{"id":9859,"date":"2024-09-02T07:50:47","date_gmt":"2024-09-02T07:50:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=9859"},"modified":"2024-09-04T05:57:13","modified_gmt":"2024-09-04T05:57:13","slug":"unsicherheit-system-und-sprache-oder-verschiedene-sprachen-im-alltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=9859","title":{"rendered":"Unsicherheit: System und Sprache oder verschiedene Sprachen im Alltag"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Idee der Systemtheorien ist letztlich Systeme zu finden und dadurch Einheiten zu beschreiben\/modellieren\/definieren, in denen dieselben Gesetze gelten. Findet man solche so reduziert man die Komplexit\u00e4t von Beschreibung\/&#8217;Realit\u00e4t&#8216; und findet eine Art Theorie\/Modell oder Regelwerk &#8211; und so besten Falls ist dies wiederum ein Template f\u00fcr weitere Systeme. Die Informationskomplexit\u00e4t wird durch dieses Modell kleiner im System und vorallem auch f\u00fcr das Gesamtsystem. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch die umgekehrt angewandte Systemtheorie, die die Welt zu solchen Systemen machen will bis hin zum Faschismus, der perverserweise sogar alles nicht Passende &#8218;entfernt&#8216;. Solche Systeme sind auch deshalb totalit\u00e4r. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sprache<\/h2>\n\n\n\n<p>Sprache bildet in den meisten menschlichen Systemen eine Grundlage f\u00fcr die Kommunikation (neben anderer Kommunikation wie Architektur etc). Sprache wird in Feldern (vgl. Bourdieus &#8218;Systemtheorie&#8216;) bekanntlich meist spezialisiert bzw. konkretisiert und im radikalsten Sinne wiederum standartisiert in Systemen.  Dadurch werden Unsicherheiten aus dem System gedr\u00e4ngt (Kommunikation wird normiert) und gleichzeitig ist es einem System und seinen &#8218;Angeh\u00f6rigen&#8216; (gegen dieses Argument w\u00fcrde Luhmann t\u00f6ten .-) nun m\u00f6glich, dieses System voranzutreiben zu normalisieren. Sie sind Teil davon und Autopoesis ist \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich (f\u00fcr Luhmann gibt es &#8211; m.E. &#8211; keine sich konstituierenden Systeme: sie sind). <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sprachenmix<\/h2>\n\n\n\n<p>Dies ist alles kein Problem &#8211; so lange in Systemen, dieselbe Sprache oder eher eine verstehbare Sprache gesprochen wird oder eben eine system\u00fcbergreifende Sprache entsteht. Was aber wenn es immer mehr verschiedene Sprachen gibt, die nur teil- oder unverst\u00e4ndlich sind? Klar Systeme k\u00f6nnen sich in solchen F\u00e4llen in weitere Untersysteme &#8218;ausdifferenzieren&#8216;. Dennoch erscheinen all die Sprachen im selben Kommunikationskanal &#8211; \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alltagskultur und Sprache<\/h2>\n\n\n\n<p>Eines der besten Beispiele ist die heutige Alltagskultur. Hier werden verschiedenste Sprachen gleichzeitig genutzt im selben Raum.  Dabei ist klar, dass prinzipiell die meisten Teilnehmer eines &#8218;Alltagssystem&#8216; sich verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen als Individueen untereinander \u00fcber die &#8218;herrschende Sprache&#8216; oder eine andere &#8218;globalisierte Sprache&#8216; wie English (eine eigentliche Kolonialsprache). <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verschiedene Sprachen und das System<\/h2>\n\n\n\n<p>Problematisch erscheint es aber nun, wenn man diesen Bereich verl\u00e4sst und Gruppenkommunikationen  anschaut. So erscheint eine Gruppe, die unter sich schweizerdeutsch, deutsch oder italienich * spricht f\u00fcr sich als Gruppe oder ein System im gr\u00f6sseren System. Dies ist f\u00fcrs Hauptsystem nicht weiter tragisch im ersten Moment. <\/p>\n\n\n\n<p>Im zweiten Moment erscheint aber ein System, das &#8211; falls man kein italienisch spricht &#8211; eine Unsicherheit ins System bringt: Das Gesagte ist unverst\u00e4ndlich, es ist unklar, was dieses &#8218;Subsystem&#8216; gerade &#8222;meint&#8220; und wie es handeln wird. Es k\u00f6nnen ja keine Vorraussagen getroffen werden &#8211; ausser das Vertrauen in normiertes Handeln. <\/p>\n\n\n\n<p>Treten noch kulturelle Unterschiede (Visuelles, Verhaltenstechnisches) dazu, erscheint die Gruppe als fremdes System (auch ikonografisch). Es besitzt ja eine eigene Sprache auf allen Ebenen im Visuellen, Auditiven und Interaktiven. Die Folgen sind klar: Abstossung (Rassimus), Integration oder die Akzeptanz (was Integration bedeutet als Re-entry mit G.Brown).<\/p>\n\n\n\n<p>Rassismus wird hier auch zum informationstechnischen Problem. Das Unverst\u00e4ndliche &#8222;will&#8220; ausgeschlossen werden, die Unsicherheit durch die Entfernung des unklaren Subsystems. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Magic Circle &#8211; im Magic Circle<\/h2>\n\n\n\n<p>Bezieht man das Ganze aufs Spiel, so entsteht im MagicCircle der Gesellschaft wieder ein MagicCircle. Diesem wird im Rassimus unterstellt Regeln gegen das System zu haben (Es etwa zu unterwandern und zerst\u00f6ren zu wollen oder dass es sich lustig macht &#8211; Warum lacht da wer?) oder wahrscheinlich angenommen, dass das Regelsystem \u00e4hnlich ist in diesen anderen Regelwelten. Dies passiert alles ohne das geringste Wissen, was in diesem Subsystem wirklich gesprochen wird! Es ist unabsch\u00e4tzbar &#8211; nicht wahrscheinlich aber eben unklar. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Unbekannte &#8211; das Andere<\/h2>\n\n\n\n<p>In diesem Sinn sollte darauf geachtet werden, dass Systeme &#8222;transparent&#8220; bleiben (zumindest im Minimum mehr Knowhow, mehr Sprachen, mehr Wissen \u00fcber Subsysteme)  oder eben der Umgang mit &#8222;Unbekannten&#8220; gef\u00f6rdert wird als Konzept.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee der Systemtheorien ist letztlich Systeme zu finden und dadurch Einheiten zu beschreiben\/modellieren\/definieren, in denen dieselben Gesetze gelten. 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