp. Unterst\u00fctzung heisst hier: Man darf s\u00e4mtliche Hard- und Software benutzen sowie die gesamte Infrastruktur der UCLA. Das Labor selbst wird von zwei Departementen unterst\u00fctzt, geh\u00f6rt aber irgendwie nirgends wirklich dazu.<br \/>\nUCLA Game Lab ist ein Forschungslabor an der University of California in Los Angeles. Das Lab geh\u00f6rt sowohl zur School of the Arts and Architecture als auch zur School of Theater, Film and Television. Diese beiden Departemente sind im Nordteil des UCLA Campus angesiedelt. Das Gamelab selbst befindet sich im dritten Stock des Arts and Architecture Geb\u00e4udes und nimmt eine Fl\u00e4che von ca. 60 m2. ein. Darin sind 15 Arbeitspl\u00e4tze eingerichtet. Talks und Events finden normalerweise auch im gleichen Raum statt. Das UCLA Gamelab ist raum- und infrastrukturm\u00e4ssig sehr \u00e4hnlich eingerichtet wie das Gamelab an der ZHDK. Seine Fl\u00e4che ist leicht gr\u00f6sser, es besitzt eine l\u00e4ngsseitige Fensterfront sowie eine hohe Decke (ca. 4 Meter), die dem Raum zusammen einen gr\u00f6sseren und offeneren Eindruck verleihen. <!--more--><br \/>\nDas Lab besteht seit 2011 und wird geleitet von Direktor Eddo Stern. Der gegenw\u00e4rtige Gamelab Manager ist Tyler Stefanich. Er \u00fcbernahm das Management von David Elliott in 2014. Stern ist in den Bereich Design Media der School of the Arts and Architecture eingegliedert und gibt dort als Dozent Kurse in Game Design und Physical Computing im Kontext der Kunst. Stern und Stefanich sind die einzigen beiden Leute im Gamelab, die eine bezahlte Anstellung an der UCLA haben. Alle restlichen Researcher sind Zugewandte, die teils mit kleinen Stipendien ans Gamelab kommen oder schlichtweg graduierte Studenten sind, die am Gamelab ihre eigenen Projekte weiter verfolgen oder entwickeln unter Verwendung der vom Gamelab bereit gestellten Infrastruktur (Hardware und Software, Zugang zu einer Werkstatt und Materialien). Als Artist in Residence war beispielsweise auch Lea Sch\u00f6nenfelder, Game Designerin und Animatorin aus Kassel, f\u00fcr 6 Monate im UCLA Gamelab und hat dort im Jahr 2012 mit Peter Lu (Programmierung) das Spiel Perfect Woman entwickelt. Als Neuerung hat man mit David O\u2019Grady aus dem Departement Film and Television auch einen PhD Studenten ins Gamelab geholt, der dort seine Dissertation zur Nutzung von interaktiven Interfaces f\u00fcr experimentelle Spiele schreibt. O\u2019Grady unterst\u00fctzt Stefanich und Stern auch mit der Ausarbeitung von Stipendienantr\u00e4gen bei verschiedensten kulturellen Organsiationen. Laut Stefanich und O\u2019Grady ist der Erfolg bisher allerdings eher m\u00e4ssig, denn diese Organsiationen sind in den USA sehr konservativ ausgerichtet und nicht unbedingt game-freundlich eingestellt. In der Vergangenheit war es dem UCLA Gamelab nicht m\u00f6glich, ein gr\u00f6sseres Stipendium oder Beitr\u00e4ge von nationalen Fonds zu erhalten. F\u00fcr die Zukunft sind sie etwas optimistischer gestimmt, denn allm\u00e4hlich etabliert sich auch in einzelnen Stiftungen in den USA die Erkenntnis, dass Game Design ein wichtiger Teil der Innovationskultur ist.<br \/>\nDas UCLA Gamelab versteht sich in seinem Mission Statement als ein experimentelles Forschungs- und Entwicklungslabor, das die Produktion von Computerspielen und spielbezogener Forschung f\u00f6rdert. Das Labor unterst\u00fctzt die Erforschung der Schwerpunktbereiche Game \u00c4sthetik, Spiel Kontext und Spiel Genre: \u201eGame \u00c4sthetik\u201c durch Experimentieren mit Grafik, Sound, Sprache und Taktilit\u00e4t der Spiele. \u201eSpiel Kontext\u201c \u00fcber die Entwicklung von Spielen, die den K\u00f6rper einbeziehen, via Suche nach neuen Schnittstellen und neuen Wegen, den physischen Raum zu integrieren. Und \u201eSpiel Genre\u201c anhand einer Pr\u00fcfung der sozio-historisch und politischen Diskurse rund um die Entwicklung neuer Spiele-Genres, die die gegenw\u00e4rtig akzeptierten Grenzen von Spielen \u00fcberschreiten.<br \/>\nDas Motto des UCLA Gamelab lautet:<br \/>\n\u201eTHE UCLA GAME LAB EMPHASIZES CONCEPTUAL RISK-TAKING AND THE DEVELOPMENT OF NEW MODES OF EXPRESSION AND FORM THROUGH GAMING.\u201c<br \/>\nDas UCLA Game Lab setzt seinen Schwerpunkt auf experimentelles Design und versucht sich damit vom traditionellen Kontext der Spielentwicklung abzuheben. Dabei legt das Lab Gewicht darauf bei der Entwicklung konzeptionelle Risiken einzugehen und neue Ausdrucksformen zu entwickeln. In eigenen Worten unterst\u00fctzt das Labor Projekte, die neue Paradigmen f\u00fcr Spiele etablieren, und die das Selbstvertrauen und den pers\u00f6nlichen Ausdruck des Game-K\u00fcnstlers betonen. Grunds\u00e4tzlich soll das Gamelab als Inkubationsraum dienen, in dem kleine Teams sich finden und neuartige interdisziplin\u00e4re Projekte miteinander angehen. Forschung und Produktion, Technologie und Expertise sollen so zusammenfinden und Neues produzieren.<br \/>\nNeben der Produktion von Spielen und der Forschung dient das Labor aber auch als Zentrum, das Veranstaltungen f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit anbietet und sich nicht vor kritischen Themen zu Videogames scheut. Das sind regelm\u00e4ssige \u00f6ffentliche Vortr\u00e4ge von Artists in Residence und Alumnis, Workshops, Ausstellungen und ein j\u00e4hrliches Game Festival im nahen Hammer Museum. Die Talks selbst werden jeweils im Gamelab abgehalten. Das j\u00e4hrliche Festival wurde in den Jahren 2011, 2012 und 2013 durchgef\u00fchrt. In 2014 legte man eine Pause ein. Das n\u00e4chste Festival ist auf Ende Oktober 2015 geplant. Da das UCLA Gamelab wenig Mittel zur Durchf\u00fchrung von Veranstaltungen hat, ist es jeweils darauf angewiesen, dass das zur UCLA geh\u00f6rende Hammer Museum seine R\u00e4ume kostenlos zur Verf\u00fcgung stellt. Dies funktioniert aber nur, wenn kein zahlender Kunde denselben Termin beansprucht.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/game-lab.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6620\" title=\"game-lab\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/game-lab-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a><br \/>\nWebsites:<br \/>\nUCLA Gamelab: <a href=\"http:\/\/games.ucla.edu\" target=\"_blank\">http:\/\/games.ucla.edu<\/a><br \/>\nDesign Media Arts UCLA: <a href=\"http:\/\/dma.ucla.edu\" target=\"_blank\">http:\/\/dma.ucla.edu<\/a><br \/>\nCinema and Media Stusies UCLA: <a href=\"http:\/\/www.tft.ucla.edu\/programs\/cinema-media-studies\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.tft.ucla.edu\/programs\/cinema-media-studies\/<\/a><br \/>\nDirektor Eddo Sterns Gedanken zur kreativen Rennaissance der Spiele:  <a href=\"http:\/\/games.ucla.edu\/resources\/mocatv-covers-game-lab-art-video-games-series\/\" target=\"_blank\">http:\/\/games.ucla.edu\/resources\/mocatv-covers-game-lab-art-video-games-series\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberraschung ist gross &#8211; oder auch gar nicht &#8211; im Gamelab an der UCLA sieht es gerade etwa so aus wie im Gamelab an der ZHDK. 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