Das digitale Graffiti und Das Museum für Gestaltung ZH (für Kunsthistoriker* und Designhistoriker*)

Das Buch „Das digitale Graffiti“ passe nicht zum „Museum für Gestaltung“ oder konkret in ihren „Bookstore“. Eine Kopie geben wir gerne für Wissenschaftler* heraus.Die Argumentation ist dabei zweiteilig. Das Buch gehöre zu keiner aktuellen oder geplanten Ausstellung (es scheint sich also bei dem Shop um einen temporären Ausstellungshop zu handeln und alles muss raus) und zum zweiten und das ist wirklich problematisch: Das Buch passe auch nicht gestalterisch. Und hier wird es dann sehr fraglich:

a. Bücher sind nicht nur ihre Gestaltung, sondern ihr Inhalt
b. Ist die Gestaltung Mitte 90er Jahre Style und dem Aufbruch gegen den Swiss Style / Flat Design nachempfunden. Und bringt also das Innere nach Aussen.

Im dritten Teil wird dann noch nachgeschoben, dass das Buch aktuell sei.

Aber das letzte scheint anscheinend nicht dafür geeignet, um in diesen Shop zu kommen. Dabei soll dieses Museum ja die Gestaltung bewahren und zugänglich machen. Dabei ist das Buch ja auch inhaltlich interessant, weil es gerade dem Swiss Style etwas entgegensetzt und anders funktioniert, aber auch international ist und zusätzlich eine politische Seite hat.

Dadurch entsteht die Frage: Was passt denn zum „Museum für Gestaltung“ und welchen Designbegriff vertritt man hier.

Die folgenden Aufnahmen des Shops vom 9. Sept. 2026 sagen eigentlich alles. Digitale Welten scheinen immer noch viel zu modern zu sein. Modernes Design findet man nicht – auch nicht im Shopteil. Es scheint eher so (gleichzeitig ist auch noch eine Ausstellung zur ‚Avantgarde‘ im Haupthaus) ein Design Begriff zu sein, des Swiss Style oder Internationalem Style aus den 60, 70er Jahren. Also damals als die Schweiz sehr aktuell war in Sachen Design und es über die Welt verteilt hat. Ganz konkret: Der Shop sieht voll und ganz nach „Swissness“ aus. Ohne Schweizer Experimente. Und ja Museen müssen bewahren – aber repräsentiert das wirklich das Schweizer Design 2026? Und ja das Museum hat ja Ausstellung, die auch neues anderes zeigen – aber das scheint dann alles weggeräumt zu werden, sobald die Ausstellung vorbei ist.

Aber das ist ja nur ein erster Eindruck.

Gibt es ein Kunsthistoriker*, der mal Lust hat dem Designbegriff Schweizer Museen nachzugehen?

Und natürlich ist das Design des Buches „Das digitale Graffiti“ hässlich, wenn man sie enben den Style des Swiss Designs legt – aber diese Grafiken waren ja auch ein Protest gegen eben jenes sachliche diskrete Design jener Jahre.

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