Telespiele oder warum Fernsehen, Fernsehsport und Videogames am Anfang sehr nahe zusammen lagen – der Fernseh-Telespielkomplex [in Arbeit]

René Bauer & Beat Suter

Telespiele waren aller Videogames zu Hause der Anfang.

Viele der ersten Spiele waren Sportspiele. Angefangen mit Tennis4Two und dann natürlich Pong. Es gab unendlich viele Variationen für den Fernseher davon und sie wurden Rebranded (Phillips etc). Die meisten davon waren eher Elektronik als CPU basierte Consolen. Deswegen beherbergten sie öfters Multispiele, die alle ähnlich waren in der Spielmechanik aber verschieden gebrandet wurden.

OralHistory-Interview

In einem OralHistory-Interview sagte ein Sportbegeisterter (heute über 80), er hätte damals einen neuen Fernseher gekauft und dann eben dazu auch ein Telespiel. Dieses sei auch mit dem Fernseher als Erweiterung angeboten und beworben worden. Er hätte das mal ausprobieren wollen.

Telespiele als Komplementärprogramm zum Fernsehen

Dies ist nicht nur erstaunlich, weil damals das Fernsehprogramm eingeschränkt war und die Telespiele geradezu das Ameisenrennen (kein Programm) füllen konnten (also komplementäre Unterhaltung waren), sondern vielmehr weil es ein Licht auf diese Telespiel wirft aus der Perspektive des Sportes.

Erste Telespiele = Sportspiele

Betrachtet man nun diese ersten Telespiele, so wird schnell klar: Es sind Sportspiele bzw. sie werden als Sportspiele verkauft. Das heisst letztlich, dass sie als Erweiterung des Fernsehprogramms verkauft werden. Hier kann der Spieler* ins Programm eingreifen und selbst aktiv werden. Selbst digitalen Sport machen.

Insofern gehen diese Telespiele näher ans Fernsehprogramm ran als etwa Pong, das als PingPong verkauft wird. Es geht um: Eishockey, vermutlich Basketball, Handball und Tennis wie es scheint im folgenden Beispiel:

Multi- und Singleplayer Telespiele

Die meisten Telespiele kommen als Multiplayer Arcades daher (die Hardware ist durchwegs Default-Multiplayer), besitzen aber oft auch ein Singleplayermode. Sogar das DDR Telespiel funktioniert so.

Sportarten

Die verschiedenen Sportarten sind dabei meist nur Variationen von Pong bzw. desselben Spieles. Bei Fussball etwa gibt es dann mehrere Panels alias Spieler und eben Tor, statt eines offenen Dahinters.

Aus heutiger Perspektive sieht man eher das Gemeinsame als das Unterschiedliche in diesen Spielen. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass gerade Hülle der Spiele wie auch das Gehäuse ikonografisch die verschiedenen Sportarten getrennt haben und darüber imaginiert wurden. Das Bild des Fernsehers hatte auch nicht (schwarz-weiss) eine besonders gute Bildqaulität etwa von Sportübertragungen hatten (Interlaced etc).

Fernseh-Fernsehspiel-Komplex

Fernsehsport-Telespielkomplex – vielleicht muss in Zukunft mehr darüber nachgedacht werden, dass für eine kurze Zeit das Fernsehspiel als Sportspiel perfekt zum wenig genutzten Fernseher passte und es nicht unbedingt ein Konkurrenzprodukt war zum klassischen Fernsehen. Denn Zappen war da nicht wirklich eine Option (bei einem Sender und nur 3 Stunden programm).

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.