Beat Suter
Auf einem Bauernhof in der Ostschweiz begann imp89 Ende der 1980er Jahre mit der Entwicklung von Spielen, Demos und digitalen Experimenten auf einem Atari ST. 1992 wechselte er auf den Mac und begann mit der Entwicklung von Shareware-Spielen für die Plattform. Seine Projekte aus den 1990er Jahren zeugten von einer kreativen und experimentellen Denkweise, die ihn auf die nächste Stufe der Spieleentwicklung brachte.
Teil 1: IMP89 – digitalisiert durch den Homecomputer
>>Teil 2: Vom Heimcomputer zum Mac – imp89s ’next level‘
Teil 3: Imp89s Vorstoss in die Welt der Webgames
The NeXT level
Steve Jobs, der Mitbegründer von Apple, kam 1991 in die Schweiz. imp89 besuchte seine Präsentation an der ETH Zürich, in der er den NeXT-Computer vorstellte – eine teure Maschine, aber ein revolutionäres Gerät. Im Anschluss durfte imp89 bei einem Kollegen an LAN-Parties auf der NeXT herumspielen. Die Begegnung mit Jobs und die anschliessenden praktischen Erfahrungen veränderten sein Verständnis von Computern grundlegend. Imp89 war sich schlagartig bewusst geworden, dass Hochsprachen und leistungsstarke Systeme begannen, die Heimcomputerszene zu verdrängen (vgl. Bauer 2025c). Kurz darauf schaute er sich in Freiburg im Breisgau mit seinem Bruder in einem kleinen Geschäft einen Atari Falcon (mit einem Motorola 68030 CPU und einem Motorola Digital Signal Prozessor 56001, 1992) an, doch das neue Gerät hatte fast dasselbe Gehäuse wie der Atari ST. Da war für ihn ein für alle Mal klar, dass es mit den Homecomputern zu Ende war. Die NeXT war leider viel zu teuer. Doch der Mac war der aktuellste Computer, der noch einigermassen erschwinglich war. Er war GUI-basiert und hatte mit den Power-PCs einen super innovativen Prozessor im Vergleich zu Intel. Imp89 ergänzt dazu: “Für mich waren auch die PCs rückständig [und zwar] grafisch und soundtechnisch – und [sie waren ziemlich] stillos.” (Bauer 2024a) Der Mac war ein tolles Designer-Tool, doch er konnte sich leider nicht zu einem Spielcomputer mausern, weil er einerseits zu teuer war und andererseits nur ein einziger Hersteller existierte. Die Geschwister entschieden sich letztendlich für einen Umstieg auf die Macintosh-Plattform und kauften sich einen Power Macintosh 6100, der einen neuen PowerPC-Prozessor von IBM und Motorola hatte.
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