{"id":8564,"date":"2023-07-30T09:19:39","date_gmt":"2023-07-30T09:19:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=8564"},"modified":"2023-07-30T09:19:39","modified_gmt":"2023-07-30T09:19:39","slug":"digitalisierung-ein-zu-einschraenkender-begriff-fuer-die-nutzung-des-digitalen-computers-oder-warum-bis-heute-nur-substituierungen-sozial-anerkannt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=8564","title":{"rendered":"Digitalisierung &#8211; ein zu einschr\u00e4nkender Begriff fuer die Nutzung des Digitalen (Computers) oder warum bis heute nur Substituierungen sozial anerkannt werden"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Digitalisisierung meint einen Prozess: Substantivierung der T\u00e4tigkeit &#8222;Digitalisieren&#8220;. Unter Digitalisieren versteht sich im Allgemeinen der Prozess der Umwandlung von Analogen\/Sozialem oder anders gesagt &#8222;Von auf Menschen laufenden Medien&#8220; zu &#8222;Auf Computer prozessierten Medien&#8220;. Meist \u00e4ltere Menschen, die 30+ Jahre den Kopf im Analogen hatten, meinen damit die   Nutzung von digitaler Technologie statt analogen Medien: etwa statt der Post, dem Fax, ein Mail oder statt des Zettelkastens eine Datenbank etc. Das MobilePhone ist heute ja geradezu eine Ansammlung von sozialen &#8218;digitalisierten&#8216; Funktionen. Hier werden Dinge substituiert &#8211; der analoge Raum oder die analoge Zeit aufgehoben. Wie bei jedem solchem Prozess gehen selbstverstaendlich auch Qualitaeten verloren, etwa das Haptische etc. Letztlich ist eben die Digitalisierung auch eine Einschr\u00e4nkung des Analogm\u00f6glichen. Nicht alles ist abbildbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr als nur Umwandlung &#8211; das Neue<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das digitale Medium &#8222;Universalmaschine&#8220; hat allerdings viel mehr m\u00f6glich gemacht. Zum Einen sind es Defiktionalisierungen von psychischen Prozessen in Software (etwa die Teilrealisierung des Intertextes als Hypertext). Neu ist auch, dass soziale Prozesse\/Funktionen werden ins Digitale verlagert und dort radikalisiert werden. Das erkl\u00e4rt zumindest den heute strange verwendeten Begriff, der SocialMedias. Denn sozial ist daran eigentlich nur das Kopieren und Ansehen von Dingen. Es wird hier mehrheitlich nicht etwa zusammen &#8222;gearbeitet&#8220; etc. Das Wort &#8222;Sharen&#8220; bedeutet meist, die Nutzung einer gemeinsamen Kopie. Es entsteht dabei keine all zu grosse Gemeinsamkeit  &#8211; es muss nicht gestritten werden um Texte, sie gemeinsam umgearbeitet werden. Mehrheitlich entsteht eine Diskussion, die dem Stammtisch \u00e4hnelt im Schlimmsten und eine Bereicherung im Besten. Aber nichts davon ist bindend. Es ensteht kein CommonSense. Es ist mehr hyper-individuelles Kommentieren. Und wenige Services sind wirklich kollaborativ. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Neue<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und noch wichtiger &#8211; hier trifft der Begriff und das Konzept &#8222;Digitalisierung&#8220; meiner Meinung nach ueberhaut nicht zu: Es gibt neue Dinge oder allgemein Dinge, die es in dieser Art noch nicht gab. Das einfachste  Beispiel sind die Unmengen von Singleplayer-Videospielen. Gab es frueher einige wenige Spiele fuer den Einzelspieler* (Solit\u00e4r, Kreuzwortr\u00e4tsel..) gibt es inzwischen Millionen von Einzelspielerspiele bei den Videogames. Diese sind mehrheitlich nur m\u00f6glich wegen der Universalmaschine in ihrer Defiktionalisierung Computer. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Akzeptanz von neuen digitalen M\u00f6glichkeiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es l\u00e4sst sich sogar vermuten, dass all das, was nicht vorher schon soziale Praxis war (wie Kommunikation, Austausch, Fotos, Filme etc). von einem Teil der Bev\u00f6lkerung bis heute gar nicht akzeptiert wird (und zwar auch von digital Natives). Es scheint, als seien nur die Dinge als nueztlich gewertet, die eine analoge Entsprechung hatten, so marginal dies auch gewesen sei. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisisierung meint einen Prozess: Substantivierung der T\u00e4tigkeit &#8222;Digitalisieren&#8220;. Unter Digitalisieren versteht sich im Allgemeinen der Prozess der Umwandlung von Analogen\/Sozialem oder anders gesagt &#8222;Von auf Menschen laufenden Medien&#8220; zu &#8222;Auf Computer prozessierten Medien&#8220;. 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