
Fear of Missing Out: Podcast

In der letzten Zeit trifft man immer wieder auf Phänomene im GameDesignBereich, da denkt man „Wow“ cool gibt es das nun. Auch in der Schweiz. Ein Beispiel ist der Podcast „FOMO Ludens“ der SGDA. Hier geht es zur Sache in Sachen Games:
Willkommen bei Fomo Ludens, dem Schweizer Podcast zu Games. Unsere Expert:innen Beau Iseli, Alice Ruppert und Jeremy Spillmann nehmen euch mit in die Schweizer Game-Branche: Aktuelle News und Entwicklungen, spannende Interviews mit Studios und Devs, und natürlich ehrlicher Talk über Trends, Herausforderungen und Erfolge der Szene. Fundiertes Fachwissen, verpackt in ein gemütliches Gespräch. Ein Podcast für alle, die am Puls der Schweizer Games-Welt bleiben wollen.
Rollende Steine
Etwas später stellt man dann fest: „Aha, das ist unterstützt von der Filmstiftung und deren Game(design)förderung“. Das dämpft dann für einen Moment den Glauben. Und dennoch: es passiert etwas. Vielleicht ein bisschen zu schweizerisch (in Sachen warum), aber die Schweizer Mentalität wird man* ja nicht grundsätzlich ändern können. Wenn es nur so geht, dann geht es halt so und schliesslich sind die Fördermassnahmen in Sachen Struktur- und Sichtbarkeit der Gamesdesignszene auch eine meiner Forderungen gewesen in der Förderdiskussion in Zürich. Und in diesem Sinn. Weiter so.
Audiokanal
Dann höre ich mir die 2te Episode – was könnte ich in dieser Scene verpassen? Ich höre mir bewusst nur den Podcast an, also nicht die Videoversion davon. Inzwischen habe ich mir auch die 1ste Episode angehört, danach auch noch einen Teil von Teil III.
Die Videoversionen findet man hier auf dem Videokanal der SGDA:
https://www.youtube.com/@sgdach
Die Videoversion – finde ich nachher heraus als ich einen Teil mir ansehe – ist dann schon ein bisschen „Too much“ Faces Anschauen beim Reden, hat aber ab und zu auch eingeblendete Dinge.
Der Podcast hat verschiedene Sektionen und Themen/Fragen an der sich die Diskussion lang hangelt – von News zu Show&Tell
News
– Was passiert denn gerade so in der Schweiz?
– Was wurde gepublished in der letzten Zeit?
– Was sind die Events?
Show and tell
– Jeder bringt ein Thema mit und es wird vorgestellt und diskutiert
– Eigene Beobachtungen
Themen I: Die 100 besten Lieblingsspiele bei Digitec, Playstation keine physikalischen Medien mehr (Abgeschlossene Consolen, Platformholder), Meccha Cameleon, Industrie, Schweizer Gameindustrie Finanzierungsstudie (SGDA), Diskussion Wirtschaft- oder Kulturförderung
Themen II: Teamfight Tactics und Frontendpersonen, Steam Maschine, Vergleich Preis bereinigte alte Consolen, Gamescon, Tipps,
Gesamtkonzept
Die Gesamtkonzeption des Podcasts funktioniert. Es ist alles lustig erzählt in der Interaktion. Es ergeben sich dabei Rückfragen, Vorwärtsfragen, Unterbrechungen und fühlt sich nach einem ’natürlichen‘ Gespräch an. Und es kommt viel rüber vom Spirit der drei Podcaster*. Und die drei Menschen sind unterschiedlich so, dass es eine Spannung von Anfang an gibt. Wenn man* die Personen kennt, gibt es natürlich sofort auch klare Themen die auftauchen werden. Und was nicht diskutiert werden wird. Das ist nicht anders zu erwarten und tut dem ganzen gut.
Verbesserungwürdig
News: Bei den News auf Video fehlen Bilder der Spiele, die vorgestellt werden und die Links zu den Spielen. Vielleicht möchte ich ja nicht alles schauen/anhören, sondern mir einfach die Games anschauen, aktuell.
Events dasselbe.
Show&tell: Das Show and tell funktioniert eigentlich auch gut. Interessanterweise werden hier im Video Dinge angezeigt. Hier fehlt ein bisschen für den Audio-Only Podcast mehr Beschreibungen.
Allgemein oder zu den konkreten Problemen
Es ist weitgehend unklar, wer genau das Zielpublikum ist. Und ja das ist viel erwartet für einen so jungen Podcast, aber dennoch. Die Rhetorik des Gesprächs ist dabei recht nerdig. Sagen wir es so: Game nerdig. Es ist dieses Gemisch aus English, Insiderenglish, Abkürzungen, Insiderjokes. Dies mag man jetzt jugendlich und lustig finden, was es sein soll, aber es ist auch anstrengend. Und darum die Frage: Ist das das Zielpublikum? Allein insider Nerds? Vieles wird kurz angesprochen mit „X, Y, Z“. Da würde man lieber wissen, was genau lief jetzt an der Gamescon.
Insiderjokes sind gut aber eben nicht, wenn ausser den Insidern niemand* etwas davon weiss. In diesem Sinn ist hier die Frage, ob es nicht noch eine 4te Person braucht, die tatkräftig nachfragt und es einem erweiterten Publikum erklärt. „Ok, die meinen übrigens das.“ Jeremy versucht das ab und zu. Aber vielleicht ist das auch gar nicht die Idee, dass es mehr Zuschauer/Zuhörer* sein müssen, als die Scene selbst schon ist. Das wäre allerdings schade. Und ja darin liegt die grösste Gefahr (wir haben 10 Jahre Gametalks in Stuttgart gemacht), denn es geht ja auch darum, das Ganze zu vermitteln. So bald die Gespräche länger werden wird es meist besser.
Eine Möglichkeit lockerer zu sein, wäre auch Music der neusten CH-Spiele abzuspielen und sich selber wie auch den Zuhörern ein bisschen Zeit zu gönnen.
Fazit
Prinzipiell ist es lustig, der 3. und 4. Generation Schweizer Gamedesigner* zu zu hören. Man fragt sich dann allerdings, braucht es hier auch noch die 5. Generation? Also die, die jetzt 20 sind? Damit klar wird, was hier in der Schweiz gerade passiert. Und ja das wäre interessant.